Leser fragen - Experten antworten (Archivversion)

Vogelunfall
Ich bin beim Motorradfahren mit einem Raben zusammengeprallt und verletzt worden. Nun habe ich richtige Probleme mit der Berufsgenossenschaft. Die sagen nämlich, so was kann nicht passieren, und wenn, richte ein Rabe höchstens einen Schaden wie ein Softball an.
Ralph Andreß, Rechtsanwalt aus
Heilbronn, www.kanzleihga.de:
Sowohl bei der Berufsgenossenschaft als auch beim Sozialgericht gilt der Amtsermittlungsgrundsatz, das heißt, das Amt muss von sich aus den Sachverhalt vollständig klären. Die Berufsgenossenschaft muss – etwa mit Hilfe eines Sachverständigen –
ermitteln, ob die Verletzungen von einem
Vogel stammen könnten. Der lapidare Vergleich mit einem Softball genügt dementsprechend selbstverständlich nicht. Wenn die Berufsgenossenschaft Leistungen ablehnt, kann gegen den ablehnenden Bescheid Widerspruch eingelegt werden. Doch aufpassen, dass Fristen nicht versäumt werden! Ist der Bescheid nämlich mit einer Rechtsmittelbelehrung versehen, muss der Widerspruch innerhalb eines Monats eingelegt werden, fehlt diese Rechtsmittelbelehrung, innerhalb eines Jahres ab Zugang. Gegen einen Widerspruchsbescheid kann innerhalb eines Monats Klage beim Sozialgericht erhoben werden. Ein Kostenrisiko besteht nicht, das Verfahren bei der Berufsgenossenschaft und beim Sozialgericht ist für den Bürger kostenfrei.

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