»künzel <br /><br /> darf zittern&#147; (Archivversion)

»künzel <br /><br /> darf zittern&#147;

Auch wenn der Endlauf schon ein paar Monate her ist, erst einmal Gratulation zum Supermoto-EM-Titel 2003. Was hat sich seitdem für Sie verändert?
Vor allem, dass Husqvarna-
Importeur Zupin für mich lupenreines Werksmaterial von Husqvarna erhält.
Worin liegen die Unterschiede?
Das Motorrad ist wesentlich handlicher, aber auch viel aggressiver. Es verlangt vollen Körpereinsatz.
Und was bringt’s pro Runde?
Schwer zu sagen, aber eine Sekunde dürfte realistisch sein.
Das ist im Rennsport eine kleine Welt. Muss Ihr schärfster Konkurrent, der Deutsche Meister Jürgen Künzel, nun zittern?
Ich will’s doch hoffen.
An Jürgen Künzels professioneller Einstellung scheinen Sie sich ein Beispiel genommen zu haben.
Ja, seit November bin ich drei Tage in der Woche bei meinem Fitnesstrainer in Feldkirch in Österreich. Das hat einiges gebracht.
Dann gibt’s ja noch Hiemer Nummer zwei, Ihren Bruder Daniel. Der fährt 2004 seine erste DM-Saison. Gerät die innerfamiliäre Rangordnung in Gefahr?
Noch nicht, aber Daniel ist mit 17 Jahren schon weiter. Mir fehlten in diesem Alter sechs Sekunden auf die Besten, bei Daniel sind’s nur zwei.
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Pierfrancesco Chili avanciert in Misano zum Superbike-WM-Favoriten (Archivversion)

Am 8. Mai 1982 – beim Training zum belgischen Formel-1-Grand-Prix in Zolder – verunglückt Gilles Villeneuve, der Held aller italienischen Motorsport-Fans, tödlich. Im italienischen Maggione beendet am gleichen Tag ein 17-jähriger Debütant mit einer Malanca 125 das erste Training eines Junior-Rennens als 84. Nach dem Qualifying steht er auf Rang acht, und im Rennen fährt der junge Pierfrancesco Chili auf Platz fünf.
18. April 2004 – Gilles Villeneuve ist unvergessen, sein Sohn Jacques war inzwischen Formel-1-Weltmeister und ist kürzlich vom aktiven Rennsport zurückgetreten. Frankie Chili, längst zum Idol für die Motorrad-Rennsportfans rund um den Globus geworden, fährt noch immer. Und in seiner 24. Saison vielleicht besser denn je.
Beim dritten Lauf zur Superbike-WM übernahm der bald 40-Jährige unter schwierigen nassen Streckenverhältnissen mit dem dritten Platz im ersten und einem unglaublichen Sieg im zweiten Rennen
auf seiner Heimstrecke Santamonica – die Familie seiner Frau betreibt im benachbarten Misano Adriatico einen Badestrandabschnitt – die Tabellenführung und sieht sich plötzlich in einer ganz neuen Rolle, der
eines Titelfavoriten. »Ich habe in 23 Rennjahren keinen einzigen Meistertitel gewonnen«, spielt Frankie den peinlich Berührten, »so gesehen ist es schon erstaunlich, dass ich überhaupt so viele Fans habe.«
Weniger Anhänger hat er derzeit wohl
in den oberen Etagen des Ducati-Werks. Der gebürtige Bologneser entriss dem in Misano blassen Ducati-Werksfahrer James
Toseland die WM-Führung, düpierte im zweiten Rennen auch den frischen Sieger aus dem ersten Lauf, Régis Laconi, der wie Toseland auf einer feinsten Werks-Ducati 999 F04 startet, ebenso Noriyuki Haga und Steve Martin auf bevorzugten Kunden-
Ducati 999.
Dabei trat Chili mit einem Motorrad an, dass es eigentlich gar nicht gibt. Denn nachdem er mit der neuen 999 einfach nicht klargekommen war, unternahm sein PSG-1-Team um Ex-125er-Grand-Prix-Fahrer Domenico Brigaglia die wildesten Versuche, die im Misano-Sieger-Motorrad gipfelten: Aus einer 998-R-Straßenmaschine und einem aktuellen 2004er-999-Superbike-Rennmotor, also mit 104 Millimeter Bohrung, bauten sie eine Waffe, die auf den ersten Blick wie die Replika einer 2002er-Werks-Maschine aussieht, mit dem bärenstarken neuen Motor aber auf der Geraden die 999 von Haga und Martin schlicht alt aussehen ließ. Und selbst die zehn Sekunden Rückstand auf Laconis Edelbike wurde von dem gelben Hybriden, zugegebenermaßen unterstützt von der auf der sehr langsam abtrocknenden Piste richtigen Reifenwahl, in den letzten sieben Runden förmlich pulverisiert. In der Finalrunde presste sich Chili vorbei, holte den Sieg sowie 20 Punkte Vorsprung in der WM-Tabelle.
Nur die Ducati-Öffentlichkeitsarbeiter wurden von der großen Frankie-Sympathiewelle nicht so richtig mitgerissen. »Wir sind nicht über das Projekt des PSG-1-Teams informiert und wissen auch nicht, welches Material sie verwenden«, so die dürre offizielle Erklärung.
Aber der Zündstoff ist offensichtlich. Die Ducatisti lieben nicht nur den alten Frankie, sondern viele teilen auch seine Abneigung gegen die Ducati 999. mtr

www.worldsbk.com

Superbike-WM in Misano/I (Archivversion)

Superbike-WM
1. Lauf: 1. Régis Laconi (F) Ducati 999, 2. Troy Corser (AUS) Foggy, 3. Pierfrancesco Chili (I) Ducati 998, 4. Noriyuki Haga (J) Ducati 999, 5. Chris Vermeulen (AUS) Honda, 6. Chris Walker (GB) Foggy, 7. Steve Martin (AUS) Ducati 999, 8. Gianluca Nannelli (I) Ducati 998, 9. Piergiorgio Bontempi (I) Suzuki, 10. James Toseland (GB) Ducati 999, 11. Leon Haslam (GB) Ducati 999, 12. Ivan Clementi (I) Kawasaki, 13. Alessio Velini (I) Yamaha, 14. Ivan Sala (I) Suzuki;
2. Lauf: 1. Chili, 2. Laconi, 3. Martin, 4. Haga, 5. Haslam, 6. Toseland, 7. Corser, 8. Lucio Pedercini (I) Ducati 998, 9. Luca Pini (I) Suzuki, 10. Marco Borciani (I) Ducati 999, 11. Mauro Sanchini (I) Kawasaki, 12. Vermeulen, 13. Walker, 14. Gianni Liverani (I) Ducati 998;
WM-Stand: 1. Chili 97 Punkte, 2. Toseland 77, 3. Laconi 70, 4. Vermeulen 70, 5. Haga 69, 6. Garry Mc Coy (AUS) Ducati 999 55, 7. Martin 54, 8. Walker 52;
Supersport-WM: 1. Karl Muggeridge (AUS) Honda, 2. Kevin Curtain (AUS) Yamaha, 3. Jürgen van den Goorbergh (NL) Yamaha, 4. Katsuaki Fujiwara (J) Suzuki, 5. Alessio Corradi (I) Yamaha, 6. Lorenzo Lanzi (I) Ducati, 7. Stéphane Chambon (F) Suzuki, 8. Giovanni Bussei (I) Ducati, 9. Vittorio Iannuzzo (I) Suzuki, 10. Walter Tortoroglio (I) Suzuki;
WM-Stand: 1. Van den Goorbergh 57, 2. Curtain 47, 3. Muggeridge 37, 4. Fujiwara 34, 5. Fabien Fôret (F) Yamaha 30, 6. Lanzi 30.

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