Leser fragen - Experten antworten (Archivversion)

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Wenn der Motor zweimal klingelt, der Schuh drückt, ein Reifen
nicht die Kurve kriegt oder der Kofferträger nicht das hält, was er verspricht – was dann? MOTORRAD hilft Ihnen weiter.

Druckverlust

Ich habe mir übers Internet einen Satz neue Continental Road Attack-Reifen gekauft und von einer Fachwerkstatt montieren lassen. Nach einigen Wochen musste ich bei der Luftdruckkontrolle feststellen, dass der Vorderreifen nur 1,5 statt 2,5 bar hatte. Nach vier Wochen der nächste Check: Und wieder hatte der Vorderreifen nur noch 1,8 bar. Die Montagewerkstatt prüfte im Wasserbad Ventil und Felge, zog noch mal ab und wieder auf, konnte nichts feststellen. Der Händler tauschte daraufhin den Reifen aus, ließ mich aber auf den Kosten für Prüfung und Montage sitzen. Zu allem Überfluss ergab die letzte Luftdruckprüfung beim neuen Vorderreifen wieder nur 1,8 bar. Wie kann man feststellen, ob möglicherweise eine Pro­duk­tionscharge mangelbehaftet ist?
Marcus Klass, Manager Sport & Race, Continental AG, www.conti-moto.com
Wenn ein Reifen Luft verliert, kann das verschiedene Ursachen haben, die so ein­-fach und auf die Schnelle nicht nachzuvollziehen sind. Wenn zwei unterschiedliche Reifen das gleiche Phänomen aufweisen, liegt der Verdacht nahe, dass die Ursache woanders zu finden ist. Möglich wäre, dass die Felge bei der Reifenmontage beschädigt wurde und die Luft durch einen Haarriss entweicht. Oder das Ventil ist defekt, hat einen zu schwachen Einsatz oder ist nicht exakt eingesetzt. Solche leichten Luftverluste an Felge oder Ventil sind selbst im Wasserbad nicht sofort sichtbar.
Continental-Motorradreifen werden unter Berücksichtigung höchster Qualitätsstandards und unter ISO-Richtlinien her-gestellt. Wenn es hier ein Problem mit einer Produktions-Charge geben würde, könnte das der Qualitätssicherung nicht verborgen bleiben. Und selbst wenn dieser unwahrscheinliche Fall auftreten würde, hätten wir aufgrund unserer Vertriebsstruktur schnell ein Feedback aus dem Markt und könnten reagieren. Falls ein Continental-Kunde mit solchen Problemen konfrontiert wird, ist eine Reklamation über einen Continental-Händler kein Problem und wird in der Regel auch sehr kulant abgewickelt.
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Hauptuntersuchung (Archivversion)

Mir ist aufgefallen, dass meine neue BMW R 1200 R laut Fahrzeugschein in zwei Jahren zur Hauptunter­suchung muss. Nach der Plakette auf dem Kennzeichen beträgt die Frist allerdings drei Jahre. Nun weiß ich, dass bei neuen Autos zunächst die Dreijahresfrist gilt. Ist diese Regelung auch bei Motorrädern gültig? Und wie schaut das aus, wenn ich kontrolliert werde: Auf was kann ich mich dann berufen?
Roger Eggers, Produktmanager TÜV NORD Mobilität, www.tuev-nord.de
Ein Motorrad muss alle zwei Jahre einer Hauptuntersuchung unterzogen werden, Rechtsgrundlage ist die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung. Im Gegensatz dazu müssen neue Pkw erst drei Jahre nach der Erstzulassung erstmalig zur Hauptunter­suchung. Danach beträgt der Zeitabstand aber ebenfalls zwei Jahre. Maßgeblich für den Termin der nächsten Hauptunter­suchung ist der Vermerk im Fahrzeugschein. Bei neuen Fahrzeugen ist dies die Eintragung der Zulassungsstelle auf der Vorderseite, ab der ersten Hauptuntersuchung wird vom TÜV-Sachverständigen auf der Rück­seite ein Stempelabdruck aufgebracht. Die Plakette auf dem hinteren Kennzeichen muss mit dem Vermerk im Fahrzeugschein übereinstimmen. Wenn bei einem Motorrad die Plakette zur erstmaligen Hauptunter­suchung eine Dreijahresfrist anzeigt, ist bei der Zulassung ein Fehler passiert.
Wenn die Hauptuntersuchungsfrist von zwei Jahren überzogen wird, wäre dies eine Ordnungswidrigkeit und würde bei einer Polizeikontrolle geahn­det werden. Beim TÜV werden dagegen aber keinerlei Sanktionen verhängt. Um Miss­-verständ­nisse zu vermeiden, sollte eine neue Plakette auf­-gebracht werden.

Flüssigkeitsverlust (Archivversion)

Nach einer ausgiebigen Motorwartung (neue Zündkerzen, Kühlflüssigkeit, Öl- und Filterwechsel et cetera) an meiner Yamaha YZF 600 fiel mir plötzlich auf, dass bei laufendem Motor aus dem Auspuff an einer Art Ablaufbohrung bräunliche, geruchslose Flüssigkeit austritt. Was könnte das sein?
Christian Meuter, Kundendienst Yamaha Motor Deutschland, www.yamaha-motor.de
Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich dabei um Kondenswasser handelt, das sich im Sammler mit Schmutz oder Ablagerungen vermischt hat – daher die bräunliche Farbe. Dieses Kondenswasser bildet sich durch die unterschiedlichen Temperaturen von Auspuff und Umgebung. Die heißen Auslass­gase kondensieren an den kühleren Endschalldämpferwänden – es bildet sich Kondenswasser, das dann an den extra dafür vorgesehenen Ablaufbohrungen ablaufen kann. Das ist ein völlig normaler Vorgang und keinesfalls ein Grund zur Beunruhigung. Im Fahrbetrieb wird die Flüssigkeit entweder durch die Strömungsgeschwindigkeit der Auspuffgase rausgepustet, oder sie verdunstet.

Euro-3- Umrüstung (Archivversion)

Ich kann eine 2007er-Kawasaki ZZR 1400 günstig neu kaufen, möchte das Motorrad aber erst nächstes Jahr »neu« zulassen. Ist das möglich? Denn die Kawa erfüllt leider nur die Euro-2-Abgasnorm. Kann man die ZZR eventuell auf Euro 3 umrüsten?
Andreas Seiler, Pressesprecher Kawasaki Motors Europe N.V., www.kawasaki.de
Eine Umrüstung auf Euro 3 ist nicht mög­-lich. Bei der 2008er-ZZR 1400 handelt es sich definitiv um einen komplett neuen Fahr­-
zeugtyp. So wurde beispielsweise neben Einspritzanlage und Zündanlage die kom­-plette Auspuffanlage modifiziert. Damit sind im Wesentlichen die Änderungen genannt, die in den Homologationsunterlagen aufgeführt sind. Eine Zulassung der »alten« ZZR 1400 ist auch 2008 noch möglich. Dazu muss eine Kopie der am sogenannten COC-Dokument (Bescheinigung zur EG-Typgenehmigung) angehängten KBA-Ausnahmegenehmigung bei der Zulassung vorgelegt werden. Diese gibt es beim Kauf vom Händler.

Altöl in der Gabel (Archivversion)

Altert eigentlich Gabelöl, besonders im Ganz­jahreseinsatz? Merkt man das beim Fahren? Wie sieht’s aus mit den Ventilen in der Gabel: Altern die vielleicht, so dass sich das Fahrwerk auf welliger Piste gar nicht beruhigen will?
Werner Koch, Testredakteur MOTORRAD, www.motorradonline.de
Gabelöl altert vor allem durch die Reibung zwischen Tauch- und Standrohren, bei der ein gewisser Abrieb entsteht, der sich am Boden ablagert. Dort aber sitzt das Druckstufenventil, das von dem oft dickflüssigen Abriebschlamm regelrecht zugesetzt wird. Als Folge spricht die Gabel deutlich schlechter an, die Dämpfung. arbeitet sehr unkomfortabel. Deshalb sollte das Öl je nach Ein­satz-­zweck regelmäßig gewechselt werden. Im normalen Fahrbetrieb ist das Gabelöl weniger gefordert und muss erst nach 20000 Kilo-meter ausgetauscht werden. Speziell bei Enduros oder Motorrädern, die häufig auf Schlechtwegstrecken unterwegs sind, sollten die Wechselintervalle kürzer ausfallen. Denn dort tritt ein verstärkter Abrieb auf, der zumindest beim ersten Wechsel des Öls durch Zerlegen der Gabel vollständig zu entfernen ist.
Zu empfehlen sind die Öle von Gabelherstellern, die zwar deutlich teurer sind als Discounterware, in ihren Eigenschaften aber speziell entwickelt wurden, um optimal zu dämpfen, wenig aufzuschäumen und unter hoher Last gut zu schmieren, was das Ansprechver­halten verbessert. Wichtig: die richtige Füllhöhe, die sich nicht nach der Füllmenge, sondern dem Ölstand richtet, wodurch das Luftpolster als progressive Zusatzfeder genutzt wird.

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