John Berger, englischer Schriftsteller, Maler und begeisterter Motorradfahrer (Archivversion) “

Sie sind Maler und Schriftsteller. Womit haben Sie angefangen?Nach meiner Armeezeit - da habe ich übrigens auf einer BSA M 20, einem fürchterlich schüttelnden Einzylinder, meinen Motorradführerschein gemacht - war ich Kunststudent und begann zu malen. Aber wie viele Jünglinge schrieb ich damals Gedichte an Mädchen. Das würden Sie doch nicht als Schriftstellerei bezeichnen, oder? Zu schreiben begann ich im Jahr 1950, da war politisch alles im Umbruch, Kalter Krieg, Aufrüstung. Und da man kein Teilzeitmaler sein kann, habe ich das Malen zunächst aufgegeben. Sie sind als Schriftsteller bekannt geworden, und Sie sind begeisterter Motorradfahrer. Hat sich das auf Ihre Art des Schreibens ausgewirkt?Ich denke schon. Ich fing an, mir einen Erzählstil mit schnellen Schnitten anzueignen, ähnlich wie in einem Film. Manchmal ohne kausale Zusammenhänge. Da ist etwa ein sehr intensiver Eindruck, dann eine Pause, gefolgt von einem sehr klaren, ausgeprägten Moment.Wie inspiriert Sie das Motorradfahren beim Schreiben?Wenn ich schreibe, denke ich immer an andere, ich verfasse ja keine Geschichten über mich. Sobald ich aufs Motorrad steige, gibt’s dann nur noch mich und die Straße. Und das entspannt mich völlig.

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