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Sicherheit
Endurohelm
Ich fahre eine Suzuki V-Strom und trage am liebsten Endurohelme. Sind die genauso sicher wie Integralhelme?
Matthias Haasper, Forschungsleiter
im Institut für Zweiradsicherheit (IFZ)
in Essen, www.ifz.de:
Im Gegensatz zu einigen Motocross-Helmen, die mit einem abnehmbaren Kinnschutz ausgestattet sind, der lediglich als Spritzschutz dient, verfügen Endurohelme über einen etwas vorstehenden, jedoch fest integrierten Kinnschutz. Dieser steht dem von Integralhelmen in der Regel um nichts nach, wie die im Rahmen der
ECE-Prüfung ermittelten Ergebnisse beim Kinnaufschlag-Test zeigen. Wer aber überwiegend auf der Landstraße oder gar auf Autobahnen mit höherem Tempo als im Gelände unterwegs ist, muss gewisse Komforteinbußen gegenüber Integralhelmen in Kauf nehmen. Die große Visieröffnung bei Endurohelmen sorgt für eine besonders hohe Luftzufuhr, die bei körperlicher Anstrengung im sportlichen Offroad-Einsatz auch unbedingt notwendig ist. Dementsprechend spürt man bei flotter Fahrt trotz der üblicherweise getragenen Schutzbrille den Fahrtwind wesentlich stärker, und laute Windgeräusche können sich äußerst störend auswirken. Außerdem leidet die Aerodynamik maßgeblich durch die Sonnenblende bei höheren
Geschwindigkeiten, ein anstrengendes Kopfpendeln ist eine mögliche Folge. Der geringere Tragekomfort im Vergleich zu einem herkömmlichen Integralhelm wirkt sich nicht zu unterschätzend auf die aktive Sicherheit aus.
Mein Fazit: Endurohelme sind auch auf der Straße sicher, doch eher für Fahrer
empfehlenswert, die hauptsächlich im Gelände unterwegs sind. Für den alltäg-lichen Gebrauch sollte man stilechtes Aussehen genau gegen die beschriebenen Nachteile abwägen.

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