Langbahn-Grand-Prix in New Plymouth/NZ (Archivversion) Last-Minute-Champion

Auf die deutschen Bahnrennfahrer ist Verlass. Auch dieses Jahr bescheren sie dem Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) zum vierten Mal in Folge den einzigen Motorrad-Weltmeistertitel der Saison.
Nachdem Gerd Riss 2001 gewonnen und dann zwei Jahre lang Robert Barth den Vortritt gelassen hatte, war jetzt wieder Riss an der Reihe – und wie in den drei Jahren zuvor half das Glück ein wenig nach. Der 39-jährige Zimmermann aus Bad Wurzach war mit einem Rückstand von zehn Punkten auf den Briten Kelvin Tatum zum fünften und letzten Langbahn-WM-Rennen nach New Plymouth in Neuseeland gereist. Damit hatte er eigentlich keine Chance mehr: Bei einem Sieg Down under hätte Tatum bestenfalls Fünfter werden dürfen, damit dem Schwaben in der Endabrechnung ein Punkt Vorsprung bleiben würde.
Bei 30 Grad Celsius im neuseeländischen Frühling hätte das Finale der Langbahn-Weltmeisterschaft nicht spannender sein können. Während der schon vierfache WM-Titelträger Gerd Riss seine vier Vorläufe überlegen gewann, hatte Tatum bereits in seinem ersten Lauf Probleme: Er fiel mit einem gerissenen
Zahnriemen aus. Der Engländer erreichte jedoch mit 14 Punkten
aus drei weiteren Heats noch das A-Finale, in dem die Tages-
platzierungen entschieden wurden.
Riss gewann den Start des titelentscheidenden Endlaufs, Tatum attackierte sofort, und die Positionen wechselten binnen drei
Runden viermal. Vor der letzten Runde wurde Tatum langsamer und fiel schließlich wegen eines Vergaserschadens an seinem Marcel-Gerhard-GM aus. Damit holte der Brite buchstäblich in der letzten Runde der Saison zwei WM-Punkte zu wenig, und Riss war zum fünften Mal Weltmeister. Der Lenker eines von Edeltuner Hans Zierk vorbereiteten Werks-Jawas zog so in der Statistik mit dem in 2000 an Krebs verstorbenen Simon Wigg gleich. ts

www.gerdriss.de

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