Leser fragen - Experten antworten (Archivversion)

Lastwechselreaktionen
Mir ist aufgefallen, dass bei Motorrädern mit Einspritzung des öfteren Konstant-
fahrruckeln und stärkere Lastwechsel-
reaktionen vorkommen. Damit haben Vergasermodelle meines Erachtens nach weniger Probleme. Oder täusche ich mich?
Gert Thöle, Testchef
bei MOTORRAD,
www.motorradonline.de:
Grundsätzlich ist die Beobachtung richtig, dass viele Vergasermotorräder weicher ans Gas gehen und weniger Probleme mit Konstantfahr- oder Schieberuckeln haben als die moderneren Einspritzmodelle. Dabei wird mit viel Aufwand versucht, dieses Problem der Einspritzer in den Griff zu bekommen, etwa durch Doppeldrosselklappen
oder elektronisch gesteuerte Stellmotoren an den Drosselklappen. Allerdings darf man bei dem Thema nicht außer Acht lassen, dass moderne Motorräder immer schärferen Emissionsvorschriften genügen müssen. Die seit diesem Jahr aktuelle Euro-3-Norm ist mit Vergasern praktisch nicht zu schaffen. Stattdessen müssen die Hersteller mit aufwendigen Regelsystemen versuchen, die Grenzen einzuhalten. Dazu gehören
zum Beispiel die Schubabschaltung oder eine extrem magere
Abstimmung im Übergangsbereich. Starkes Anfetten, um beim Lastwechsel gleich im ersten Moment direkt einsetzenden Schub zu bekommen, ist heute nicht mehr drin. Da hatten es die Vergasermaschinen früher viel leichter, bei ihnen konnten die Beschleunigerpumpen bei jedem Gasstoß einen Fingerhut voll Sprit in die Ansaugwege spritzen.

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