Kujau, Konrad: Porträt (Archivversion) Ein Fälscherleben

Die Tagebuchaffäre hat ihn berühmt gemacht. Konrad Kujau, geboren am 27. Juni 1938 in Bautzen, 1955 in die Bundesrepublik übersiedelt, hat vor fast genau 15 Jahren, am 25. April 1983, ganz Deutschland gefoppt. Der Koch, Sammler und fanatische Bilderfälscher jubelte der Illustrierten »Stern« die »Hitler-Tagebücher« unter. Nachdem Experten die Echtheit der Aufzeichnungen bescheinigt hatten - »Die freuten sich, daß sie in den Kladden bestätigt fanden, was sie geschrieben hatten. Kein Wunder, hatte ich doch bei ihnen abgeschrieben« - flog der Betrug am 5. Mai 1983 doch noch auf: Die Tagebücher waren gefälscht. Konrad Kujau wurde zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, mußte davon drei Jahre in Hamburg absitzen. Jetzt ist Kujau Galerie- und Restaurantbesitzer in Stuttgart, fälscht weiterhin Bilder, bemalt Autos und fährt Motorrad. »Seit frühester Jugend«, sagt er. Kujaus Motto: »Es macht mir Spaß, die Leute zu erheitern, indem ich pseudogebildete Pompanze an der Nase herumführe.« Kujau – so ‘ne Art Eulenspiegel unserer Zeit.

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