Leserbriefe aus MOTORRAD 12/2010 Leserpost

MOTORRAD 11/2010, Seite 10
Die Yamaha Super Ténéré scheint nicht nur technisch mindestens auf Augenhöhe mit der BMW R 1200 GS zu sein, sondern sie ist leider auch preislich fast auf deren Niveau. Dies wird sie in Deutschland voraussichtlich daran hindern, dem "Abenteuer"-Bestseller aus Berlin ernsthaft Konkurrenz zu machen. Bleiben als kaufentscheidende Kriterien wohl nur noch das Styling und die unterschiedlichen Motorenkonzepte. Ersteres entzieht sich einer allgemeingültigen, objektiven Beurteilung, letzteres ist zwar mess- und erfahrbar, aber angesichts einer fast identischen Motorleistung wohl auch eher von philosophischem Interesse. Yamaha beweist Mut und besinnt sich mit der Super Ténéré auf alte Enduro-Traditionen. Gratulation!
Silvia Koch, Berlin

Wirklich gelungen, die neue Super Ténéré. Vielleicht sogar eine neue Super GS? Nun ja, ich hätte mir jetzt eigentlich im nächsten Heft einen Vergleichstest gewünscht. BMW R 1200 GS, Ducati Multistrada, KTM Adventure, Super Ténéré und Moto Guzzi Stelvio. In der Vorschau musste ich dann leider feststellen, dass ein Reiseenduro-Vergleich mit anderer Besetzung geplant ist. Eigentlich schade. Macht bitte bald einen richtigen Vergleichstest, nicht so etwas Halbherziges.
Volker Korsanke, Berlin

MOTORRAD 11/2010, Seite 110
Das scheinheilige Getue des Polizeipräsidenten Hammann ist wohl ein schlechter Witz. Er soll doch mal seine Statistik erweitern und sehen, wie viel Geld seine Behörde dem Land pro Jahr einbringt und wie teuer das durchschnittliche "Knöllchen" ist. Dann wird er sehr schnell erkennen, dass in der Hauptsache an Streckenabschnitten ohne nennenswerte Gefahrenstellen, aber mit recht hoher Wahrscheinlichkeit einer Geschwindigkeitsübertretung gemessen wird. Sicherlich ist jeder getötete Verkehrsteilnehmer einer zu viel. Aber solange wir mobil bleiben und wir Menschen mit all unseren Fehlern und Macken am Lenker sitzen, wird es Unfälle mit kleinen und großen Folgen geben. Das als Jagdargument zu benutzen, ist einfach nur platt, denn in der Regel wird nicht der wirkliche Heizer erwischt, sondern der Durchschnittsfahrer.
Joachim Paeth, per E-Mail

Streckensperrungen, 100-PS-Limit, ABS-Zwang und elektronische Helferlein werden wohl kaum viel bringen. Das Problem sitzt auf dem Motorrad. Solange es Fahrer gibt, die mit einem Valentino-Rossi-Modus im Hirn, aber kaum Fahrpraxis unterwegs sind, wird es weiter tödliche Unfälle durch Selbstüberschätzung geben, gerade am Saisonanfang. Ein Gratis-Fahrtraining beim Kauf einer neuen Maschine ist sicher lobenswert, die Kosten sollten aber vom Staat übernommen werden.
Claus Haußmann, Fürth

Auch als Fußgänger kann mich ein Ziegel erschlagen. Also generell nur noch mit Schutzausrüstung aus dem Haus? Macht doch gleich noch zwei Räder mehr ans Motorrad und ein Dach drüber... Stopp, das gibt es ja schon - nennt sich Auto.
Dirk Völker, Wald-Michelbach

Hammann hat eine erfreulich vernünftige Einstellung zum Motorrad und seinen Fahren. In einem Punkt möchte ich ihm jedoch unbedingt widersprechen. Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn technische Sicherheitseinrichtungen, Bekleidung und Helme verbessert werden. Diese jedoch vorzuschreiben, gefällt mir überhaupt nicht. Ich brauche keinen Vormund und kann selbst auf mich aufpassen. Für mich als Tourenfahrer wäre die Freude am Fahren dahin, würde man mich in Monsterhelme und Taucheranzüge zwingen. Wenn dann außer mir selbst auch noch Elektronik beim Beschleunigen und Bremsen mitwirkt, hört der Spaß ganz auf. Ein Motorrad ist kein zweirädriges Auto und Klamotten sind kein Karosserie-Ersatz. Risiken sollte jeder erwachsene Mensch selbst einschätzen können. Wie sagte Hammann so richtig? Hirn einschalten!
Richard Claus, Worms

MOTORRAD 10/2010, Seite 38
Ich bin (trotz dieses Leserbriefs hier) der Meinung, dass ihr keine rosarote bzw. weiß-blaue BMW-Brille aufhabt. Die Seppls und Heidis in München bauen halt super Motorräder. Aber dieser Artikel hinterlässt selbst bei mir als BMW-Freund den faden Beigeschmack, dass ihr mit dem Punktesystem und der Bewertung "der gesamten Performance" die BMW schöngepunktet habt und diese so zum nicht verdienten Sieger macht. Auf der Rennstrecke zählt doch eigentlich nur eins: Wer ist der/die Schnellste? Und das war definitiv die Aprilia RSV4 R. Rennstrecke ist was für Profis, warum muss man der BMW (und übrigens auch der Ducati und Honda) Punkte für ABS bzw. Traktionskontrolle geben, wo Profis das doch gar nicht benötigen? Die Rennstreckenwertung ist mir eine Spur zu alltagslastig.

Hiermit möchte ich meine angedachte Kündigung des Abos Ihrer Zeitschrift zurücknehmen. Gleichzeitig habe ich meine Meinung über Motorräder der Marke BMW geändert. Beim Metzeler Testtag im Baden Airpark hat man mir eine BMW S 1000 RR mit Metzeler Sportec M5 Interact Reifen hingestellt. Und ich muss sagen, ich bin noch nie so ein geiles, starkes, fazinierendes und dabei einfach zu fahrendes Bike gefahren. Kein Rutschen, keine Angst vor dem Wheelie, nur Konzentrieren auf die Strecke, toll. Na gut, ich bin nicht der Schnellste, aber auch als normaler Motorradfahrer kann man damit umgehen. Emotionen jedoch können die Italiener besser bauen. Noch...
Thomas Meyer, Kirchheim

MOTORRAD 10/2010, Seite 60
Ich bin 65 und habe von der Adler MB über die Norton Dominator, Guzzi California und Le Mans doch schon einiges gefahren. Da war ich aber noch jünger und körperlich leistungsfähiger. Wenn ich die Maschinen ansehe, die ihr in den Tests bringt, so laufen sie alle mindestens 250 km/h und wiegen 250 Kilogramm und mehr (Ausnahme Ducati). Und die Reisemotorräder sind Walfische in der Nähe von 300 Kilo und schwerer. Dann wird festgestellt, dass die Motorradfahrer immer älter werden. Da klafft doch eine Schere zwischen dem, was ein Senior noch mit Vergnügen fahren kann, und dem, was angeboten wird. Der 125er-Test in Heft 10 war mal ein Schritt in die richtige Richtung.
Hans-Peter Läuchli, CH-Vellerat

MOTORRAD 10/2010, Seite 106
Wir haben nach unserer letzten Alpentour ebensolche Bescheide von der Bezirkshauptmannschaft Reutte bekommen: 58 Euro. (Wegen Missachtung des Rechtsfahrgebots, Red.) Scheint ein Hobby von denen zu sein. Beim Anruf in Reutte mit der Frage, ob die Rettung der Alpen wirklich so teuer ist, wurde nur gesagt, wer frech wird, bekommt denselben Bescheid nochmal zugeschickt. Ein Verkehrsrechtsanwalt schüttelte nur mit dem Kopf und empfahl zu zahlen. Die Bußgeldstelle unseres Landkreises weiß, dass die Bescheide nicht rechtens sind, wird sie aber wegen des Abkommens eintreiben. Eine deutsche Behörde setzt ausländisches Unrecht durch.
Ralph Rölz, Falkenstein

Mit eurem Artikel greift ihr zu Recht ein Thema auf, das viele Motorrad- und Autofahrer betrifft. Man sollte jedoch bedenken, dass Österreich als Transitland sehr unter dem Verkehr zu leiden hat, die Anwohner am Hahntennjoch besonders. Ich befahre es seit Jahren gern, denn es ist der erste wirklich schöne Hochgebirgspass auf dem Weg nach Süden. Nur muss ich leider feststellen, dass dort die Dichte von Motorrad fahrenden Idioten von Jahr zu Jahr zugenommen hat und die Polizei rigoros durchgreifen muss. Wer sich dort an Verkehrsregeln hält, muss Angst haben, besonders an Wochenenden von Rasern mit offenen Auspuffen ermordet zu werden. Dies ändert jedoch nichts daran, dass "Piefkes" (und nicht nur als Motorradfahrer) in Ösi-Land unerträglicher Willkür der dortigen Polizei ausgesetzt sind. Nun mache ich es im Urlaub mit dem Motorrad und dem Auto nach dem Motto: "Schönes Land, billigeres Benzin - tanken und durchfahren".
Manfred Müller, Wöllstadt

MOTORRAD 10/2010, Seite 110
Zum wiederholten Mal preist ihr die Versys an. In Einzeltests, Vergleichstests und jetzt im Gebrauchtkauf. Es ist sicher ein tolles Motorrad. Doch der Hauptgrund für den von euch genannten "Geheimtipp-Status" (gemeint ist, dass sich die Versys als Neumaschine bisher nicht so gut verkauft hat, Red.) ist die Sitzhöhe! Dieses Motorrad wäre klasse für Genussfahrer, Wiedereinsteiger, und es könnte auch ein Frauenmotorrad sein. Wenn nicht die Sitzhöhe von 85 Zentimetern gleich zwei Drittel aller Interessenten abschrecken würde. Die genannte Klientel müht sich häufig schon mit 80 Zentimetern Sitzhöhe, 85 gehen da einfach gar nicht.
Michael Dost, Mudershausen

MOTORRAD 10/2010, Seite 20
Zweifellos ist die Multistrada 1200 in gewohnter Ducati-Manier ein sehr schönes Motorrad, aber für Normalverdiener nicht mehr erschwinglich. Mittlerweile sind die Preise einiger Hersteller in für mich nicht nachvollziehbarer Höhe angelangt, so dass sie bald auf dem Niveau gut ausgestatteter Mittelklassewagen rangieren. Bleibt wohl abzuwarten, wie sich BMW nach Erscheinen des nächsten GS-Modells preislich nach oben verändert. Ich selbst fahre eine Suzuki DL 1000 V-Strom und bin mit dem Motorrad sehr zufrieden. Schade, dass die Produktion dieses bequemen, zuverlässigen Bikes eingestellt wurde.
Bernd Röder, per E-Mail

MOTORRAD 11/2010, Seite 50
Vielen Dank für Ihren wirklich ausgezeichneten Tourensportreifentest. Da hat wirklich alles gepasst. Ich fand vor allem die Schilderung des Testablaufs, also die Begleitgeschichte mit dem Tourenverlauf, sehr schön. Ich wollte noch eines zu bedenken geben: Ich fahre eine mittlerweile zehn Jahre alte Triumph Sprint RS, und wenn ich das richtig überreiße, darf ich nicht jeden der aktuellen Reifen fahren. Denn die topaktuellen Reifen kann man meist auch nur auf die aktuellen Mopeds aufziehen lassen. So zumindest mein Wissensstand. Der große Rest muss häufig auf die zweite Garnitur an Pellen zurückgreifen.
Wolfgang Berger, München

MOTORRAD 11/2010, Seite 68
Die Auswahl ist gut. Nicht einverstanden bin ich jedoch mit den Fahrspaß-Bewertungen: Auf der Nockalm bremsen Speed-Begrenzungen. Mein Favorit ist die Naßfeld-Nordrampe. Breite Fahrbahn, wechselnde Haarnadelkurven und sehr gute Übersicht auf zwölf Kilometern. Als nächstes käme der Plöckenpass. Der nordseitige Einstieg ähnelt dem Naßfeld, dann kommt von allem etwas. Ich würde hier auch zehn Punkte geben.
Rüdiger Gutsche, Brunnthal

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