Intro (Archivversion) Biosprit – der Plan 2009

Das Bundesumweltministerium will ab 2009 Benzin und Super mit zehn Prozent Bioethanol-Anteil einführen. Wie wirkt sich das aus?

Normal- und Superbenzin aus deutschen Zapfpistolen enthalten bislang bis zu fünf Volumenprozent Bioethanol – Alkohol, der aus Weizen, Mais oder Rüben destilliert wird. Binnen von zwölf Jahren plant die ­EU, den Bioalkohol-Anteil im Kraftstoff auf zehn Prozent (E10) zu erhöhen. Die Bundesregierung will das bereits 2009 erreichen. Der höhere Ethanol-Anteil im Sprit kann jedoch Gummi- und Kunststoffteile sowie unbehandeltes Aluminium angreifen. Wie viele Fahrzeuge den E10-Sprit nicht vertragen und deshalb das teurere Super Plus brauchen, das weiterhin fünf Prozent Bioethanol enthält, ist umstritten. Die ersten Zahlen umfassten 375000 Pkw – der ADAC geht von Millionen aus und weist daraufhin, dass Motorräder in der Bilanz fehlten. Über den Verordnungsentwurf zum E10-Benzin entscheidet die Regierung im Mai: »Die Ver­ordnung tritt so lange nicht in Kraft, wie es Unsicherheiten hinsichtlich der Zahl der betroffenen Kfz gibt«, so das Umwelt­ministerium. MOTORRAD befragte dazu die Hersteller: Serienmäßige Harley ab Modelljahr 1980 vertragen E10-Kraftstoff. Ältere Modelle sowie Buell sollten mit Super Plus betankt werden. Suzuki hat mit wenigen Ausnahmen Neufahrzeuge ab Modelljahr 2005 gemäß Fahrerhandbuch für E10-Sprit freigegeben. Triumph-Modelle ab Baujahr 1990 sowie alle Honda, die die Euro-3-Norm erfüllen, verdauen E10. Bei älteren Honda-Modellen empfiehlt der Importeur, ins Fahrerhandbuch zu schauen oder Händler zu fragen. Kawasaki und Ducati werden Empfehlungen veröffentlichen. BMW sowie Yamaha prüfen noch.

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