Kommt 1998: Europaweite Betriebserlaubnis (Archivversion) Einheitsbrei

Bislang war in fast jedem europäischen Land alles anders: Wie laut ein Motorrad sein durfte oder welche Abgasgrenzwerte es erfüllen sollte, blieb jeder Nation überlassen. Künftig werden Motorräder, Leichtkrafträder, Mopeds und Roller nach europaweit einheitlichen Regeln zugelassen. Voraussichtlich ab Ende 1998 gilt die EU-Betriebserlaubnis. Nach monatelangem Tauziehen zwischen Europäischem Parlament und Europäischem Rat entschied ein Vermittlungsausschuß am 4. und 5. Februar überraschend schnell. Jetzt müssen beide europäischen Gremien der Kompromißlösung noch zustimmen. Nach einer Übergangsfrist von 18 Monaten kann die aus 23 Einzelrichtlinien bestehende Gesetzgebung angewandt werden, weitere sechs Monate später wird sie bindend. Im einzelnen hat sich der Vermittlungsausschuß dafür ausgesprochen, daß auch bei schnellen Motorrädern alle Reifen zugelassen werden, die den festgelegten technischen Merkmalen gerecht werden. Die Fahrgeräusch-Grenzwerte sind bei Motorrädern über 175 cm³ auf die bereits in Deutschland geltenden 80 Dezibel (A) beschränkt. Über das 100-PS-Limit ist noch nicht entschieden. Der europäische Binnenmarkt bedeutet für Motorradkäufer stabile Preise, weil die Hersteller große Stückzahlen für den gesamten europäischen Markt einheitlich produzieren. So sieht´s der Industrie-Verband Motorrad (IVM).

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