Jochen Luck ist 80 (Archivversion) Jochen the Voice

Es ist der 19. Juli 1964, Tag des letzten Motorrad-Grand-Prix auf der Solitude-Strecke in Stuttgart. Mike Hailwood sichert sich auf MV Agusta ungeschlagen den 500er-WM-Titel, der 250er-Yamaha-Pilot Phil Read schlägt Titelverteidiger Jim Redman (Honda). Vierter wird ein junger Italiener auf Morini: Giacomo Agostini. MOTORRAD-Sportredakteur Michael Rohrer, damals fünf Jahre alt, sieht sein allererstes Rennen. Streckensprecher ist Jochen Luck.
1. August 1970. Beim Formel-1-GP in Hockenheim holt Jochen Rindt im Lotus 72 den Sieg. Es sollte sein Letzter sein. Der elfjährige Rohrer ist mächtig stolz auf sein Rindt-Autogramm, den Streckensprecher bemerkt er kaum. Es ist Jochen Luck.
24. August 1980. Der Nürburgring erlebt das wohl aufregendste Motorradrennen seiner Geschichte, das Duell zwischen Jon Ekerold und Toni Mang um den 350er-WM-Titel. Die Streckenreportage von Jochen Luck wird, wie das Rennen selbst, zur Legende.
August 1987. Beim 1000-Kilometer-Sportwagen-Rennen auf dem Nürburgring entführen Eddie Cheever (USA) und Raul Boesel (Brasilien) für Jaguar die Sportwagen-WM aus Porsche-Land. Rohrer treibt sich als Reporter-Anfänger auf Rennstrecken herum. Jochen Luck, inzwischen 62, spricht seine letzte Saison.
22. März 1998. Bei der Superbike-WM im australischen Phillip Island schlägt ein unbekannter Japaner namens Noriyuki Haga den Superhelden Carl Fogarty. Michael Rohrer ist wieder Anfänger, diesmal als Eurosport-TV-Kommentator. Zwei Tage später ruft Jochen Luck an: »Rohrer, das hast du gut gemacht.« Rohrer kriegt eine Gänsehaut.
23. September 2005. Jochen Luck wird 80, erfreut sich wie seine Frau Hildegard bester Gesundheit und ist bei vielen euro-
päischen Grand Prix anzutreffen. Statt einer großen Party gönnt
er sich einmal mehr den Lieblingsurlaub: mit seiner Boxer-BMW
in den Dolomiten.

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