Leser fragen - Experten antworten (Archivversion)

Korrekt gelenkt
Ich besitze seit kurzem eine MZ ETZ 250 und möchte statt der serienmäßigen Lenk-
stange den flachen Lenker der TS 250
montieren. Meine Werkstatt meint, da es sich um einen Werks- und nicht um einen Nachrüstlenker handelt, müsse er nicht
eingetragen werden. Ist das korrekt?
Roger Eggers, Motorradexperte
beim TÜV Nord, www.tuev-nord.de:
Nach dem Tausch eines Motorrad-
lenkers gegen den eines anderen
Typs ist eine Abnahme durch einen Sachverständigen erforderlich, außer
der Fahrzeughersteller lässt wahlweise
verschiedene Originallenker ausdrück-
lich zu. So wie MZ bei der TS-Baureihe,
die entweder mit Hoch- oder Flach-
lenker ausgerüstet werden kann. Die ETZ-Modelle gehören jedoch zu einer
anderen Baureihe und wurden ausschließlich mit höherem
Lenker gebaut. Der Anbau des flacheren und schmaleren Lenkers einer TS 250 an eine ETZ ist grundsätzlich möglich, muss aber vom TÜV-Sachverständigen im Einzelfall abge-
nommen werden. Im Regelfall liegt für einen Sonderlenker
auch ein Teilegutachten vor, in dem der Verwendungsbereich
und alle Bedingungen und Auflagen aufgeführt sind. Vom Sachverständigen wird hierbei die zulässige Verwendung,
die Identifikation, die richtige Montage des Lenkers und die Einhaltung der Auflagen geprüft und in einer Anbaubestätigung dokumentiert. Wenn es für den Lenker kein Teilegutachten
gibt, er aber original an einem anderen Motorradtyp verbaut wurde, kann eine Einzelabnahme durchgeführt werden.
Wenn alles in Ordnung ist, wird vom Sachverständigen ein Gutachten ausgestellt, welches der Motorradbesitzer erhält. Dieses muss dann der Zulassungsstelle zur Ergänzung der Fahrzeugpapiere vorgelegt werden.

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