Leser fragen - Experten antworten (Archivversion)

Schwanger auf dem
Motorrad
Sollte frau eigentlich während der
Schwangerschaft lieber nicht Motorrad
fahren? Wo liegen die Risiken?
Bettina Spieckermann-Buhl,
Hebammenpraxis Stuttgart-Mitte, www.stuttgarter-geburtshaus.de:
Als Faustregel gilt, dass in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft ein erhöhtes Fehlgeburt-Risiko besteht. In dieser Zeit würde ich in jedem Fall von Fahrten auf dem Motorrad absehen, da die Vibrationen auf der Maschine unter Umständen eine Fehlgeburt auslösen
können. Ebenso würde ich kurz vor dem
Geburtstermin entschieden von ausgiebigen Motorradtouren
abraten. Erfahrungsgemäß lässt hormonell bedingt die Konzentrationsfähigkeit in den letzten Schwangerschaftswochen nach, wie uns immer wieder Frauen berichten. Die Frau ist in dieser wichtigen Endphase der Schwangerschaft besser in der Nähe von dem Ort aufgehoben, wo sie das Kind entbinden lassen möchte. Generell ist eine Schwangerschaft allerdings nicht als Krankheit aufzufassen, dementsprechend sollte sich die Frau in den 40
Wochen der Schwangerschaft nicht alles verwehren und etwa
auf ihre Hobbys verzichten. Motorradfahren stellt für den Körper keine größere Belastung als Auto oder Fahrrad fahren dar, birgt jedoch ein hohes Verletzungsrisiko bei Unfällen. Da die schwangere Frau nicht mehr ausschließlich für ihren eigenen Körper, sondern auch für die Gesundheit des baldigen Nachwuchses verantwortlich ist, sollte sie genau abwägen, wo die Prioritäten liegen.

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