Kommentar (Archivversion) Hütten und Paläste

Die Kluft zwischen Vier- und Zweiradfahrer gibt es schon lange nicht mehr. Nicht zuletzt BMW als Hersteller von Autos und Motorrädern hat zur friedlichen Koexistenz beigetragen. Und so betritt der BMW-Motorradfahrer heutzutage ganz selbstverständlich den Verkaufspalast seines Auto-/Motorradhändlers. Irritierend wirkt es manchmal aber, daß die Motorrad-Abteilung in den Glaspalästen ganz offensichtlich die zweite Geige spielt. »Zur Motorradabteilung geht´s hinten in den Hof«, heißt es bei der Annahme. Einige Angestellte machen zudem keinen Hehl daraus, daß sie mit der Zweirad-Fraktion wenig am Hut haben.Ob sich das auf die Arbeitsleistung und Motivation des Personals auswirkt? Einiges deutet darauf hin, denn Gemischtwarenläden schnitten im Test tendenziell etwas schlechter ab. Die oftmals kleinen Zweirad-Spezialisten bringen allem Anschein nach bessere Leistungen. Gerade die jedoch haben es zur Zeit schwer, BMW will das Händlernetz offensichtlich in Zukunft auf die großen Auto- und Motorrad-Häuser konzentrieren. Dann muß aber auch der Service in beiden Kategorien stimmen. Sonst wandert der Kradfahrer zur Motorrad-Werkstatt ab und fährt irgendwann Benz oder Audi. Im Hinblick auf zukünftige Schulungsstrategien sollte der Münchener Hersteller dies im Auge behalten.

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