Leser fragen - Experten antworten (Archivversion)

Nierengurt
Ich sehe immer weniger Motorradfahrer, die einen Nierengurt tragen. Das war doch mal ganz anders. Woran liegt es, braucht man heutzutage keinen Gurt mehr?
Matthias Haasper, Institut
für Zweiradsicherheit e.V. (ifz), www.ifz.de:
Wer keine komplett durchgehende Lederschutzkombi trägt, sollte auf einen Nierengurt nicht verzichten. Er hält den zug- und kälteempfindlichen Nierenbereich warm. Außerdem wirkt er stabilisierend bei einem Sturz. Es geht darum, den Bauchraum und die Nierengegend bewusst zu komprimieren. Auf
diese Weise werden die inneren Organe bei einem Sturz geschützt und stumpfe Bauchverletzungen verringert.
Die Komprimierung mindert die Weiterleitung einer äußeren Krafteinwirkung auf den Bauchraum. Diese Funktionen sind durch moderne, entsprechend geschnittene Motorrad-Funktionsbekleidungen jedoch weitgehend abgedeckt. Und da mittlerweile die meisten Fahrer auf solch eine sinnvolle Ausstattung nicht verzichten, ist der Nierengurt nicht mehr ganz so populär wie vor Jahren, als viele Motorradfahrer lediglich mit normaler Straßenkleidung unterwegs waren. Welchen Nierengurt man benötigt, hängt vom Einsatzzweck ab. Generell sollte er atmungsaktiv sein, um unnötiges Schwitzen zu vermeiden. Dazu macht eine gewisse Dehnbarkeit Sinn. Hier sind besonders Nierengurte mit breitem Klettverschluss zu empfehlen. Unter einer Lederkombi ist ein fester Stretch-Gurt angebracht, während bei einer Textil-Kombi durchaus ein dickerer Ledergurt getragen werden kann. Sinnig erscheinen Kombinationen aus Nierengurt und Rückenprotektor.

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