KTM 125 ccm-GP-Team: Vorstellung (Archivversion)

KTM-Chef Stefan Pierer zum GP-Debüt von KTM und den weiteren Plänen des im Sport außergewöhnlich engagierten Herstellers.

? Wie haben Sie das GP-Debüt von KTM in Suzuka erlebt?Es war ein tolles, aufregendes Gefühl, auch wenn wir den großen sportlichen Erfolg noch nicht herbeizaubern konnten. Wir haben dort begonnen, wo es in der kurzen Vorbereitungszeit zu erwarten war. Doch das technische Potenzial ist da, und wir werden in sehr kurzer Zeit nach vorn kommen.? KTM ist eine Kapazität im Offroad-Bereich. Warum das Abenteuer Straßenrennsport?Wir kommen sehr bald mit Straßen-Motorrädern auf den Markt, und das bedeutet für KTM, sich ebenfalls im Straßenrennsport bewähren zu müssen. Der KTM-Slogan »ready to race” gilt auch für unsere künftigen Straßenmotorräder. Nur das, was auf der Rennstrecke gut ist, ist uns für den Straßenbetrieb billig.? Bei der neuen 125er gab es einige Anlaufschwierigkeiten, zum Beispiel wegen brechender Kolbenringe. Liegen Sie mit dem ehrgeizigen MotoGP-Projekt im Plan?Absolut. Das MotoGP-Projekt ist schon sehr weit, wir erwarten im Oktober den ersten fahrfähigen Prototyp. Ich verfolge mit besonderer Aufmerksamkeit, was sich in der Rennabteilung abspielt. Denn dieser V4-Motor wird auch die Basis für die Serienmaschinen werden.? Warum will KTM auf beiden Hochzeiten tanzen, in der MotoGP-Klasse und bei den 125ern?Die 125er sind unser Startprojekt. Ziel ist, in dieser Klasse junge Fahrer heranzuziehen und aufzubauen. Übrigens wird es von der 125er eine Replika für Privatfahrer geben. Ziel ist aber gleichzeitig, im GP-Umfeld Erfahrung zu sammeln. Dieses Fahrerlager ist für alle in unserer Firma eine andere Welt, an die wir demütig, aber ebenso mit Ehrgeiz und Optimismus herangehen.? Nach dem Stand der Dinge muss sich KTM für einen Einstieg in die MotoGP-Serie mit einem existierenden Team verbünden, weil alle Startplätze vergeben sind. Für ein Werk, das unabhängig agieren will, ist das sicher eine bittere Pille.Ich bin die Boxengasse auf und abgegangen und habe mich gewundert, dass Startplätze vermietet werden wie von einer Immobilienfirma. Dieses System kann sicher nicht im Sinn der Dorna sein. Daher lasse ich die Zukunft getrost auf mich zukommen. Wir machen Schritt für Schritt unsere Arbeit, und ich bin sicher, dass für alle offenen Fragen zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Antworten gefunden werden.? Ihr Hauptsponsor Red Bull übernimmt den A1-Ring. Setzt KTM auf ein baldiges Comeback des Österreich-Grand-Prix?Für die bisherigen Betreiber des A1-Rings war diese riesige Anlage nach dem Wegfall des Formel 1-Grand-Prix eine Belastung. Das Land Steiermark hat deshalb bei Red-Bull-Besitzer Mateschitz angefragt, ob er sich was einfallen lassen könne. Ob Oktober übernimmt er nun die Leitung der Rennstrecke, und in seinem Plan, dort ein attraktives Programm auf die Beine zu stellen, sind wir von KTM für die Zweiradseite zuständig. Ein unschätzbarer Vorteil für uns ist, dass uns der A1-Ring künftig für Tests zur Verfügung steht. Aber es geht natürlich auch um sportliche Großveranstaltungen. Wir veranstalten ja bereits jetzt mit der Dorna den MotocrossGP in Kärnten und spielen bei der Supermoto-Serie mit. Wir hoffen, dass wir den A1-Ring zu einem Zentrum für all diese Events ausbauen können. Unser größter Traum ist freilich, den Motorrad-Grand-Prix nach Österreich zurückzubringen. Das könnte schon 2005, spätestens aber 2006 der Fall sein!

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