Krise bei Pro Superbike? (Archivversion) Klassenkampf

Hinter der leuchtenden Fassade aus Live-TV-Übertragungen, einer Handvoll einigermaßen professioneller Teams sowie dem einen oder anderen Hosipitality-Zelt sprießt Ärger in der Superbike-DM, der zum fatalen Problem wachsen kann, wenn die Macher in und um den Industriepool »Pro Superbike« sich der töneren Füße ihres momentanen Erfolges nicht bewußt werden. Denn hinter dem überragenden Christer Lindholm kommt noch gerade mal ein gutes Dutzend Superbiker, das fahrerisch und technisch einigermaßen als seriöse Rennfahrer zu bezeichnen ist. Damit sei nichts gesagt gegen die das Feld komplettierende Hobby-Fahrer oder nicht ausgelastete Supersport 750-Piloten. Aber wenn sie regelmäßig in die Punkteränge fahren, dann ist es nicht mehr weit her mit der Top-Liga des deutschen Motoradrennsports.Zumal es überhaupt nicht an konkurrenzfähigen Superbike-Fahrern fehlt. Der geneigte Beobachter findet mehr als nur eine Handvoll Fahrer wie etwa Thomas Franz, Toni Heiler, Claus Ehrenberger oder Michael Galinski, die jederzeit im vorderen Mittelfeld der Superbike-DM mithalten können und nur aus finanziellen Gründen in eine der Supersport-Kategorien abgestiegen sind.Wenn aber die zweite Garnitur wegbricht, ist eine Rennserie in ihrer Existenz bedroht. Und da sind vom Pro Superbike-Pool andere Aktionen gefragt, als den noch verbliebenen Teams durch einen unsinnig engen Zeitplan die Arbeit zu erschweren - wegen einer Fernsehübertragung mit ziemlich unbedeutenden Einschaltquoten.Ausgerechnet von Ducati-Privatfahrer Bernhard Schick, der wegen seiner Teilnahme am Boykottrennen auf dem Nürburgring derzeit DM-Tabellenführer und Buhmann im Lager ist, kommt ein diskussionswerter Vorschlag, der das Startfeld wieder auf ein akzeptables Niveau heben könnte: »Motoren nach dem Supersport 750-Reglement in Superbike-Fahrwerken würden die Kosten ganz erheblich senken, der Show keinerlei Abbruch tun. Und die paar Top-Fahrer, die auch in der WM starten, müssen auch nicht völlig unterschiedliches Equipemnet anschaffen.«Nachteil an dieser Idee ist, daß sie nicht sofort helfen kann, sondern in einem langwierigen Entscheidungsfindungsprozeß zwischen Einzelinteressen zerrieben zu werden droht.Ganz aktuell aber muß Pro Superbike mindestens dafür sorgen, daß in ihren heißgeliebten Fernsehsendungen auch und gerade ihre Mitglieder aus der zweiten und dritten Reihe in vernünftiger Weise präsent sind, und außerdem endlich die wichtigsten Tageszeitung professionell versorgen. Das ist ein ganz alter Trick aus den guten Zeiten der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) und brachte schon den einen oder anderen Noch-nicht-Sponsor hinter dem Ofen hervor. mtr

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