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Textilgewebe
In den Katalogen finde ich
bei Motorrad-Textilbekleidung
häufig die Bezeichnung 300-, 500- oder 1000-D-Gewebe.
Wofür stehen die Zahlen, wofür das »D«?
Astrid Benten, Textilexpertin bei Polo Motorrad in Düsseldorf, www.polo-motorrad-de:
Hierbei handelt es sich in der Regel um abriebfeste Gewebe aus Polyamid, vergleich-
bar mit dem im Motorrad- und Outdoor-Bereich sehr populären Cordura. Viele Hersteller verzichten jedoch auf spezielle Bezeichnungen oder Markennamen und geben lediglich die Denier-Zahl für das Gewebe an.
Denier ist eine alte französische Feinheitsbestimmung für Endlosgarne, also künstlich hergestellte Fasern, die in Asien oftmals lediglich mit »D« statt richtigerweise mit »den« abgekürzt wird.
Denier gibt das Gewicht des Garns in Gramm pro 9000 Meter Lauflänge an. Umso geringer die angegebene Grammzahl vor dem D, desto feiner
ist das Garn und leichter der fertig gewebte Stoff. Im Fall von beispielsweise 500-D-Cordura würde dies also heißen, dass 9000 Meter Faden
genau 500 Gramm wiegen. Dem ersten Anschein nach könnte man meinen, dass ein dickeres, schwereres Garn auch ein abriebfesteres Gewebe
erzeugt. Diese Annahme ist jedoch in der Praxis nicht immer haltbar, weil
feinere Fasern ermöglichen, den Stoff wesentlich dichter zu weben – und eine dichter geschlossene Oberfläche kann unter Umständen gegenüber eines schwereren, aber weniger engmaschigen Gewebes sogar abriebfester sein. Als Faustregel gilt: An besonders sturzgefährdeten Bereichen wie Ellenbogen oder Knien setzen die Hersteller für Motorradkleidung
oftmals 1000-D-Gewebe als Verstärkung ein, ansonsten wegen des besseren Tragekomforts bevorzugt 300er oder 500er.

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