Leserbriefe aus MOTORRAD 04/2010 Leserpost

MOTORRAD 3/2010, Seite 18
Eure Vergleichstests werden zunehmend grotesker wenn BMWs betroffen sind. Im Vergleichstest BMW S 1000 RR gegen Honda Fireblade hebt ihr die Leistungsentfaltung der BMW bis 4000 Touren hervor. Nun mal im Ernst: Bei einem Supersportler, der 14000 Touren dreht, ist die Leistungsentfaltung bis 5000 doch völlig irrelevant. Im Landstraßenbetrieb ist das Drehzahlniveau zwischen 5000 und 10000 Touren von Bedeutung, und in diesem Bereich leistet die Honda bis zu 10 Nm mehr. Dennoch gewinnt BMW die Motorenwertung. Man nehme eine bayerische Kuh, tätowiere ihr das weiß-blaue Emblem auf den Kopf, versehe die Hörner mit einer Griffheizung und beschlage ihre Hufe, damit sie eine Traktionskontrolle erhält. Sie würde jeden Vergleichstest gewinnen, egal gegen wen sie antritt.
Urs Buschauer, CH-Bonstetten

Auf der Titelseite werden zwei Vergleichstests mit BMW-Beteiligung angekündigt. Ich grins' meine Frau an und verspreche ihr ein Abendessen im Restaurant ihrer Wahl, wenn ich recht behalte und in beiden Tests BMW gewinnt. Test eins, letzte Seite aufgeschlagen und, oh Wunder, BMW ist Testsieger. Test zwei, welch' Überraschung, wieder ist BMW Testsieger. Ich hab' erst mal schallend gelacht. (Und anschließend hoffentlich gut gegessen! Red.)
Thomas Stahlke, Nübbel


MOTORRAD 2/2010, Seite 16
Ich habe die Laudatio auf die neue BMW von Chefredakteur Michael Pfeiffer mit Aufmerksamkeit verfolgt. Für den Bundesbürger mit entsprechend Geld und Selbstvertrauen ist die S 1000 RR sicherlich ein technisches Schmankerl mit brutal viel Kraft. Gesucht habe ich in dem Artikel jedoch vergeblich auch ein kritisches Wort zu diesem Leistungswahnsinn. Ich bin wohl für diesen 200-PS-Sportler zu alt. Aber ein wenig warnende Distanziertheit Ihrerseits hätte mich ehrlich gefreut.
Dr. Christian Mutschall, Hatten


Toll, die BMW S 1000 RR. Ein Gesicht wie Quasimodo, der Glöckner von Notre Dame. Und 202 Kilogramm Kampfgewicht. Wahnsinn, wiegt meine Frau auch, hat aber keine 200 PS. Doch Spaß beiseite, tolles Gerät, über Schönheit kann man aber streiten. Die Entwicklung geht überall weiter, ich fahre eine Honda CBR 1100 XX (164 PS, 254 kg). Sie macht richtig Spaß, aber auf der Straße kommt man schon damit kaum über den Bereich der Leerlaufdüse, wenn man keine Punkte sammeln will.
Walter Solf, per E-Mail


Eine Bitte zu euren meist sehr informativen Tests und Fahrberichten möchte ich mal los werden: Testet doch bitte auch die BMWs mal in den Grundversionen und nicht mit dem Zubehör im Wert eines Zweit-Motorrades. Macht das Fahren mit 202 PS ohne Traktionskontrolle auch noch Spaß, oder denkt man da eher an ein wegrutschendes Hinterrad und den folgenden Highsider? Ich glaube: Wenn der Fahrer den Tanz auf des Messers Schneide in der Hand hat und nicht die Elektronik, dann geht die Risikobereitschaft runter.
Helmut Mense, Cuxhaven


Als bekennender Supersportfan kann ich nur sagen: Wahnsinn. Wo soll das enden? Von 0 auf 200 km/h in sieben Sekunden. Wo kann ich eine solch edle Metallansammlung fahren? Auf der Landstraße, wo immer bessere Radarfallen aufgebaut werden? Schade um den teuren Führerschein. Auf der Autobahn, wo es nur so wimmelt von Zivilstreifen auf der Jagd nach Dränglern und Rasern? Oder auf der Nordschleife zwischen all den Freitzeitschumis, um mich zu Schrott fahren zu lassen? Nein, danke.Ich selber brülle mit einer völlig untermotorisierten, 173 PS starken Yamaha R1 durchs Gelände. Wie es sich gehört im zweiten Gang, um den Leistungskick ab 10000 Touren zu spüren. Hier bewege ich mich schon außerhalb der STVO. Den dritten Gang wage ich erst gar nicht einzulegen, denn dann würde ich den Führerschein nie wieder bekommen. Trotzdem, ein Kompliment an BMW für dieses Motorrad. Und für alle, die es sich gerne kaufen würden, hätte ich einen Tipp: Wenn ihr es habt, lasst es stehen oder schraubt drei Kerzen raus, dann klappt es auch mit dem Führerschein.
Dieter Hansen, Troisdorf


MOTORRAD 1/2010, Seite 96
Man freut sich, wenn man zwischen all den Hightech-Maschinen für fünfstellige Euro-Summen auch mal wieder Motorräder findet, die schon zu ihrer Zeit bezahlbar waren. Leider scheint diese Kategorie inzwischen so gut wie aus-gestorben. Da euer Artikel unter dem Stichwort "Winterbikes" läuft: Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Frevler gibt, die so zeitlos schöne Moppeds wie eine Suzuki Bandit 400 oder die LS 650 Savage allen Ernstes als Winterfahrzeug verheizen. Nimmt man den Begriff "Winterbike" ernst, dann würde ich hier zur Enduro tendieren.
Torsten Gensch, St. Egidien

MOTORRAD 25/2009, Seite 34
In Heft 25 schreibt ihr zur MV 1090 RR: "Die Maschine schreit, als wäre Italien nicht Teil der EU und deren strikter Geräuschbestimmungen. Bassiges Ansauggeräusch, potentes Auspufffauchen - hier fahren neben den Augen auch endlich wieder die Ohren mit. Tunnel bekommen durch den Sound eine leicht erotische Note..."
Wahrscheinlich fand der Schreiber seine Formulierungen lustig, aber wenn man solchen Schmarren in einer Fachzeitschrift liest, bleibt einem nur die Erkenntnis, dass ihr den Knall nicht gehört habt. Ich verdiene meine Brötchen bei einer Behörde, die mit den Beschwerdeschreiben über zu laute Motorräder viele Akten füllen kann. Es ist vollkommen klar, dass so auf Dauer immer weitere Restriktionen für unser schönes Hobby entstehen werden. Auch die letzten Schlupflöcher wie Auspuffklappen etc., welche die Prüfvorschriften zur Zeit noch austricksen, werden wohl irgendwann geschlossen sein.
Martin Schäven, per E-Mail


MOTORRAD 2/2010, Seite 6
Zeigt doch bitte der Heizerfraktion mal, wie das Gerät aussieht - dann können wenigstens diejenigen, die trotz Speed noch auf Details achten, ihren Lappen unter Umständen behalten! Hiermit bitte ich also höflichst um hübsche Fotos des Geräts, bitte von vorn und von hinten! Denn leider ist es nun mal so, dass es mir - immer noch punktefrei - trotz nur mehr schlapper 48 PS immer noch gut gelingt, außerorts in lappen-gefährdende Zonen vorzudringen. Dabei habe ich ja meine Nur-120-PS-Triple deshalb schon verkauft und erwäge weiteren Abstieg auf ein ehrliches Ur-Motorrad wie eine Yamaha SR 500.
Roger-Philipp Merboth, Offenbach

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