Intro (Archivversion) Harley-Davidson Sportster 883 Iron; Urteil Motorradsicherstellungen am Sudelfeld; Motorradmarkt Italien

Black Beautys
Was soll die Farbenfreude? Irgendwann sieht man sich satt am Bunten. Dunkel passt immer.

Sehen wir nicht alle ein bisschen schwarz? Black ist die alte und neue Trendfarbe. Zumindest, was Motorräder angeht. Von Harley-Davidson und Buell kommen jetzt zwei neue Modelle in unbunt nach Europa. 7990 Euro kostet die Sportster 883 Iron im „Dark Custom-Look“, die Harley als finstere Schwester der 1200er-Nightster anpreist. Aus ihrem 883-Kubikzenti-meter-V2 holt sie 53 PS und 70 Newtonmeter Drehmoment. Damit sei sie „ein Motorrad wie ein guter Kaffee – stark und schwarz“. 29 PS stärker und noch ein bisschen tiefer schwarz kommt aus den USA die Buell Lightning CityX XB9SX. 8489 Euro sind fällig für das Einsteigermodell mit 984 Kubikzentimeter großem V-Twin. Wem jetzt das Risiko zu groß ist, seine Maschine bei Nacht nicht mehr zu finden, darf die CityX zum selben Preis gerne in „Translucent Hero Blue“ oder „Trans-lucent Cherry Bomb Red“ ordern.


„Einfach voll reinhalten“
IDM-Superbike-Champion Martin Bauer steht dem Sportler-ABS von Honda (siehe Top-Test Seite 28 ff.) auch für den Renneinsatz positiv gegenüber. Vor allem auf nasser oder abtrocknender Strecke sieht der Österreicher Vorteile. „Mit ABS kannst du unter diesen Bedingungen voll reinhalten“, sagte er im Gespräch mit MOTORRAD. Allerdings müssten vor allem die neun Kilo Gewicht des ABS reduziert werden.


Stars und Sternchen
Italien bleibt Europas größter Zweiradmarkt, gleichwohl gingen 2008 die Verkäufe zurück: um gut zehn Prozent auf rund 140000 Motorräder. Liebling der Italiener ist laut Statistik die Kawasaki Z 750 (6749 Zulassungen), es folgen Honda Hornet 600 (5207) und BMW R 1200 GS (5087). BMW legte in Italien trotz Krise um 5,4 Prozent zu; besser war nur Ducati mit einem Plus von 5,7 Prozent. Eigentlicher Star der italienischen Zweiradstatistik 2008 ist aber ein Roller: Yamahas T-Max 500 mit fast 17000 verkauften Exemplaren – und das bei einem Preis von knapp 10000 Euro. Kein Wunder, dass Hersteller wie BMW mit Hochruck an einem Konkurrenzmodell arbeiten.


Die Hobby-Designer sind gefragt: Entwerfen Sie ein Styling für die neue ER-6n
Kawasaki lässt die Kunden ran, und zwar an den Lack der ER-6n. Bis zum 9. April kann man in einem virtuellen Designlabor unter www.kawasaki.de/ER-6n noch selbst Gestaltungsvorschläge für den Twin ausarbeiten und für seine Favoriten stimmen.


Auf der Schwelle
Der italienische Hersteller Brembo hat ein Werk im indischen Pune, 160 Kilometer südlich von Mumbai gelegen, eröffnet. Dort sollen 220 Mitarbeiter Scheibenbremsen für Maschinen mit maximal 250 Kubikzentimeter produzieren. Zu den Abnehmern zählen laut Brembo unter anderen Honda, Yamaha, Suzuki, Royal Enfield und Bajaj. Außerdem führt das Unternehmen die Marke „Breco“ (Brembo Company) ein, um sich unter diesem Namen in den asiatischen Schwellenländern sowie in Brasilien und Russ-land einen Markt zu erschließen.


Abgewrackt
In Italien gibt es ab sofort eine Abwrackprämie für Motorräder und Roller: 500 Euro zahlt der Staat, wenn man ein altes Zweirad mit Homologation nach Euro 0 oder Euro 1 verschrottet und sich ein neues zulegt. Der Bonus gilt aber nur bis 400 cm3, hilft also vornehmlich der heimischen Rollerindustrie von Piaggio bis Honda Italien.


Russen siegreich, Bauer und Zorn in Top-Form
Mehr als 12000 Zuschauer sahen beim Finale der Eisspeedway-Team-Weltmeisterschaft in Inzell eine – aus deutscher Sicht – kleine Sensation. Die dreiköpfige Spike-Equipe des Deutschen Motor Sport Bunds holte hinter Russland und Österreich die Bronzemedaille, obwohl Günther Bauer, Deutschlands Bester, die nötigen Punkte fast im Alleingang erkämpfen musste. Überragend war Österreichs Franz Zorn (rechts, hinter Nikolai Krasnikov/RUS), der nur von Bauer und Krasnikov geschlagen wurde.ts


Kurz notiert
Honda drosselt die Produktion
Honda Italien drosselt die Produktion: Im Werk in Atessa in den Abruzzen, wo auch die Hornet vom Band läuft, sollen 2009 statt 159000 wie im Vorjahr nur noch 109000 Zweiräder gebaut werden.

Ducati-Manager verzichten
Ducati feierte 2008 mit 42000 verkauften Motorrädern zwar das beste Geschäftsjahr seit Bestehen des Unternehmens, dennoch wollen die Manager des italienischen Herstellers ein Zeichen der Sparsamkeit setzen: Sie verzichten 2009 auf Boni und kürzten sich ihre Gehälter um zehn Prozent.

Gutes Ergebnis für BMW
Trotz eines Minus von 17,9 Prozent auf dem deutschen Markt knüpft BMW mit dem letzten Jahr an sein gutes Ergebnis aus 2007 an. Weltweit 101685 verkaufte Motorräder bedeuten nur einen Rückgang von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem in Südeuropa, aber auch in Lateinamerika und Südafrika war der Zuwachs groß.

Projekt 2009 zeigt GPX 750 R
Die Kawasaki GPX 750 R des „Projekt 2009“ (MOTORRAD 1/2009) ist fertig. Bevor die Maschine zugunsten der „Hilfe für krebskranke Kinder e.V.“ versteigert wird, absolviert sie ein Schaulaufen. Mit Unterstützung von Kawasaki Deutschland ist sie zum ersten Mal auf der Messe Motorräder Dortmund zu sehen. Weitere Informationen zur späteren Versteigerung: www.gpx750r-forum.de.

Finanzspritze für Harley
Harley-Davidson hat Schulden in Höhe von 600 Millionen Dollar verkauft. Zu gleichen Teilen gingen die Verbindlichkeiten an die Investmentgesellschaft des Milliardärs Warren Buffett, Berkshire Hathaway Inc. und den größten Harley-Teilhaber, Selected Advisored LP.


Neue Stil-Ikone
Umbauexperte Roberto Totti hat wieder zugeschlagen: mit einer Studie im Stile früherer US-Schlitten.

Hot Rod nannte sich die damalige Mode, bei der alte Autos technisch und optisch für Beschleunigungsrennen aufgemotzt wurden. Der Italiener Roberto Totti verwendet ebenfalls einen alten Motor, den Parallel-Twin einer Triumph Bonneville aus den 1970er Jahren mit 750 cm3. Dessen Zylinderkopf drehte er um 180 Grad, um den Vergaserdruck zu erhöhen, und tunte das Aggregat mit neuen Pleueln und Kolben sowie einer schärferen Nockenwelle. Highlight ist ohne Zweifel die selbst gebaute Auspuffanlage mit radikal kurzen Endrohren im Racing-Design. Die Idee zum minimalistischen Stahlrohrrahmen kam Totti am 15. August, woraus er gleich den Namen für seine Studie – Hot Rod 15 08 – abgeleitet hat. Den elegant geschwungenen Neun-Liter-Tank und die Schwinge baute der Experte selbst. Nur die Alu-Räder, 21 Zoll vorne, 16 Zoll hinten, ließ er sich aus den USA schicken. Hinten zog er einen stilvollen Weißwandreifen auf. Weitere Infos: www.tottimotori.com.


Was für ein Wälzer
Harley-Fans müssen jetzt stark sein. Ein neues Buch über die Harley-Davidson Motor Company, erschienen im Delius Klasing Verlag, wiegt stolze 3143 Gramm. Auf den 408 Seiten ihrer Archiv-Kollektion mit über 600 Studioaufnahmen und bevorwortet von Bill Davidson zeichnen die Autoren Randy Leffingwell und Darwin Holmstrom die Geschichte der Marke nach. Gezeigt werden unter anderem viele Modelle, die bislang im firmeneigenen Archiv verschwunden waren. Preis im Buchhandel: 49,90 Euro.


Große Preisverleihung
Die MOTORRAD-Leser haben entschieden. Wer bei der Preisverleihung MOTORRAD DES JAHRES 2009 zu den Gewinner zählt, wird in diesem Jahr im Rahmen der Messe Motorräder Dortmund bekannt gegeben. Termin ist der 5. März 2009 um 14 Uhr in Halle 3b (Aktionsbühne) der Westfalenhallen. Alle Besucher sind herzlich zu der Preisverleihung, die die bedeutendste Motorrad- und Roller-Leserwahl in Europa ist, eingeladen.


Interview: erfolgreiche Klage gegen Motorradsicherstellungen
„Das Urteil hat bahnbrechende Wirkung“

Rechtsanwalt Ernst Schaller über die erfolgreiche Klage gegen Motorradsicherstellungen am Sudelfeld.

Worum ging es in dem Prozess wegen Sicherstellung?
Vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof wurde über eine polizeiliche Sicherstellung nach Art. 25 PAG auf der B 11 am Kesselberg zugunsten des klagenden Motorradfahrers entschieden und eine erstinstanzliche Entscheidung des Verwaltungsgerichts München vom 12. März 2008 aufgehoben (AZ. 10 BV 08.1422). Der Kläger hat sich damit erfolgreich gegen die Wegnahme seines Motorrads wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 44 km/h gewehrt.

Ist eine Revision oder Ähnliches möglich?
Eine Revision wurde vom Gericht nicht zugelassen. Möglich ist deshalb nur noch eine Nichtzulassungsbeschwerde zum Bundesverwaltungsgericht. Solche Beschwerden bleiben meist erfolglos.

Wie hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof sein Urteil begründet?
Alleine wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung kann nach Meinung des Gerichts keine konkrete Gefahr im Sinne des Art. 25 PAG angenommen werden, dass sich der Fahrer nach dem Anhalten durch die Polizei erneut wieder ordnungswidrig verhält und erneut die Geschwindigkeit überschreitet. Hier wären zusätzliche Anhaltspunkte nötig gewesen, beispielsweise wenn der Fahrer an einem Straßenrennen teilgenommen hätte.

Welche Auswirkungen hat dieses Urteil für die Motorradfahrer?
Das Urteil hat bahnbrechende Wirkung. Ähnlich gelagerte Fälle müssen nunmehr in erster Instanz zugunsten der Motorradfahrer entschieden werden. Alle von einer Sicherstellung Betroffenen, die nicht geklagt haben, sollten prüfen lassen, ob sie diese noch angreifen können.

Kann die Polizei weiterhin Motorräder wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen sicherstellen?
Die Polizei ist als vollziehende Gewalt an Gesetz und Recht gebunden (Art. 20 Abs. 3 GG). Obwohl mit dem Urteil im Endeffekt nur ein Einzelfall entschieden wurde, wird die Polizei wohl keine weiteren Sicherstellungen alleine aufgrund einer Geschwindigkeitsüberschreitung durchführen, um nicht rechtswidrig zu handeln.


Zeiten ohne Wert
Kälte, zeitweise auch Regen – das spanische Wetter meinte es nicht gut mit den GP-Piloten der 125er- und 250er-Klasse, die zu den ersten Testfahrten 2009 nach Jerez und Valencia gereist waren. Trotzdem drehten die beiden deutschen Achtelliterpiloten Sandro Cortese und Stefan Bradl eifrig Testrunden – Bradl auf seiner Vorjahres-Aprilia, die bereits in den Farben des neuen Hauptsponsors Viessmann glänzte (Foto). Aus-sagekräftige Rundenzeiten kamen dabei jedoch nicht zustande.


Feuerklinge mit Kriegsbemalung
„Pacific Edition“ heißt die getunte und auffällig lackierte Fireblade, die einer Kooperation von Honda-Händler PSM und Teilehersteller Métisse entstammt. Den Hingucker gibt es für 18000 Euro. Mit an Bord sind vier zusätzliche PS. Weitere Infos: www.metisse.de.


Scorpa in Schieflage
Der Trial-Motorradspezialist Scorpa ist das nächste Opfer der Finanzkrise. Wie das Unternehmen auf seiner Website mitteilte, habe es Hilfe vom französischen Staat erhalten, um seine Produktion für die nächsten sechs Monate aufrechtzuerhalten. Über eine längerfristige Unterstützung wird noch verhandelt. Weiter heißt es: Die Nachfrage nach 2009er-Modellen sei zufriedenstellend, und Gerüchte über ein Aus entbehrten jeder Grundlage.


Nur für Japan: VTR 250
Downsizing ist so ein Wirtschaftswort, an das man sich wohl wird gewöhnen müssen: gesundschrumpfen. Kerngesund sieht die neue, gut 30 PS starke VTR 250 aus. Sie soll Hondas Geschäft im Viertellitermarkt ankurbeln. Zu haben für schätzungsweise 4800 Euro. Vorerst nur in Japan.


Sport kompakt
Rossi: Superbike-Pläne gestoppt
Der Gastauftritt von MotoGP-Superstar Valentino Rossi beim zweiten Lauf der diesjährigen Superbike-WM Mitte März in Qatar ist abgesagt. Offizielle Begründung: Das Yamaha-Superbike-Werksteam habe für die nagelneue R1 mit Big-Bang-Motor noch nicht genügend Ersatzteile, um eine zusätzliche Rennmaschine aufzubauen. Allerdings schließt Rossis Teamchef Davide Brivio nicht aus, dass die Idee zu einem späteren Zeitpunkt weiter verfolgt wird.

Hodgson: US-Superbike-Meisterschaft auf Honda
Der Brite Neil Hodgson, 2003 Superbike-Weltmeister auf einer Werks-Ducati, wird dieses Jahr die amerikanische Superbike-Meisterschaft auf einer Fireblade des halboffiziellen Corona-Extra-Honda-Teams bestreiten. Nach dem Wechsel des amtierenden Meisters Ben Spies in die Superbike-WM wird Hodgson es aller Voraussicht nach hauptsächlich mit dessen ehemaligem Kollegen im Suzuki-Werksteam zu tun bekommen, dem sechsmaligen US-Champion Mat Mladin. Spies wird bei Suzuki durch Tommy Hayden ersetzt, den Bruder des Ex-MotoGP-Weltmeisters Nicky Hayden.

Tode: IDM-Superbike auf Honde
Der amtierende deutsche Supersportmeister Arne Tode steigt in die IDM Superbike auf und wird 2009 im G-Lab-Team von Tuningspezialist Dietmar Franzen eine Honda einsetzen. Ob Tode für die Superbike-Klasse einen Teamkollegen bekommt, ist noch offen. Fest eingeplant sind für Tode Wildcard-Starts bei einzelnen Läufen zum FIM-Superstock-1000-Cup im Rahmen der Superbike-WM. Der IDM Supersport, die Tode für G-Lab auf einer Triumph 675 gewann, bleibt die Truppe treu. Der erst 15 Jahre alte Marc Moser aus Dieburg, 2008 Sechster des Yamaha-R6-Cup, und der 19-jährige Kevin Wahr aus Nagold, 2008 Achter der IDM Supersport, werden auf zwei Triumph 675 starten.

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