Leserbriefe aus MOTORRAD 16/2010 Leserpost

MOTORRAD 14/2010, Seite 20 und 15/2010, Seite 16
Zu eurem zweiteiligen Test der Reiseenduros ein dickes Lob. Es sei aber die Frage erlaubt, was eine Enduro heute eigentlich leisten soll. Wie sieht denn die große Reise meist aus? Hotel über Internet buchen, Anfahrt auf der Autobahn, ein paar Touren vor Ort auf gut asphaltierten Straßen. Oder gleich organisiert, wo man sich um nichts kümmern muss: Gepäck wird mitgeführt, Hotels und Fähren sind gebucht, Route im Navi gespeichert. Und wenn alle Stricke reißen, der ADAC wird es richten - betreutes Fahren. Ich wollte übrigens mit den Kollegen wetten, dass die GS doch wieder den Sprung nach vorn schafft. Nur leider hat keiner dagegen gehalten. Aber vielleicht gibt die Frage einer motorradbegeisterten Mitfahrerin, warum auf der GS fast nur Alte oder Dicke sitzen, näheren Aufschluss.
Fred Hinsberg, Saarbrücken

Als Fahrer einer Yamaha TDM 900 bin ich vorrangig darauf gespannt gewesen, wie sich die Yamaha XT 1200 Z schlägt und muss sagen, ich bin etwas ernüchtert. Bei meiner Maschine wünsche ich mir ein wenig mehr Durchzug, um schaltärmer fahren zu können, und ein etwas handlicheres Fahrwerk. Wenn ich jetzt die Testergebnisse richtig interpretiere, scheint es vor allem bei der Yamaha XT 1200 Z keine Weiterentwicklung gegeben zu haben, die Fahrleistungen entsprechen etwa meiner Maschine bei etwas höherem Verbrauch und deutlich höherem Gewicht. Das ist schade und lässt mich auch mit einer gewissen Skepsis auf die Nachfolgerin der TDM 900 warten, die wohl den XT-1200-Motor erhalten wird.
Gunter Stegmüller, Fluorn-Winzeln

Danke für den großen Bericht zu den Reiseenduros; die Ducati wurde gefühlt im zweiten Teil unter Wert geschlagen. Allein die Anschaffungskosten sind ein echter Minuspunkt; Charakter hat aber eben seinen Preis. Dabei sind die großen Enduros gar nicht mein Ding. Yamaha hat doch mit dem Motor-/Antriebsset der XT 1200 Z ein super Paket geschürt, welches Lust auf mehr macht. Ich darf daher von einer TDM 1200 und/oder einer MT-02 träumen? Beides wären super Maschinen für Reise und Spaß, in Konkurrenz zu so manchen "Vielzylindern" und fast konkurrenzlos, wenn der Preis nicht überzogen wird. Köchelt da schon was zur Intermot?
Georg Hofmacher, Lindhorst


MOTORRAD 15/2010, Seite 93
Zur Horex kann man wohl erst etwas sagen, wenn man sie in natura gesehen, gehört, auf ihr gesessen oder sie gar gefahren hat. Dass sie ein Kind ihrer Zeit und vor allem der Zukunft ist, sieht man ihr an, wenngleich traditionelle Anklänge dezent Bezug zum berühmten Namen herstellen. Wer heute ein völlig neues Motorrad entwickelt, befindet sich planerisch bereits im Jahr 2020. Es ist abzusehen, dass das Hobby Motorrad bis dahin, gemessen am verfügbaren Einkommen, sukzessive erheblich teurer werden wird. Deshalb erscheint es mir folgerichtig, das Produkt selbst, seinen Preis und die Ausstoßmenge auf diesen Umstand abzustellen: exklusives, hochpreisiges Produkt in geringer Stückzahl für Menschen, die das Geld dafür haben. Dieses Konzept ist für mich stimmig, und das gibt es auf anderen Sektoren seit eh und je. Ich wünsche der Horex und ihren Machern viel Erfolg und uns Motorradfahrern einfach Freude an solch einem Produkt.
Richard Claus, Worms

Seit Jahren freue ich mich auf jeden zweiten Freitag und das Frühstück mit MOTORRAD. Was mich mittlerweile jedoch wirklich langweilt, ist die von der Motorradindustrie eingeschlagene Richtung: Sehr leistungsstarke Zwei-, Drei-, Vier- und sogar Sechszylinder, überladen mit allem möglichen Elektronikschmarrn, werden als Errungenschaft dargestellt. 200 PS scheinen mittlerweile normal, wirkliche Neuheiten dagegen nicht mehr zu existieren. Bin ich ein Fantast, wenn ich von einer 1000er-Einzylindermaschine unter 200 Kilogramm träume, eingepackt in einen schönen Gitterrohrramen? Mir würden 80 bis 100 PS auf jeden Fall reichen. Wäre eine solche Maschine zu einem Preis von rund 10000 Euro nicht realisierbar?
Galante Roberto, Haar


MOTORRAD 15/2010, Seite 38
Ich möchte euch für diesen Vergleichstest danken und kann nur beipflichten. Ich habe innerhalb von drei Wochen rund 1600 stressfreie und entspannte Kilometer auf der Honda abgespult. Ich möchte jetzt nicht so weit gehen und behaupten "mehr Motorrad braucht kein Mensch". Aber wer eines für die kleine Feierabend- oder entspannte Tagestour sucht, sollte sich die Honda einmal genauer ansehen. Ihr bemängelt den kleinen Tank. Ich denke, bei einem Motorrad, das nicht für die Reise in die Sahara gebaut wurde, sondern überwiegend in Gegenden mit einem dichten Tankstellennetz bewegt wird, reichen über 200 km Reichweite durchaus.
Wolfgang Hoffmann, per E-Mail


MOTORRAD 15/2010, Seite 126
Lieber Rolf Henniges, schon wieder habe ich bei der Lektüre eines deiner Artikel Emotionen und sentimentale Erinnerungen herausgelesen, die mir sehr bekannt vorkamen. Auch ich war damals noch zu jung, mir den Traum CB 750 leisten zu können. Viele Jahre später, ich war bereits 38 Jahre alt, erfüllte sich der alte Wunsch: Ich kaufte mir eine runtergekommene US-CB 750 und restaurierte sie komplett. Ich habe sie exakt wieder so hergestellt, wie sie seinerzeit in den USA ausgeliefert wurde. Bei schönem Wetter wird sie nun genussvoll bei kleineren Touren eingesetzt, so wie heute, wo sie 40 Jahre alt wird. Es ist erstaunlich, wie entspannend es sein kann, ein solch altes Eisen zu fahren. Um so mehr, wenn man von einem modernen Motorrad auf die CB umsteigt. Ich werde sie wohl nie mehr verkaufen.
Und, Rolf, mach weiter so. Denn wer die Vergangenheit nicht schätzt, wird die Zukunft auch nicht verstehen.
Achim Nickel, per E-Mail

Dass Mechanikerstunden heute bis 120 Euro kosten, ist schon sehr bedenklich, 60 Euro wären realistisch. Hier werden Automobilstandards der Oberklasse herangezogen. Besonders BMW versucht diese Preispolitik beim Motorradkunden durchzudrücken, einfach weil man davon ausgeht, diese Klientel kann sich das leisten. Ein Motorrad sollte aber für jedermann erschwinglich sein, das haben die Großserienhersteller vergessen. Deshalb gibt es auch fast keinen Motorrad-Nachwuchs mehr! Die Motorradhändler sind die ärmsten Schweine in diesem Kreislauf, weil sie unrealistische Zielvorgaben erfüllen sollen, und das mit niedrigen Margen. Dazu kommt die Pflicht, teures Spezialwerkzeug zu verwenden, nur um die Kassen der Hersteller zu füllen. Kein Wunder, dass viele Händler aufgeben.
Christian Storz, Oberreichenbach


MOTORRAD 15/2010, Seite 118
Es dürfte so um 1973 gewesen sein, als ich vom Käufer zum Abonnenten wurde. Ich fahre zwar gerade deutlich mehr Fahrrad als Mopped, doch lese ich immer noch gern alle zwei Wochen das Heft. Bei der "Spätzle Connection" blieben mir dieselben aber im Hals stecken. Welcher Fischkopf kommt denn auf die Idee, eine echte schwäbische Rote Wurst als Bratwurst zu bezeichnen!? Hier wäre eine Berichtigung mehr als angebracht.
Thomas Batz, Besigheim

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