Leser fragen - Experten antworten (Archivversion)

Gruppenausfahrt
Ab welcher Gruppengröße braucht man bei einer Ausfahrt oder für einen Korso
eigentlich eine Erlaubnis von den Behörden?
Wann muss die Polizei als Begleitung mit ins Boot, und sind Maßnahmen wie
Warnwesten oder -schilder erforderlich?
Bernd Störmer, Leiter des Verkehrsdienstes der Kreispolizeibehörde Wesel, Telefon 0281/1070:
Maßgeblich sind die Paragraphen 27 und 29 der Straßenverkehrsordnung sowie die daran angegliederten Verwaltungsvorschriften. In Paragraph 27 sind alle Umstände, Vorausset-
zungen und Vorgaben für »Verbände«, also Gruppen von Kraftfahrzeugen, angesprochen. In Paragraph 29 wird
die »übermäßige Straßenbenutzung« etwa durch Motorsportveranstaltungen, Korsos oder Aus-
fahrten geregelt. Als Grundsatz gilt: Für bis zu 30 Fahrzeuge ist keine Erlaubnis erforderlich, sofern es sich um eine
normale Ausfahrt mit freier Streckenwahl handelt. Hinsichtlich
Geschwindigkeit und Fahrzeit dürfen demzufolge seitens
des Veranstalters keine Vorgaben bestehen. Sonderprüfungen,
wie etwa bei Rallye-Fahrten üblich, dürfen ebenfalls nicht
vorgesehen sein. Voraussetzung ist natürlich, dass sich die Teilnehmer an die Straßenverkehrsordnung halten. Bei mehr als 30 Fahrzeugen müsste der Ausfahrtveranstalter bei der örtlichen Straßenverkehrsbehörde eine Erlaubnis beantragen. Nach Anhörung der Polizei und des jeweiligen Straßenbaulastträgers wird dann entschieden, ob und welche genauen Auflagen (zum Beispiel Polizeibegleitung, Kennzeichnung, Zeitablauf oder Streckenführung) zu beachten sind. Das Tragen von Warnwesten wird zwar nur in manchen Fällen vorgeschrieben, ist aber grundsätzlich im Interesse der eigenen Sicherheit.

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