Aus PS 2/2010 Leserpost

Hallo liebes PS-Team, bekanntlich geht probieren über studieren, doch nach mehreren gescheiterten Versuchen mein Fahrwerk auf 90 kg für Landstrasse und Rennstrecke korrekt einzustellen, bitte ich euch um Hilfe: Mal keine Rutscher beim Rausbeschleunigen in Hockeheim zu haben, wäre schon mal ein guter Ansatz, um unter die zwei Minuten zu kommen. Dabei würde ich mich über eure Erfahrung mit dem Serienfahrwerk der Daytona 675 Baujahr 2008 freuen.
Dominic Zebisch per E-Mail

Hallo Herr Zebisch, grundsätzlich gilt: Eine PS-Setup-Empfehlung kann immer nur eine Basisabstimmung darstellen. Grund: Serienstreuung der Federelemente, Vorlieben und Können des Fahrers, dessen Gewicht, Streckencharakteristik und Asphaltzustand der Landstraße sowie der Rennstrecke usw. Das bedeutet, die perfekte Abstimmung für Ihre 675er kann durchaus von den PS-Einstellwerten abweichen. Als Grund-Setup taugen die Werte aber allemal. Da Ihr Gewicht über dem liegt, das die meisten Hersteller als Grundlage für die Grundabstimmung nehmen (80 Kilogramm), müssen Sie eventuell eine härtere Feder einbauen. Um das herauszufinden, messen Sie Folgendes: Das Heck sollte vom Eigengewicht des Motorrads idealerweise 8 bis 12 mm einsinken (vom zuvor völlig ausgefederten Zustand). Um diesen Zustand zu erreichen, ziehen Sie die Triumph über den Seitenständer, bis das Hinterrad den Boden nicht mehr berührt. Ein Helfer misst nun den Abstand von der Radachse zu einem Punkt an der Heckverkleidung, der direkt oberhalb der Radachse liegt. Diesen Punkt markieren und den Abstand notieren. Nun setzt sich der Fahrer inklusive Motorradbekleidung aufs Bike. Das Heck sollte nicht mehr als weitere 25 mm einsinken (insgesamt also 33-37 mm). Sinkt es weiter ein, ist die Feder zu weich. Passt die Feder, versuchen Sie die PS-Messwerte. Mit dieser Einstellung haben Sie sicherlich ein brauchbares Grundsetup. Viel Spaß und Erfolg beim Abstimmen! Ihre PS-Redaktion


Artikel von Mat Oxley sind Pflichtlesestoff für Motorradsport-Interessierte. Seine Analysen und Einschätzungen sind die Essenz einer enormen Fachkompetenz gepaart mit jahrzehntelanger Erfahrung und Einblick in die Szene. Ich verschlinge seine Beiträge deshalb regelrecht. Mat Oxleys Einschätzungen zu hinterfragen, ist daher fast so ketzerisch wie die Unfehlbarkeit des Papstes anzuzweifeln. Ich wage es trotzdem.
Seit 40 Jahren verfolge ich die GP-Szene intensiv, reise von Schweden bis Spanien und von England bis in den Osten. Am Fernsehen verfolgte ich die GPs schon lückenlos vor 30 Jahren, als noch kein deutschsprachiger Sender darüber berichtete. Mat Oxleys Schilderungen zu den "fiesen Tricks" alter und neuer Champions scheinen mir massiv übertrieben. Gewiss gibt es Einzelfälle, welche aber nicht mit Fotos dokumentiert sind und lange zurückliegen. Wollte man aktuellere Vorfälle als Belege anführen, müssten die Namen Barbera und Debon fallen. Bei den meisten anderen Geplänkeln auf der Rennstrecke handelt es sich um hoch motivierten Kampfeinsatz und Siegeswillen, der sich nicht gegen einen Konkurrenten richtet. Manchmal ist letzterer aber einfach auf derselben Linie und es kommt zur Berührung. Viele von uns haben auf der Rundstrecke schon ungestüm ein Duell für sich entscheiden wollen, obschon es dabei um nichts weiter ging als um das eigene Ego.
Ich wehre mich dagegen, daß man die Protagonisten unseres geliebten Sports auf die gleiche Ebene stellt wie Fußballer, welche sich gegenseitig beschimpfen und bespucken. Am heißen Kampf um Tausendstelsekunden, wie an den letzten WM-Läufen der 250er-Klasse gesehen, habe ich aber nichts auszusetzen so lange nicht bewusst eine Gefährdung eines Konkurrenten in Kauf genommen wird.
Rolf Haller per E-Mail

Sehr geehrte Redaktion, wenn das Motorradjahr 2010 so wird wie in PS beschrieben, dann leben wir ja weiterhin in goldenen Zeiten. Das meint sicher auch Mat Oxley, der durch seinen Pessimismus nur unseren Sinn für die Gegenwart schärfen wollte. Gut gefällt mir, dass sich PS auch in kurzen Fahrberichten um eine kritische Bewertung bemüht.
Olaf Schulte per E-Mail

Hätte wäre wenn - immer wieder Spekulationen um das Rennphänomen Rossi. Vale ist sicher einer der besten Fahrer, die jemals ein motorisiertes Zweirad bewegt haben. Beweise gibt es derer viele, neun an der Zahl. Rekorde purzeln reihenweise, der Schumacher des MotoGP, zweifelsohne. Den Beweis eine Desmosedici zum WM-Titel zu steuern, ist er schuldig. Loris und Marco sind bestimmt keine Chorknaben und Hayden ist auch ein gestandener Profi, keiner der genannten hat die Durchsetzungskraft und bewegt sein Arbeitsgerät mit der Konsequenz eines Rossi, aber, siehe oben, hätte wäre wenn. Ich würde es begrüssen, wenn die Verantwortlichen in Borgo Panigale "Nein" sagten zur Verpflichtung von Valentino Rossi. Einerseits dürften sich Ducatisti auf der ganzen Welt freuen, wenn er es schafft, die Duc zum WM Titel zu treiben. Andererseits wäre es doch köstlich, den Grossmeister der zwei Räder an einer Italienerin scheitern zu sehen und zu hören, warum? Fairer Motorrad-Rennsport ist meine Passion. Eine kleine Einschränkung: Subjektiv werde ich, wenn es um Ducati geht. Da könnte ich sogar für Rossi jubeln. Nicht dass ich seine Leistung nicht respektiere, im Gegenteil, es ist nur das ewige David gegen Goliath, und dass es auch einem begnadeten Racer nicht unbedingt gegeben ist, eine Diva angemessen zu behandeln.
Thomas "Tom" Müller per E-Mail

Als ich das Titelbild eurer Novemberausgabe zu sehen bekam, traute ich meinen Augen kaum. Kult gegen Serie. Yamaha und Honda. Welch ein Schock! Was in aller Welt hat ein Ducati-Helm auf einer Fireblade zu suchen? Habe ich etwa alles falsch verstanden und Ihr meintet mit Kult die Marke Ducati und mit Serie die Massenware aus Japan?
Uwe Buhlmann per E-Mail

Als langjähriger Leser, Abonnent und Technikfreak stelle ich fest, dass die technische Recherche bei der PS in letzter Zeit etwas gelitten hat. Bei der Klein R1 RN22 ist mir sofort die neue Öhlins FGRT 2008 Gabel aufgefallen, da die Standrohre nicht Öhlins-typisch gold, sondern schwarz eloxiert sind. Im Bericht steht, daß die Originalgabel mit Öhlins Cartridges ausgestattet wurde. Das kann dann aber nicht das Bike auf den Bildern in diesem Bericht sein. Ansonsten kann man nur sagen: Weiter so, nirgendwo sonst wird so ausführlich über Sportbikes berichtet!
Frank Graffy per E-Mail

Hallo PS, ich bin Motorradfan aus Indonesien und studiere seit zwei Jahren hier in Deutschland. Seither habe ich PS kennengelernt und verliebe mich sofort in eure Artikel. Da ich in einem Blog über Motorräder in Indonesien schreibe, haben mich eure Artikel oft inspiriert. Die letzte Ausgabe über Ninjamodelle finde ich toll, aber komplett war es nicht. Bei uns in Indonesien, und auch in Südostasien, gibt es seit Mitte der 90er-Jahre eine kleine Ninja, die Ninja 150 R. Diese Ninja gilt als eines der schnellsten Sportmotorräder bei uns (erlaubt sind maximal 250 cm³). Jetzt ist auch bei uns die Ninja 250 R zu kaufen, gilt als eines der teuersten aber auch schnellsten Motorräder. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es dafür einen Zubehörmarkt im Überfluss.
Zuletzt frage ich mich, warum Kawasaki erst seit der ZXR 750 als die Grünen bekannt sind, da seit Mangs Ära Kawa schon mit Grün identifiziert wird. Viel Erfolg noch Leute, ihr seid der Oberhammer!
Arie Slight per E-Mail

Ich kaufe schon seit einiger Zeit ihr Magazin und habe folgendes Anliegen: Seit diesem Sommer habe ich endlich meinen Motorradführerschein und möchte mir im Frühjahr endlich ein Motorrad zulegen. Jetzt überlege ich, ob ich mir, da ich nur 34 PS fahren darf, eine Ninja 250R anschaffe oder gleich eine auf 34 PS gedrosselte "Grosse".
Ricardo Sperlich per E-Mail

Hallo Herr Sperlich, schwierige Frage! Persönliche Vorlieben spielen bei der Wahl für ein Motorrad eine entscheidende Rolle. Fakt ist: Die hubraumschwache Kawasaki Ninja 250 R erzeugt ihre maximale Power von gut 30 PS bei sehr hohen Drehzahlen (über 11000/min). Eine echte Drehorgel also. Bei unteren Drehzahlen wirkt ihre Leistungsentfaltung etwas zäh. Außerdem kann die Ninja leistungsmäßig nicht aufgerüstet werden. Nach zwei Jahren durchaus ein Thema. Auf der anderen Seite ist sie vergleichsweise günstig. Und wem der sportliche Auftritt der 250er gefällt, hat mit der kleinen, quirligen Kawa sicherlich viel Spaß. Der Vorteil eines hubraumstärkeren Bikes liegt auf der Hand: Mehr Drehmoment über den ganzen Drehzahlbereich, eine bessere Beschleunigung und damit eine alltagstauglichere Leistungsentfaltung. Außerdem sind die meisten hubraumstarken Maschinen mit 34 PS gedrosselt. Das heißt: Nach zwei Jahren raus mit der Drossel und die Mehrleistung genießen, ohne ein neues Motorrad kaufen zu müssen. Nachteil: der Preis. Er dürfte wohl in den meisten Fällen deutlich über jenem der Ninja 250 liegen. Außerdem sind hubraumstärkere Bikes teils deutlich schwerer als die kleine Kawa, worunter die Rangierfähigkeit sowie das Handling leiden. Keine einfache Entscheidung also, aber wir hoffen, dass Ihnen diese Informationen bei der Kaufentscheidung helfen. Ihre PS-Redaktion

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