Leser fragen - Experten antworten (Archivversion)

Leser fragen - Experten antworten

Winterziele für Zweiradler
Ich will unbedingt meinen Winterurlaub auf
dem Motorrad verbringen. Am liebsten auf den Kanaren. Welche Insel eignet sich dazu am besten, und was für Miet-Bikes sind im Angebot? Und was kostet der Spaß eigentlich pro Tag?
Michael Schröder, Unterwegs-Redakteur bei MOTORRAD in Stuttgart, www.motorradonline.de:
Die Inselgruppe im Atlantik ist wahrhaft ein geniales Motorradrevier. Die extrem kurvigen Strecken auf Gran Canaria, Teneriffa sowie – mit etwas kleinerem Straßennetz – La Palma und La Gomera verwöhnen selbst anspruchsvollste Fahrer. Ein ganzjähriges, angenehmes Klima sowie günstige Pauschalangebote sind weitere gute Argumente, Herbst, Winter oder Frühjahr dort zu verbringen. Ausnahme: Fuerteventura und El Hierro (keine Mietmotorräder) sowie Lanzarote (kaum spaßige Motorradstrecken und keine empfehlenswerten Mietmotorräder). Die meisten Vermietstationen verfügen hauptsächlich über kleine Enduros – perfekt für die verwinkelten Strecken der Inseln. Eine 125er gibt es in der Regel ab 30 Euro pro Tag, für eine 350er muss man etwa 50 Euro pro Tag rechnen, während eine Honda Transalp schon rund 75 Euro kostet. Bei einer Woche Mietdauer wird es häufig etwas
günstiger, und viele Vermieter rücken ihre Bikes ohnehin nur raus, wenn man sie mindestens drei Tage abnimmt. Ein Überblick von Motorradvermietern plus deren Angebote ist in MOTORRAD 16/2005 erschienen. In Ausgabe 3/2005
waren im Rahmen einer großen Gran-Canaria-Reportage
zudem die Vorzüge aller weiteren Kanareninseln aufgelistet – inklusive Streckentipps und sonstigen wichtigen Infos.
Die Hefte können bei Bedarf unter Telefon 0711/182-2442
nachbestellt oder unter www.motorradonline.de in der
Rubrik »Reise« runtergeladen werden.
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Reparatur Zündbox (Archivversion)

Reparatur Zündbox
Die CDI meiner Transalp ist kaputt. Ersatz würde neu mindestens 300 Euro kosten. Gibt es jemand, der so was günstiger repariert?
Frank Felgner, Motek in Bielefeld, Telefon 0521/453744:
Wir haben uns auf Motorradelektronik spezialisiert, reparieren dementsprechend auch CDIs von diversen Motorrädern, unter anderem die der Transalp, eine typische Schwachstelle des Modells. In der Regel schicken die Kunden uns die kaputte CDI in einem kleinen Karton mit ihren Kontaktdaten und einer kurzen Fehlerbeschreibung zu. Sollte die zugesandte Box unerwartet doch keinen Fehler vorweisen, wird dem Kunden für das etwa halbstündige Nachprüfen und Messen eine Bearbeitungsgebühr von 22 Euro plus Porto
berechnet, und wir schicken ihm die CDI wieder zurück. Wenn der Fehler jedoch eindeutig an der Zündbox liegt, gibt es von uns in
der Regel innerhalb von zwei Tagen eine Austausch-CDI zum Preis von 110 Euro mit einem Jahr Garantie. Möchte der Kunde partout seine zugesandte Box geprüft und repariert haben, oder finden sich für ein bestimmtes Modell keine Austauschboxen, kostet’s zwar das Gleiche, aber aufgrund der vielen Anfragen und Reparaturaufträge ergibt sich dann meist eine längere Wartezeit. Zu unserer
Arbeit: Zunächst öffnen wir das komplett gegossene Kunststoffgehäuse, damit wir die genaue Fehlerursache herausmessen können. Wenn sich zum Beispiel eine Lötverbindung gelöst hat, arbeiten wir sämtliche Verbindungen
nach und löten neu. In 95 Prozent aller Fälle bekommen wir unabhängig vom Motorrad jede Zündbox wieder hin.

Motorrad-Spedition (Archivversion)

Motorrad-Spedition
Ich habe ein sehr preisgünstiges Angebot von einem Vorjahresmodell gesehen, leider sitzt der Händler ein paar hundert Kilometer entfernt. Liefern eigentlich auch Speditionen einzelne Motorräder bis vor die Haustür? Zu bezahlbaren Preisen, versteht sich.
Antwort von Heiko Endlein, SKS Bike
Shuttle Europe, Telefon 02623/96460:
Wir sind der Hausspediteur für Harley-Davidson und Buell und transportieren jährlich bis zu 25000 Bikes. Auf eigens hergestellten Motorrad-Transportgestellen können wir
Motorräder jeder Marke transportieren. Unsere Spedition befördert auch von Privatleuten Motorräder von Haus zu Haus. Sowohl beim Absender als auch beim Empfänger
wird zuerst der Abhol- beziehungsweise Anliefertermin telefonisch vereinbart.
Je nach Entfernung dauert der Transport der Maschine ab der ersten Kontaktaufnahme mit uns maximal drei Arbeitstage. Wir bieten auch die Möglichkeit, das
Bike bei einem Motorradhändler zu übernehmen oder dort anzuliefern. Dies vereinfacht die Abwicklung, weil die üblichen Öffnungszeiten der Händler unkomplizierte Terminabsprachen ermöglichen und keine unnötigen Wartezeiten entstehen. Ums ordnungsgemäße und sichere Verpacken der Maschine kümmern wir uns – damit keine Transportschäden passieren, werden unsere Mitarbeiter ständig auf alle Motorradmarken geschult. Der Transport bis zu einer Wegstrecke von 300 Kilometer kostet 190 Euro, bis zu 600 Kilometer
250 Euro. In diesem Preis ist sowohl das Verpacken, eine Transportversicherung und die Mehrwertsteuer enthalten.
Redaktionelle Anmerkung: SKS Bike Shuttle Europe ist eine der größten auf Motorradtransporte spezialisierte Speditionen, aber nicht die einzige, die Motorräder bis vor
die Haustür liefert. Die günstigsten Unternehmen bieten bundesweite Transporte
um 150 Euro an. Empfehlung: nicht nur auf
den Preis, sondern auch auf die Service-
leistungen achten.

Fragwürdige Inserate (Archivversion)

Fragwürdige
Inserate
In Internet-Börsen wie Moto-scout24 finde ich immer wieder spottbillige Angebote von Motorrädern, etwa eine fast neue R1 für rund 3500 Euro. Was sind das für Inserate?
Peter Schmid, Geschäftsführer der Autoscout24 Deutschland GmbH in München, www.autoscout24.com:
Fragwürdige Inserate tauchen bei Motoscout24 in unregelmäßigen Abständen
immer wieder auf. Mitunter können sich diese Inserate auch als Betrugsversuche herausstellen. Im Allgemeinen unterscheiden wir zwischen drei verschiedenen
»Betrugsfällen«. Da sind zum einen die Falschangaben. Hier geben die Nutzer vornehmlich (bewusst oder unbewusst) falsche Fahrzeugdaten an. Zum zweiten gibt es Versuche, bei denen über die
Angabe von kostenpflichtigen (190er-)
Rufnummern zum Teil nicht unerhebliche Kosten bei potenziellen Interessenten verursacht werden. Die dritte, gegenwärtig
bekannte Betrugsmasche ist sicherlich die gefährlichste, denn hier geht es um finanzielle Transaktionen etwa über vermeintliche Treuhandkonten (zum Beispiel Western Union Bank) oder Anzahlungen. Wichtig ist daher – wie im normalen Leben auch –, eine gesunde Skepsis an den Tag zu legen, sei das Angebot noch so verlockend. Aus diesem Grund sollte man sich beim Kauf eines Motorrads Zeit nehmen und nicht vorschnell handeln. Denn Käufer können bei unserem umfangrei-chen Angebot so am besten einen Preis- und Leistungsvergleich vornehmen und »schwarze Schafe« identifizieren. Und
niemals Geld vorab überweisen. Bezahlt wird erst bei Übergabe! Zu überprüfen sind beim Kauf aber nicht nur die Fahr-
zeugpapiere, sondern auch der Vertrag des Verkäufers. Falls Motoscout24-Nutzern ein Inserat kritisch vorkommt, können sie sich direkt bei uns melden. Wir prüfen es und nehmen das Inserat gegebenfalls aus der Datenbank.
Redaktionelle Anmerkung: Zum Thema empfiehlt sich auch der Artikel »Betrug.com« in MOTORRAD 11/2005.

M+S-Aufkleber (Archivversion)

M+S-Aufkleber
Meine Wunschreifen sind Continental TKC 80, weil ich auch mal ins Gelände gehe. Die Reifen sind maximal
bis 160 km/h zugelassen, meine KTM 950 Adventure fährt aber fast 200 km/h. Reifen abschminken, oder gibt es eine Alternative?
André Voigt, Continental Motorradreifen in Hannover, www.conti-motor.de:
Der Continental TKC 80 ist mit einer M+S-Kennzeichnung auf der Seitenwand versehen. In Verbindung mit dem Geschwindigkeitsindex des Reifens, der in diesem Fall für die freigegebene Geschwindigkeit von maximal 160 km/h steht, kann der TKC 80 auch bei schneller fahrenden Motorrädern verwendet werden. Es muss in diesem Fall jedoch ein Aufkleber im Sichtfeld des Fahrers, möglichst im Cockpit, am Motorrad angebracht werden. Dieser »M+S«-Aufkleber (»Mud and Snow«) signalisiert die maximal freigegebene Geschwindigkeit des Reifens und ist kostenlos beim Reifenhändler erhältlich. Wichtig: Die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit darf in diesem Fall nicht überschritten werden. So ist es in Paragraph 36 (1) der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) für Kraftfahrzeuge geregelt und wird ebenfalls bei Pkw-Winterreifen
angewendet. Der Continental TKC 80, der auch auf der BMW R 1150 GS
Adventure als Erstausrüstung eingesetzt wurde, wird ab Frühjahr 2006 in der passenden Hinterradgröße für die KTM 950 Adventure verfügbar sein. Dann sollte der Verwendung des TKC 80 auf der KTM nichts mehr im Wege stehen.

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