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MZ-Kauf-Interessent; Triumph Bonneville; Rahmenprobleme bei Kawasaki ZZR 1400; ABS auf dem Vormarsch

Ein nettes Präsent
Die Bonneville wird nächstes Jahr 50, und Triumph greift in die Farbtöpfe, damit das Jubiläumsmodell richtig retro kommt.

Blau und Orange: Ganz genau das waren die Farben der Bonneville von 1959. Vor einem halben Jahrhundert hatte Triumph mit dem Zweizylinder mächtig was gerissen auf dem trockenen Salzsee in Utah und ergo das Modell nach dem Ort dieser Erfolge benannt: Bonneville. Die Maschinen der Edition Bonneville T100 50th Anniversary kosten 9990 Euro und sind ab sofort lieferbar. Eine Plakette weist jedes der – in Anlehnung an den Hubraum der ersten Bonneville – 650 Exemplare aus. Außerdem trägt die Serie eine spezielle Sitzbank und Logos an den Seiten- und den verchromten Ventildeckeln. Triumph-Eigner John Bloor signiert dazu noch ein Echtheits-Zertifikat, und fertig ist das Jubiläums-Präsent.


Ins Schwimmen kommen
Tagsüber dahinschippern, abends auf der eigenen Maschine eine Runde drehen. Das Bikecruise-Konzept soll Kreuz- und Motorradfahrt verbinden. Ein Shuttle-Service bringt die Motorräder der Kreuzfahrer zu den Häfen rund ums Mittelmeer. Die European Bike Cruise startet am 2. Oktober 2008 in Palma de Mallorca und endet nach Abstechern an die Côte d‘Azur am 10. Oktober in Barcelona. Ach ja, die Kosten: ab 3499 Euro (!). Mehr Info unter www.europeanbikecruise.com.


Interview mit MZ-Interessent
Fünf Millionen, nicht verhandelbar
Die Wankel AG im Sächsischen Kirchberg fertigt in der Hauptsache Flug- und Kartmotoren. Geschäftsführer Mario Häberer erläutert sein Interesse an MZ.

Herr Häberer, was ist Ihre persönliche Motivation, sich um MZ zu kümmern?
Mein Vater war seit den 1950er Jahren sehr aktiv im Straßenrennsport mit MZ-Maschinen. Es entstanden viele Motoren und ganze Rennmaschinen für Privatfahrer, welche auch inter-national mit Erfolg zum Einsatz kamen. Und natürlich prägt es einen, wenn man als Schuljunge einen WM-Lauf auf dem Sachsenring aus der Boxenperspektive miterlebt hat.

Spielen zudem geschäftliche Erwägungen eine Rolle?
Im Vordergrund steht die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs in Zschopau und erst in zweiter Linie eine Geländesport- oder auch Supermoto-Maschine mit unserem Wankel-Motor. MZ könnte also insbesondere ein Kunde für die Wankel AG werden.

Was verbindet Wankel und MZ?
MZ war 1963 die weltweit erste Firma, welche als Prototyp ein Motorrad mit einem selbst entwickelten Wankel-Motor auf die Straße brachte.

Können Sie grob einen Business-Plan umreißen beziehungsweise eine Strategie zur Rettung der Firma MZ?
Das Aufbringen des Kaufpreises ist eine Sache, und anders als beim Erwerb der Wankel-Konkursmasse wird man sich diesen wohl nicht in der ganzen Welt zusammenborgen können. Eine andere Sache sind die erforderlichen Finanzmittel für die nächsten drei bis fünf Jahre. Es muss sich zeigen, ob die zu ermittelnde Größenordnung mit der anfänglich vorhandenen MZ- Produktpalette in Einklang gebracht werden kann. Hier hilft nur eine Tiefenprüfung. Erst dann ist es sinnvoll, einen Business-Plan zu erstellen.

Wie ist der Stand der Verhandlungen mit der MZ-Geschäftsführung, wie der Stil der Gespräche? Gibt es bereits konkrete Ergebnisse?
Herr Yap vermittelt freundlich, klar und unmissverständlich die Vorstellungen und Erwartungen des Eigentümers von MZ. Im Gespräch wurde eine Kaufsumme von fünf Millionen Euro genannt und als nicht verhandelbar bezeichnet.

Wissen Sie von Mitbewerbern?
Zumindest weiß ich von keinen, welche das Motorradgeschäft aufrechterhalten wollen.


Schneller, schneller
Die fünften BUB Motorcycle Speed Trials veranstaltet Dennis Manning vom 2. bis 7. September 2008 auf dem Lake Bonneville in Utah/USA. Auf zwei präparierten Salzpisten geht es in erster Linie um eins: Speed. Für 150 Dollar (rund 100 Euro) Startgeld darf in der Klasse Run Watcha Brung jeder an den Start gehen, Anmeldung vor Ort. USA-Flug buchen, billig Zweirad kaufen und mitmachen: www.speedtrialsbybub.com


Kopfsache
Motorradhelme nach festen Kriterien prüfen und bewerten – damit hat die britische Regierung im Frühjahr dieses Jahres begonnen und nun im Internet ein Ranking unter sharp.direct.gov.uk veröffentlicht. Hintergrund: Bei rund 80 Prozent aller tödlichen Unfälle von Motorradfahrern spielen Kopfverletzungen die Hauptrolle.


Wie Roller rennen
Beschleunigungswerte eines 911er-Porsches erreichen, und das auf einem Roller. Bis zu 26 PS entlockt Jürgen Wörner von Kiesler-Racing (www.scooter-racing.de) den 70-cm³-Zweitakt-Motoren. Eingesetzt werden die Geräte mit Spezialrahmen (um 269 Euro) bei Scooter-Sprintrennen. Das getunte Komplettfahrzeug kostet je nach Spezifikation zwischen 3000 und 4000 Euro.


Mit Ducati baden gehen
Was nützt denn das schönste Motorrad, wenn man drauf sitzt und schlimm stinkt? Dieser Überlegung folgend bietet Ducati für Fans der Marke, des guten Geschmacks und guten Geruchs ab sofort hübsch gewebte Accessoires zur Körperhygiene. Denn wenn man schon baden geht, dann bitte mit Stil. Preise stehen noch nicht fest, weitere Infos über www.ducati.de oder die Händler.


Kurz notiert
Wer hat was gesehen?
Aus dem 2Wheels Fashion Shop in Geldern sind Waren für über eine dreiviertel Million Euro verschwunden. Wer sachdienliche Hinweise hat, kann sich unter Telefon 06284/920930 melden. Es ist eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.

Straßenkampf in Paris
Paris, die Stadt der Liebe? Taxifahrer lassen neuerdings ihrem Unmut über Motorradtaxis freien Lauf. Reifen wurden zerstochen, Maschinen umgestoßen, Fahrer an der Ampel bedroht. Die rund 200 Motorradtaxis sind zwar teurer, aber im Stadtverkehr auch schneller und kommen deshalb bei vielen Business-Kunden gut an.

High risk
Das britische Verteidigungsministerium hat für mehrere Millionen Pfund Filmclips drehen lassen. Die auch im Netz geposteten Clips zeigen inszenierte Motorradcrashs und sollen Soldaten vor riskanter Fahrweise warnen. Weil Soldaten, die aus Krisengebieten zurückkommen, nicht dasselbe Empfinden für Gefahr haben wie Zivilisten, ist ihr Risiko, wegen selbst verschuldeter Unfälle im Straßenverkehr zu sterben, doppelt so hoch, heißt es aus dem Ministerium.

Versicherungsschutz
Das Oberlandesgericht Köln hat dem Eigentümer einer BMW R 1200 GS 10650 Euro Entschädigung aus der Teilkaskoversicherung zugesprochen (Az 9 U 188/07), nachdem ihm seine ein Jahr alte Maschine bei einer Probefahrt geklaut worden war.


Bye-bye Mandello
Piaggio übernimmt Moto Guzzi. Der Hersteller wird als weitere Marke im Mutterkonzern aufgehen.

Moto Guzzi wird dem Piaggio-Konzern einverleibt und firmiert künftig nur noch als dessen Untermarke, genau wie Aprilia und Gilera. Mögliche Konsequenz: Schliessung des Werks in Mandello. Bislang agierte Moto Guzzi trotz Übernahme durch Piaggio 2004 mit eigener Verwaltung, eigenem Budget und Geschäftsführer. Nun geht die Marke voll im Piaggio-Konzern auf. Einerseits positiv, weil damit ein Verkauf, etwa nach China, unmöglich wird. Andererseits könnte die Entscheidung das Aus für den Standort am Comer See bedeuten. Die Entwicklungsabteilung wurde bereits nach Noale zu Aprilia verlegt. Das Werk in Mandello soll in den nächsten fünf Jahren saniert werden, die Produktion deshalb teilweise oder ganz nach Pontedera zu Piaggio kommen. Dass danach das Werk wieder voll eröffnet wird, bezweifeln nicht nur die verbliebenen 235 Guzzi-Werker.


Auf Siegesserien abonniert
Allen Anstrengungen der Konkurrenz zum Trotz: Die amerikanische Superbike-Meisterschaft ist und bleibt Suzuki-Hoheitsgebiet. Beim Rennwochenende in Lexington/Ohio feierte das offizielle Team des japanischen Herstellers dank einer makellosen Leistung des Australiers Mat Mladin die siege Nummer 40 und 41 in folge. Der bereits 36 Jahre alte Mladin, der die Meisterschaft für Suzuki zwischen 1999 und 2005 sieben Mal gewann, feierte bei der Gelegenheit seinen 70. Rennsieg in der US-Serie. In Lexington konnte er seinen Teamkollegen, den amtierenden Champion Ben Spies, zweimal auf Platz zwei verweisen und den Rückstand in der Punktetabelle auf Spies um neun auf 27 Punkte verringern. Spies führt die Zwischenwertung mit 99 Zählern Vorsprung auf den an dritter Stelle notierten Kawasaki-Piloten Jamie Hacking an. Bis zum Meisterschaftsfinale am 28. September in Laguna Seca sind noch fünf Rennen zu fahren.


Klappt gut: auf und zu
Mit dem Klapphelm C3 präsentiert Schuberth, Telefon 0531/380050, den Nachfolger für den in die Jahre gekommenen Vorgänger C2. Der Neue wurde in sämtlichen Punkten deutlich überarbeitet. Besonders die kompakte Bauform, der endlich zentral angeordnete Kinnteilverschluss, das trotz integrierter Sonnenblende mit knapp über 1500 Gramm vergleichsweise geringe Gewicht und der neue Ratschenverschluss wollen überzeugen. Preis: ab 499 Euro.


Risiko Rahmenbruch
Kawasaki hat die Halter von über 1500 ZZR- 1400-Modellen der Jahrgänge 2006 und 2007 angeschrieben und zum Check in die Werkstatt gebeten. Grund: „Zu festes Anziehen der Einstellgewinde für die Motoraufhängung kann zur Überlastung der Schweißnaht am unteren Querrohr führen“, heißt es von Kawasaki. Reißt die Strebe, die die Umlenkung der Hinterradfederung aufnimmt, besteht akute Unfallgefahr. In den USA kam es bereits zu Rahmenbrüchen und einer Rückrufaktion. Kawasaki prüft die Verschraubung der Motoren und tauscht gegebenenfalls den Rahmen aus.


Rau, ehrlich, unterhaltsam
Transvestiten haben ihm in den Hintern gekniffen, ein Abzocker ihm die Taschen ausgeräumt, und ein einäugiger, einarmiger Bubi drückte ihm eine Knarre an den Kopf. „Weil ich ihm zugezwinkert hatte“, schreibt Motorrad-Journalist Dan Walsh in seinem Buch „These Are the Days that Must Happen to You“. Die Geschichten einer Motorradreise gibt’s für 27 Euro: www.amazon.de, nur in Englisch.


Immer mehr ABS-Motorräder
Immer mehr Motorräder in Deutschland sind mit Antiblockiersystem ausgerüstet: Betrug der Anteil an den Neuzulassungen 2004 nur 28,4 Prozent, so hatten 2007 bereits 52,2 Prozent der Neumaschinen ABS. Zudem bieten heute mehr Firmen solche Systeme an, etwa Harley-Davidson bei Touring-Modellen sowie Moto Guzzi bei einigen 1200er-Maschinen. Wie sehen es die Hersteller? Für Kawasaki zeichnet sich „ein klarer positiver Trend hin zum ABS ab, der noch nicht abgeschlossen ist“. Suzuki setzt bewusst auf die Verkaufsschlager, arbeitet jedoch daran, dass „mittelfristig alle unsere Motorräder ein ABS bekommen“. Genau wie Triumph, die ABS als Option für alle Neuentwicklungen anbieten wollen. Honda hat als erster Hersteller ein ABS für Supersport-Motorräder entwickelt und will bis 2010 nahezu alle Modelle ab 250 cm³ mit ABS ausstatten (siehe auch Seite 28 ff. und MOTORRAD 14/2008). Da mittlerweile die meisten Systeme einen hohen technischen Stand erreicht haben, sollten auch die hartnäckigen Skeptiker ihre Bedenken gegen ABS aufgeben können.


Sport kompakt
Bert Poensgen: neue Aufgabe am Lausitzring
Suzuki-Deutschland-Manager Bert Poensgen, seit vielen Jahren eine der treibenden Kräfte im deutschen Motorradsport, will noch eine weitere, für ihn neue Funktion in der Szene wahrnehmen. Wenn am 1. Januar 2009 die bayerische Firma Alpha-Technik am Eurospeedway Lausitz das Ruder als Betreibergesellschaft übernimmt, soll Poensgen als Berater für die Vermarktung mit an Bord sein. „Nur für zwei Tage die Woche“, wie der dann 61-Jährige betont, der seine Verantwortung bei Suzuki plangemäß, aber schrittweise zurückfährt und den Japanern weiterhin verbunden bleibt. Poensgen-Sohn Frank, 30, wird sich darum kümmern, dass es in der Lausitz auch an den restlichen Tagen der Woche im Sinne des Vaters läuft.

Hofmann verletzt
Alex Hofmann, in diesem Jahr als Test- und Entwicklungsfahrer des neuen Aprilia-Superbike-Projekts engagiert, hat sich verletzt. Bei einem Supermoto-Rennen im schweizerischen Lignières stürzte er schwer und zog sich mehrere Brüche in der rechten Schulter und dem rechten Mittelfuß zu. Hofmann wurde im Ortho-Zentrum München von Professor Walter operiert und fängt direkt anschließend mit seinem bewährten Physiotherapeuten Uli Amberger die Reha-Arbeit an. Hofmanns nächste geplante Testfahrten Ende August mit dem Aprilia-Superbike, das 2009 in der WM debütieren soll, mussten abgesagt werden, auch wenn Amberger unter Hinweis auf Hofmanns bekannt schnelle Heilfähigkeiten ansonsten optimistisch ist, was die baldige Fitnesss seines Patienten angeht.

Nakano: Werks-Honda
Der japanische MotoGP-Pilot Shinya Nakano aus dem Honda-Gresini-Kundenteam soll zum Grand Prix im tschechischen Brünn (17. August) eine zusätzliche Werks-Honda erhalten. Es soll sich dabei um ein Pendant zur Maschine von Dani Pedrosa handeln, der, anders als Teamkollege Nicky Hayden, einen Motor ohne die neue pneumatische Ventilsteuerung verwendet. Nakano soll die 2009er-Honda für Kundenteams entwickeln.

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