Italien: Optimismus pur (Archivversion) Italien:<br /><br /> Optimismus pur

Man könnte schon ein wenig neidisch werden
in diesen Tagen. Herrscht bei uns eine angespannte politische Lage und eine Stimmung entsprechend den Außentemperaturen, strotzt man südlich der Alpen nur so vor Optimismus. So zumindest der Eindruck, wenn man durch die gigantischen, prallvollen Messehallen des Mailänder Salons streifte. Unzählige riesige Stände mit jeder Menge neuer Maschinen und Zubehör und dazu eine Lebensfreude, wie man sie in Deutschland nur noch vom Hörensagen kennt.
Selbst BMW, normalerweise routiniert geschäftlich beim Präsentieren von Neuheiten, glich sich der italienischen Lebensart an. So waren bei der Enthüllung von R 1200 S, K 1200 GT sowie F 800 S und ST sympathische Damen zugegen, welche
die Aufmerksamkeit der Journalisten fast schon zu sehr erregten. Vor lauter Andrang war es jedenfalls schwierig, noch einen Blick auf die Motorräder zu erhaschen.
Welch wichtiger Wirtschaftsfaktor die Motorradindustrie in
Italien inzwischen ist, dokumentierte die Eröffnungszeremonie: Regierungschef Silvio Berlusconi, bekennender Lambretta-Pilot, gab sich die Ehre und hielt eine mitreißende Rede über den nun größten Motorradmarkt Europas – Italien.
Ja, die Italiener haben uns überholt. Und das aus gutem Grund! Während wir Deutschen klagen und verzagen, freuen sich die Italiener des Lebens und kaufen fröhlich neue Motorräder. Wirtschaftlich besser geht es ihnen nicht, ganz im Gegenteil.
Der Durchschnittsdeutsche hat viel mehr Geld zur Verfügung als sein Pendant in Italien. Er gibt es halt nicht aus. Man darf auf jeden Fall gespannt sein, ob Frau Angela Merkel nächstes Jahr die Intermot in Köln eröffnet und gesteht, dass sie Simson fuhr.

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