Italjet-Interview (Archivversion) «Wir bauen wieder Motorräder“

Leopoldo Tartarini, 67, Chef des Bologneser Roller-Herstellers Italjet, über großvolumige Zukunftspläne

Italjet hat sich in den letzten Jahren mit pfiffigen Rollern wie dem Dragster mit Gitterrohrrahmen und Achsschenkellenkung profiliert. Was kommt als nächstes?Wir feiern dieses Jahr 40jähriges Firmenjubiläum, und da mache ich mir selber ein Geschenk: Italjet wird sich wieder unter die Motorrad-Hersteller einreihen. Wir haben ja schon in den 60er Jahren Motorräder gebaut, beispielsweise die Italjet Grifon 650. Das Fahrwerk stammte von uns, der Zweizylinder von der Triumph Bonneville. Bauen Sie den Motor diesmal selbst?Nein, wir entwickeln das Fahrwerk, den Motor kaufen wir zu. Von wem, darf ich noch nicht verraten, nur soviel: Er kommt nicht von einem japanischen Hersteller, und er hat unter 1000 cm³, voraussichtlich 900 cm³.Lebt also die alte italo-englische Zusammenarbeit mit Triumph wieder auf?Das habe ich nicht gesagt. Großvolumige Motoren werden heutzutage auch anderswo gebaut, in Deutschland, den USA, sogar in Frankreich.Wie wird die neue Italjet aussehen?Mir persönlich gefallen Motorräder ohne Verkleidung, und entsprechend bauen wir ein Naked Bike, möglicherweise vom Typ Café Racer.Glauben Sie, daß auf dem Markt noch Platz ist für einen weiteren Motorrad-Hersteller?Aber sicher. Der Motorradmarkt ist fast überall im Wachsen oder zumindest, wie in Deutschland, auf einem hohen Niveau stabil. Außerdem werden wir ein Nischenprodukt bauen und wollen nicht Stückzahlen wie die Japaner absetzen.Wo wird das Motorrad gebaut?In unserem neuen Werk in Roseto in den Abbruzzen, wo wir auch unsere Roller fertigen.Die Rollerproduktion geht aber weiter?Natürlich, wir haben eine enorme Nachfrage, gerade nach dem eben vorgestellten Dragster mit 125 und 180 cm³.Wann sehen wir das neue Italjet-Motorrad?Wir werden es im September auf der Motorrad-Messe in Mailand vorstellen.

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