Leder (Archivversion)

Leder

Wenigstens ein mal pro Jahr sollten sich Motorradfahrer intensiv um ihre Lederbekleidung kümmern. Am besten legt man den Termin auf das Saisonende, damit Kombi, Jacke oder Hose sauber gereinigt und gepflegt an einem kühlen, lichtgeschützten Platz überwintern können. Für längere Aufbewahrung eignen sich Baumwolltaschen, die die Kombis vor Staub und Lichteinfall schützen und gleichzeitig für ausreichend Belüftung sorgen.Besonders gewissenhafte Biker pflegen ihre zweite Haut nicht nur im Herbst, sondern zusätzlich nach jeder Regenfahrt und nach hoher UV-Belastung, die beispielsweise bei Pässetouren im Hochgebirge auftritt. Und dass sich an lauen Sommerabenden eingesammelte Fliegenkörper gleich nach der Tour leichter entfernt lassen als Tage oder Wochen später, versteht sich von selbst. Oberflächenschmutz sollte generell mit Schwamm und Neutralseifenlösung oder spezieller, im Fachhandel erhältlicher Lederseife entfernt werden. Niemals aggressive Reiniger oder gar Waschbenzin verwenden, da diese sowohl die Färbung als auch das Leder selbst angreifen. Bei im Motorradbereich selten verwendeten Rauledern wie Velours- oder Nubukleder lassen sich leichte Verschmutzungen außerdem mit so genannten Raulederbürsten entfernen. Diese Rauleder dürfen nach dem Trocknen auf keinen Fall mit Fetten behandelt werden, sondern auschließlich mit geeignetem Imprägnierungsspray.Die wesentlich häufigeren Glattleder erhalten nach der Grundreinigung eine dünne Schicht Lederfett, die mit einem weichen Tuch einpoliert wird. Kombis, die sich bei Regenfahrten mit Wasser vollgesaugt haben, sollten bei Zimmertemperatur trocknen und keinesfalls in der prallen Sonne oder über der Heizung - sonst verhärtet das Leder und wird spröde. Wer seiner Lederkombi etwas Besonderes gönnen möchte oder einfach keine Lust hat, selbst zu Schwamm und Lederfett zu greifen, sollte sie in einem der Fachbetriebe (siehe »die Profis: Lederreinigug« in MOTORRAD 5 /2000) einer Komplettreinigung unterziehen.
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Reinigung von Leder, Textil und Helmen (Archivversion) - Textil

Wesentlich unkomplizierter als bei Leder gestaltet sich die Reinigung von Motorradbekleidung aus Textilmaterialien. Die Pflegeanleitung oder das Wäschezeichen im Kleidungsstück geben in der Regel Auskunft. Im Zweifelsfall hilft ein Anruf beim jeweiligen Hersteller, der meist die besten Tipps parat hat.Zur Reinigung von leichten Verschmutzungen auf der Oberfläche eignen sich wie bei Leder Schwämmchen und Neutralseife – allerdings stört bei Textil der Einsatz von reichlich Wasser keineswegs.Während bei oberflächlichen Säuberungsaktionen von Hand die Protektoren drin bleiben können, müssen sie vor einer Reinigung in der Waschmaschine unbedingt herausgenommen werden, da sie sonst kaputt gehen.Die heutzutage in den meisten Jacken und Hosen verwendeten wind- und wasserdichten Funktionsmembranen überleben häufiges Waschen – auch in der Maschine – hingegen unbeschadet. Allerdings darf kein Weichspüler verwendet werden, der die Membran zerstört. Etwas Fein- oder Wollwaschmittel genügt völlig. Prinzipiell gilt: Lieber etwas öfter Waschen und nur ganz wenig oder gar keinen Reiniger verwenden. Wichtig ist außerdem, mit hohem Wasserstand zu waschen beziehungsweise viel und gründlich zu spülen, denn Waschmittelrückstände beeinträchtigen die Funktion der empfindlichen Membrane. Stärkere Verschmutzungen vor der Wäsche mit Margarine einreiben. Wer außerdem von Anfang an nach dem Waschen bügelt (Einstellung am Bügeleisen zwei Punkte, kein Dampf), reaktiviert die Grundimprägnierung. Gelegentliches Auffrischen der Imprägnierung mit handelsüblichen Sprays hilft zwar vorübergehend, doch von Fachbetrieben aufgebrachte Imprägnierungen für Textilbekleidung halten wesentlich länger. Wer seine Motorradbekleidung in eine Wäscherei oder in die Reinigung gibt, sollte unbedingt auf vorhandene Membrane hinweisen, damit beispielsweise zum Anbringen der Kontrollnummern keine Sicherheitsnadeln verwendet werden.

Reinigung von Leder, Textil und Helmen (Archivversion) - Helme

Beginnen wir mit der Visierpflege: Scharfe Reiniger oder gar Polituren taugen hier ebenso wenig wie Scheuertücher oder harte Schwämme. Wer sie dennoch einsetzt, muss mit bleibenden Schäden in Form von Kratzspuren rechnen. Und schon kleinste Schlieren behindern bei Regen- oder Nachtfahrten die Sichtverhältnisse extrem. Entweder man weicht mit durchnässtem Küchenpapier den Schmutz und Insektenreste ein, spült mit Wasser nach und trocknet das Visier mit einem weichen Tuch ab, oder man benutzt einen speziellen Visierreiniger zum Einsprühen beziehungsweise in Tuchform für unterwegs. Ganz hartnäckige Fliegenopfer lassen sich mit einem Nylonstrumpf entfernen, der Visiere nicht verkratzt. Besondere Vorsicht gilt der extrem empfindlichen Innenseite von beschlaghemmenden Visieren. Sind sie zerkratzt, behindern sie nicht nur die Sicht, sondern verlieren auch ihre Wirkung. Zur Pflege der Visiermechanik eignen sich sparsam aufgebrachtes Silikonöl oder Vaseline.Für die Reinigung der weit weniger empfindlichen Außenschale nimmt man am besten Seifenlauge und Schwamm - darauf achten, dass möglichst wenig Wasser über die Belüftungsöffnungen in die Helmschale eindringt. Helmen mit thermoplastischer Schale verhilft ein Kunststoff-Pflegemittel zu neuem Glanz, bei lackierten Duroplast-Helmen (Fiberglas, Karbon, Kevlar) übernimmt diese Aufgabe ein Lackreiniger.Die Reinigung des Innenfutters wird meist vernachlässigt – zu Unrecht. Denn im Futter setzt sich Straßenstaub, Schweiß und Schmutz ganz besonders fest. Ist das Helmfutter herausnehmbar, wäscht man es mit mildem Feinwaschmittel von Hand. Ansonsten säubert man das Innenleben mit speziellen Helmpolsterreinigern, wie beispielsweise von Dr. Wack, Telefon 0841/6350, die sowohl den Schmutz lösen als auch eine antibakterielle Wirkung besitzen. Schwamm und Seife taugen für die Innenreinigung ebenfalls. Wichtig: Nicht zu viel Wasser verwenden und anschließend gut trocknen, da sich sonst unter der Schale Schimmel bilden kann.

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