KTM Elektro-Motorrrad; LSL Clubman W 740R; Sym-Elektroroller (Archivversion) Intro

KTM-Elektro-Bike

Überraschung: Der österreichische Motorradhersteller KTM hat den Prototyp eines Elektro-Motorrads vorgestellt.

Das 90 Kilogramm leichte KTM-Bike, dessen Elektromotor zirka sieben kW leistet und ein Drehmoment von 40 Nm hat, soll in Serie gehen. Dabei ist der genaue Zeitpunkt noch offen (siehe Interview). Lithium-Ionen-Batterien, Elektromotor, Elektronik und Regelung stammen als Einheit von der österreichischen Firma arsenal research, mit der KTM bei der Entwicklung zusammenarbeitet. Fahr- und Ladezeit werden mit rund einer Stunde angegeben. "Wir sehen die Chance, den Endurosport einer völlig neuen Zielgruppe zugänglich zu machen", so Harald Plöckinger, Vorstandsmitglied der KTM Power Sports AG; www.ktm.com, www.arsenal.ac.at.


Interview Thomas Kuttruf, Pressesprecher von KTM

"Das kann eine neue Trendsportart begründen"

Wann und zu welchem Preis wird das Zero-Emission-Motorcycle als Serien-fahrzeug erhältlich sein?
Es wurde entschieden, das Forschungsprojekt des Zero-Emission-Motorcycle in ein Serien-Entwicklungsprojekt überzuleiten. Mit einer Markteinführung ist aufgrund des jetzigen Projektstatus keinesfalls innerhalb der nächsten 24 Monate zu rechnen. Eine seriöse Aussage zu den Kosten kann aktuell auch noch nicht getroffen werden. Sie spielen aber eine große Rolle im Rahmen des Zero-Emission-Projekts, da die Marktfähigkeit einer KTM-Sportenduro mit Elektroantrieb ebenso wichtig ist wie die technische Umsetzung.

Wie wird das Bike ausgestattet sein?
Verbindliche Aussagen zu der Antriebsleistung des Zero-Emission-Motorcycles können heute noch nicht gemacht werden. Der aktuelle Prototyp hat gut sieben kW Leistung, die sich bei maximaler Überlast zirka verdreifacht. Die Fahrleistungen des Zero-Emission-Motorcycle liegen auf dem Niveau einer leichten Sportenduro mit Verbrennungsmotor. Die Reichweite hängt von der Sportlichkeit der Fahrweise ab. Derzeit hält der Akku bei ambitionierten Enduro-Piloten rund eine Stunde.

Warum hat sich KTM entschieden, jetzt den Prototyp eines Elektromotorrads vorzustellen? Bedeutet dies das Ende des Ottomotors?
Ganz sicher nicht. Auch im Bereich der Verbrennungsmotoren werden in Zukunft noch Fortschritte in Bezug auf Leistung, Motorcharakterisitk und Emissionsverhalten möglich sein. Zu den Aufgaben einer Entwicklungsabteilung gehört es aber auch, neue Wege zu erkunden und nach Verbesserungen für spezielle Anwendungen zu suchen. Für KTM ist ein Elektromotorrad keine Ablösung einer bestehenden Technologie, sondern eine zusätzliche Möglichkeit, Motorräder weiterzuentwickeln. Im ersten Schritt ist das Zero-Emission-Motorcycle die Chance, den Offroad-Sport besser zugänglich zu machen, ihn selbst in Ballungszentren erlebbar zu machen. Durch die Anpassung an die gegebenen Restriktionen und den außerordentlich hohen Fahrspaß kann ein Zero-Emission-Motorcycle Begründer einer neuen Trendsportart werden.


Unterm Hammer

Neuer Rekord bei einer Auktion in Großbritannien: Die einzige Vincent Black Lightning mit Kompressor ist für 221500 britische Pfund (rund 282000 Euro) in Stafford versteigert worden. Der britische Motorradhändler Reg Dearden ließ die Vincent 1949 umbauen und mit Kompressor ausrüsten, um den damaligen Geschwindigkeitsweltrekord von 173,54 mph (knapp 280 km/h)
zu brechen. Der Versuch fand nie statt; www.bonhams.com.


Gespanne ohne Prüfung

Endlich: Die Gespannbauer können aufatmen. Wer bislang ein nicht demontierbares Beiboot mit einem Motorrad verband, das die Euro-3-Emissionsnorm erfüllte, musste mit dem Dreirad erneut zur Abgasprüfung (MOTORRAD 14/2007). Die Einzelabnahmen waren bis zu 2000 Euro teuer und bedrohten die Existenz der Gespannbauer. Die sich jedoch erfolgreich wehrten. Jetzt ist die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung geändert worden: Für Gespanne gelten die Werte der Zugmaschine. Sie brauchen keine extra Abgasprüfung mehr.


Leser-Aufruf

Kaum steht die Neue vor der Tür, da ist die Alte fertig. Über 50000 Kilometer sammelte MOTORRAD Erfahrungen mit der Yamaha YZF-R1, prügelte die Supersportlerin über Autobahnen, schlich durch den Berufsverkehr und schickte sie vollbepackt auf Urlaub in die Alpen. Für die Abschlussbilanz ist MOTORRAD gespannt darauf, was die Leser mit der R1 erlebten. Erfahrungsberichte (möglichst mit Bild) bitte per E-Mail an skaschel@motorpresse.de oder per Post an Motor Presse Stuttgart, Leuschnerstraße 1, 70174 Stuttgart, Stichwort "Dauertest Yamaha YZF-R1".


Berliner Polizei sattelt um

Die Motorradstaffel in Berlin bekommt 35 Moto Guzzi Norge 850. Das verdankt sie einer EU-weiten Ausschreibung, die Guzzi gewann. Kritik kam vonseiten der Polizeigewerkschaft, die einen Imageverlust befürchtet, und einzelner Politiker, da die Kosten für Wartung und Ersatzteile in der Ausschreibung nicht berücksichtigt worden seien. Zudem produziere BMW, die bislang alle 154 Motorräder der Berliner Polizei lieferten, in Berlin.


Honda Oree

Die Produktdesignstudenten Niko Albertus und Andre Look haben auf der Messe Intermot das Modell der Honda Oree vorgestellt. Ihr Ziel war es, ein Naked Bike mit Elektromotor zu entwerfen, das Emotionen weckt und Fahrdynamik verspricht. Der Hauptteil der Akkus ist im Bugspoiler versteckt. Zusätzlich können modulare Akkus angebracht werden, die die Fahrzeit, jedoch auch das Gewicht erhöhen. Von Honda ließen sich die Studenten Tipps geben.


Kurz notiert

Louis-Filiale abgebrannt
Die erst im Februar 2007 eröffnete Louis-Filiale in Weil am Rhein brannte am 25. Oktober vollständig nieder, als ein Feuer von einer Gaststätte auf die nebenstehenden Gebäude übergriff. Kunden im Einzugsgebiet bietet Louis jetzt die versand-kostenfreie Lieferung der Ware an. Telefon 040/73419360; www.louis.de.

Handy im Notfall geortet
Wer sein Handy kostenlos bei der Björn Steiger Stiftung registrieren lässt, kann bei einem Notruf unter der Nummer 112 per GPS geortet werden. Hintergrund: Anrufer können oft nur ungenaue Angaben machen. Wer will, kann Kontaktdaten zur Familie in einer "LifeSensor"-Notfallakte speichern; www.steiger-stiftung.de, www.lifesensor.com.

Royals unterwegs
Die britischen Prinzen Harry und William sind mit Honda CRF 230 bei der Rallye "Enduro Africa" 1700 Kilometer durch Südafrika getourt. Der Erlös der Rallye, die am 25. Oktober endete, kommt Stiftungen zugute; www.enduroafrica.com.

Kurzzeit-Vignette geplant
Slowenien will ab 2009 eine Kurzzeit-Vignette für die Autobahnbenutzung einführen. Bislang kostete die Jahres-Vignette für Motorräder 27,50 Euro.

Bundesländer vertauscht
Die Blickpunkt-Geschichte über Zulassungsbezirke in MOTORRAD 23/2008 zeigt eine Deutschlandkarte, in der uns leider ein Fehler unterlief. Die Länder Thüringen und Sachsen-Anhalt sowie die dazugehörigen Werte sind vertauscht. Wir bitten das zu entschuldigen.


Clubman Speed Twin

Die Krefelder Firma LSL-Motorradtechnik hat die Clubman W 740R vorgestellt.

Auf Basis der Kawasaki W 650 hat LSL-Motorradtechnik die Clubman W 740R geschaffen, deren Motor LSL von 676 auf 733 cm³ aufbohrte. Zu den Veränderungen am Fahrwerk gehören LSL-Gabel mit Öhlins-Komponenten und Junginger-Alu-Schwinge mit
Öhlins-Federbeinen. Die Bremsanlage stammt von Nissin, Galfer und Brembo. Rund 23000 Euro kostet der Umbau auf Basis eines makellosen Gebraucht-Bikes; www.clubman.de.


Erst mal dicht

Konzernmutter Piaggio schließt das Guzzi-Werk in Mandello am Comer See – zunächst für zwei Monate. Die 190 Arbeiter werden im Dezember und Januar auf Kurzarbeit Null gesetzt, 30 Angestellte sollen an den Konzernsitz in der Toskana umziehen. Nötig ist die Schließung laut Piaggio, weil das Werk in den nächsten Jahren renoviert wird. Die Gewerkschaften sprechen dagegen von "verschleierten Entlassungen" und fürchten, dass Mandello künftig nur noch der Montage dient, zumal die Entwicklung der Guzzi-Modelle bereits zu Aprilia verlegt wurde.


Roller und 125er verkaufen sich

Von Januar bis September 2008 sind in Deutschland 94271 Motorräder neu zugelassen worden – ein Minus von 7,4 Prozent im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2007. Marktführer ist BMW vor Honda, Suzuki und Yamaha. Die Top drei: BMW R 1200 GS (5936 Stück), Honda CBF 600 S (3616) und Suzuki Bandit 1250 (2901). Außer Motorrädern sind 11193 Kraftroller (plus 47,4 Prozent), 15056 Leichtkrafträder (plus 23,8 Prozent) und 26 445 Leichtkraftroller (plus 8,7 Prozent) verkauft worden. Das macht insgesamt 146965 Fahrzeuge (plus 0,7 Prozent). Bestseller bei den Rollern: Vespa GTS 250 (1322 Stück). Die Yamaha YZF-R 125 (2388 Stück) hat die Honda CBR 125 R (2083) vom Thron der Leichtkrafträder gestoßen. Bei den Leichtkraftrollern vorn: Honda SH 125 (1204).


Allgäuer Spezialitäten

Einmal mehr sind es dieses Jahr die Driftexperten, die dem deutschen Motorradsport seine größten Erfolge bescheren. Nach Langbahn-Ass Gerd Riss aus Bad Wurzach beendete jetzt auch Supermoto-Crack Bernd Hiemer seine Saison mit dem Gewinn des Weltmeistertitels. Für Hiemer, keine 20 Kilometer entfernt von Riss in Leutkirch zu Hause, ist es bereits der zweite WM-Gesamtsieg nach 2006. Nach dem Wechsel von der 650er- auf die 450er-Werks-KTM hatte der 25-Jährige 2007 WM-Rang vier erreicht.


Lesestoff für Fans

"Das große Horex-Buch" von Jürgen Nöll ist ein neues Standard-Werk zur Geschichte der Marke, die von 1923 bis 1956 Motorräder baute. Alle Modelle mit technischen Daten, die Firmengeschichte, das Renngeschehen, die Rennmaschinen, Eigenbauten und die Sammlung Jutzi werden auf 336 Seiten ausführlichst und mit 585 Abbildungen ansprechend bunt abgehandelt. ISBN 978-3-613-029590. Für 39,90 Euro plus Versand über www.motorradonline.de/shop zu beziehen. Dagegen konzentriert sich Andy Schwietzer in dem Buch "Zündapp" auf die Meilensteine der Marke wie die KS 601 GS oder die KS 50 Supersport. Das Buch ist weder Typengeschichte noch Nachschlagewerk, birgt aber Überraschungen wie "Das blaue Wunder Zündapp B 250". Für Fans empfehlenswert. ISBN 978-3-613-02946-0. Das 160 Seiten starke Werk kostet 29,90 Euro und ist über www.motorradonline/shop zu haben.


Alternative Antriebe

Die koreanische Firma S&T, die Hyosung übernommen hat, präsentierte auf der Intermot den Protoyp des Rollers F.C.One.R mit Direktmethanol-Brennstoffstelle und Lithium-Polymer-Akkus. Maximale Power: 1,4 kW. Auch Sym zeigte Scooter
mit Elektromotoren, die bis zu einem kW leisten. Der E-Mio erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 63 km/h bei einer Reichweite von 25 Kilometern; www.hisntmotors.com, www.sym-motor.de.


Sport kompakt

Superbike-Promoter umbenannt
FGSport, die Firma der italienischen Brüder Maurizio und Paolo Flammini, der bislang die Vermarktungsrechte an der Superbike-WM gehörten, hat einen neuen Namen: Infront Motor Sports. Die in Zug in der Schweiz beheimatete, weltweit aktive Agentur Infront Sports & Media hatte im Mai 2007 die Anteilsmehrheit an FGSport erworben, um sich ein Standbein im internationalen Motorsport zu schaffen. Im Zuge unternehmensweiter Konsolidierungsmaßnahmen erfolgte jetzt die Umfirmierung, um die Marke Infront zu stärken. "Wir haben durch Zukäufe 2006 und 2007 unser Sportrechte-Portfolio stark erweitert", sagte Infront-Präsident Philippe Blatter (oben rechts, mit Maurizio Flammini), "jetzt wollen wir Synergieffekte erzielen." Die Geschäftsführung von Infront Motor Sport bleibt bei den Flamminis.

Drei Titel für Australien
Troy Bayliss hat sich den Weltmeistertitel bei den Superbikes geholt, sein Landsmann Andrew Pitt triumphierte mit großer Überlegenheit in der Supersport-Klasse – und auch den Titel im von der internationalen Motorradsport-Föderation FIM ausgeschriebenen Superstock-1000-Cup holte sich ein Australier: Brendan Roberts (unten, 155). Dabei schien die Sache für den 23-Jährigen aus Adelaide schon gelaufen: Vor dem Finalrennen in Portimão/P führte Suzuki-Pilot Xavier Simeon die Tabelle an. Doch der Belgier stürzte in der achten Runde, was in Kombination mit Roberts‘ Rennsieg die Meisterschaft für den Ducati-Fahrer brachte.

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote