Lebensversicherung: Biker als Risikogruppe (Archivversion)

Versicherungen

Versicherer bittet Biker extra zur Kasse

Motorradfahrer leben gefährlich. Darum zahlen Biker beim Abschluß einer Risiko-Lebensversicherung bei der Europa mehr Monatsprämie. Ebenso wie Raucher und Übergewichtige, so steht es auf der ersten Seite der Werbeschrift. Als Motorradfahrer gilt für die Assekuranz jeder, »der ein zulassungspflichtiges Zweirad auf sich zugelassen hat oder ein solches als Fahrer oder Beifahrer nutzt«. Eine Benachteiligung der Biker sieht Europa-Vertriebschef Dr. Rudolf Hitzig hier nicht: Statistisch gingen Kradfahrer wie auch Raucher nun einmal ein höheres Gesundheitsrisiko ein als der Durchschnitt der Bevölkerung. Und angesichts der günstigen Tarife des Direktversicherers müsse eben jede zusätzliche Gefahr in der Kalkulation berücksichtigt werden. Eine Argumentation, der andere Versicherer nicht folgen. Für sie sind Biker Verkehrsteilnehmer wie alle anderen auch.
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Lebensversicherung: Biker als Risikogruppe (Archivversion)

Die Statistik hat immer recht. Oder gibt es andere Gründe für höhere Prämien?
Mit Statistiken läßt sich alles beweisen. Etwa, daß rothaarige, Käsekuchen verspeisende Allgäuerinnen besser Skifahren als blonde, Labskaus vertilgende Holsteinerinnen. Zahlen belegen zwar auch, daß Biker gefährlicher leben als Nur-Autofahrer. Aber reicht das schon aus, um alle Kradler über einen Kamm zu scheren, wie es die Europa ungeniert praktiziert? Mir drängt sich eher der Verdacht auf, daß die Assekuranz den »Normalbürgern« mit ihrem Prämienaufschlag signalisieren möchte: »Kommt zu uns, hier ist es billiger, weil ihr nicht das Risiko für diese wilden Typen auf ihren schnellen Maschinen mittragen müßt.« Daß es sich dabei tatsächlich um eine Marketingstrategie handeln könnte, zeigt sich daran, daß andere Risikogruppen diskret in der allgemeinen Gesundheitsüberprüfung verarztet werden.

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