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Selbst genähte
Motorradklamotten
Spricht etwas dagegen, sich selbst Motorradkleidung zu nähen? Abriebfeste Textil-
gewebe und Klimamembranen gibt es als Meterware in Online-Shops zu kaufen.
Hans-Peter Rudolph, Textilexperte von W. L. Gore, www.wlgore.com:
Im Prinzip spricht nichts dagegen, aber will man dem nächsten Regen erfolgreich trotzen und trocken
bleiben, bedarf es nicht nur dauerhaft wasserdichter Materialien,
sondern auch einer besonderen
Bekleidungskonstruktion. Um eine
absolut wasserdichte Jacke oder
Hose herzustellen, erfordern neben schnitttechnischen Besonderheiten (wie entsprechend der Sitzposition vorgeformte Arme und Beine oder die Position der Pro-
tektoren) gerade Details wie Nahtverschweißung, Reißverschluss- und Taschenkonstruktionen sowie die Abschlüsse an Kragen, Ärmeln, Bund und Beinen größte Aufmerksamkeit. Eine besondere Herausforderung stellt das dauerhafte Abdichten der durch das Vernähen der einzelnen Stoffteile entstandenen Stichlöcher dar. Perfekt können das nur
speziell dafür konstruierte Maschinen, die außerdem wasserdichte Naht- beziehungsweise Schweißbänder in einem aufwendigen Verfahren aufbringen. Fazit: Speziell bei
Motorradbekleidung, bei der Sicherheit und Wetterschutz die wichtigsten Kriterien darstellen, ist ohne Erfahrungs-
werte das Risiko groß, sein Vorhaben an der heimischen Nähmaschine zu vermurksen und unnötig Geld für teures
Arbeitsmaterial zu verschwenden.

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