Leserbriefe (Archivversion) Zwangsweise

Endlosthema ABS

MOTORRAD 15/2009, Seite 22

Glückwunsch den Aprilia-Machern, die ein tot geglaubtes Projekt mit einem wirklich gelungenen Teil wiederbelebt haben. Wehmut und Depressionen befallen einen, mitansehen zu müssen, wie der einstige V4-Wegbereiter Honda die V4-Philosophie seit vielen Jahren sträflich vernachlässigt hat. Dabei war es doch vor allem die RC30, die Honda Ruhm und Ehre zuhauf beschert hat. Mit all ihren technischen Features im Serienzustand war sie der Konkurrenz um Lichtjahre enteilt. Sie ist damit zurecht in die Liga der Kultbikes aufgestiegen. Ein direkter Leistungsvergleich mit der Aprilia verbietet sich – abgesehen vom Hubraumunterschied – von selbst. 21 Jahre Altersunterschied sind aus technologischer Sicht schließlich eine kleine Ewigkeit. Ob die RSV4 jemals diesen Kultstatus erreichen kann, muss die Zukunft zeigen.





MOTORRAD 15/2009, Seite 14

Wie immer hinten angefangen, wie immer klasse. Dann vorne den „Vergleich Überflieger BMW“ gefunden. Großer Mist. Bislang war mir eure angebliche BMW-Brille egal, schließlich sind die Dinger häßlich (schön, dass wir subjektiv sein dürfen), aber eben gut. Aber ein Vergleich von japanischen Mopeds, ohne den deutschen Probanden zu fahren, grenzt an Lobhudelei. Das zu lesen, macht keinen Spaß mehr. In puncto moderne Technik: bitte mehr Infos zu den E-Bikes auf der TT. Hier wäre mehr auch mehr gewesen. An die Honda-Jungs: Entwickelt das VFR-Konzept endlich weiter! Das geht auch ohne BMW-Anleihen.

Da soll ein Fahrzeug in der serien-nahen Superbike-WM starten und muss nach dem Reglement auf dem Markt irgendwie zum Kauf angeboten werden. Normalsterbliche können es aber wohl in diesem Jahr nicht mehr erwerben.MOTORRAD darf es zwar fahren, aber offensichtlich nicht richtig testen, z. B. auf dem Leistungsprüfstand. Wenn man dazu noch daran denkt, wie brutal sich die PS-Wirklichkeit bei Markteinführung der K 1300 von der BMW-Prospekt-angabe unterschieden hat (knapp 150 zu 163 PS), dann muss man hier schon seine Bedenken anmelden. Drei Testergebnisse mit einem Prospektergebnis zu vergleichen und zu diesem besonderen Umstand nur dezente Anmerkungen zu machen, hat meines Erachtens etwas leicht Unseriöses an sich. BMW soll sich bitte dem Wettkampf ehrlich stellen – auf der Rennstrecke wie auf der Landstraße. Wenn sie sich da wacker schlagen, erkenne ich das sofort an. Bis dahin aber halte ich das Ganze für eine Lachnummer.
Noch ein Wort zur Studie der neuen V-Honda: Woher auch immer ihr die „geheimen Daten“ habt und wie ähnlich diese Studie dem späteren Serienbike sein wird: Das Ding sieht aus, als wäre eine Fireblade von hinten von einer Victory bestiegen worden. Etwas Hässlicheres ist kaum vorstellbar! Wie zeitlos schöne Motorräder aussehen, zeigen im gleichen Heft die tollen Fotos der RC 30.

Allem Anschein nach kommt die BMW S 1000 RR langsam, aber eher, als angekündigt, in den Handel, zumindest geht es bei euch mit diversen Vorberichten los, wie üblich bei BMWs mit einem gewissen Vorlauf. Ob man ohne tatsächlichen Test einen vernünftigen Ver-gleich erstellen kann? Es bleiben Zweifel. Ihr hattet sicher Gelegenheit, am Salzburgring und bei anderen Anlässen mehr oder weniger ausgiebig zu testen. Warum lässt man zumindest die so gewonnenen Werte und Eindrücke nicht einfließen? Oder man wartet, bis das Rad im Markt ist und testet dann „regulär“, vom Fahrbericht über den Top-Test bis hin zum Vergleichstest. Als regelmäßiger Leser kann man ahnen, wie letzterer ausgeht.
Dass Yamaha zum 1. Juli 2009 (mit Ankündigung Anfang Juni) die Preise der R1 saftig erhöht hat (offiziell jetzt 15950 Euro plus Nebenkosten) und sich damit deutlich an die preisliche Spitze setzt, ist wohl untergegangen.





An die Verantwortlichen für die Musik im Zelt und in der US-Lounge: Wir waren beim BMW Motorrad Day 09 und haben allgemein feststellen müssen, dass die Musik von vielen als zu laut empfunden wurde. Und wenn man etwas gesagt hat, dann kam die Antwort: „Die Fans wollen das so.“ Komischerweise haben viele wieder das Zelt verlassen, auch die US-Lounge am Samstagabend, weil es zu laut war. Es kamen ja nicht nur Junge, sondern auch Ältere, und die Bässe haben einfach alles übertönt. Im Zelt hatten viele wohl schon einiges über den Durst getrunken, denen war es vielleicht egal.





MOTORRAD 14/2009, Seite 14

Eure ABS-Bremstipps, speziell Tipp 5 kann ich nur voll bestätigen: Wegen der Ende der 60er- und Anfang der 70er-Jahre allgegenwärtigen Zweitakter war es äußerst ratsam, mindestens zwei Finger der linken Hand am Kupplungshebel zu belassen, um bei einem Kolbenklemmer oder -fresser den Antriebsstrang blitzschnell zu unterbrechen und ein blockierendes Hinterrad zu vermeiden.
Dies funktionierte so gut, dass ich mir das gleiche Prinzip auch für die Handbremse angewöhnt habe: immer mit Zeige- und Mittelfinger am Brems-hebel, auch bei Motorrädern ohne ABS. Es verkürzt in der Tat den Bremsweg enorm, da das vorherige Ausstrecken der Finger und Umklammern des Bremshebels entfällt.
Außerdem möchte ich noch sagen: Berichtet positiver von der Mittelklasse und stempelt diese Bikes nicht immer zu „Anfänger- oder Frauenmopeds“ ab. Diese Motorräder sind in Anschaffung und Unterhalt günstig und gehen wie der Teufel (habe mit einer SV 650 S am Hahntenjoch und anderen Pässen schon diverse Big-Bikes abgehängt). Vergleicht sie mal auf einem engen Rundkurs mit einer 1000er Sportmaschine und ihr werdet sehen, dass die Zeitunterschiede gar nicht so gravierend sind!





MOTORRAD 15/2009, Seite 3

Ich fahre seit 20 Jahren fast täglich Motorrad und hatte noch nie Stress mit der Polizei. Die frustierten Autofahrer sind das Problem. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in Ihrem teuren Luxusauto und stehen genervt im Stau. Da kommt dann so ein Niemand, die Sonne im Gesicht dank Halbschalenhelm mit seiner 1000-Euro-Maschine und guter Laune an Ihnen vorbeigerollt. Das muss hart sein. Ich persönlich bevorzuge ja den Standstreifen, da kann man es etwas zügiger angehen lassen. Wann steht da schon mal jemand, und wenn ja, wozu hat man Augen im Kopf? Motorradfahrer sind einfach glücklichere Menschen und die besseren Autofahrer noch dazu.

Als Motorradfahrerin, die ihr Motorrad auch gern nutzt, um damit in den Urlaub zu fahren, bin ich über die mangelnde Sachkenntnis in der Argumentation der Länder, die das Durchfahren ablehnen, geradezu entsetzt: „Autofahrer dürften die Türen nicht mehr öffnen...“ – Doch, dürften sie: Sie sollten allerdings vorher mal nach hinten schauen – wozu sie ohnehin verpflichtet sind.
Ein Radfahrer darf an einer roten Ampel an der Schlange vorbeifahren – mit der Begründung, ihm sei nicht zuzumuten, die Abgase einzuatmen; für die Dauer von zwei bis drei Minuten, so lange dauert eine Rotphase. Ein Motorradfahrer darf dagegen gern eine oder mehrere Stunden in diesen „Genuss“ kommen – denn auch bei völligem Stillstand macht kein Autofahrer seinen Motor aus, wenn er eine Klimaanlage in seinem Wagen hat.
Davon abgesehen ist bereits der Begriff „Durchschlängeln“ verräterisch für das Verhalten der meisten Autofahrer im Stau: Würden diese tun, wozu sie gesetzlich verpflichtet sind, nämlich eine Gasse zu bilden, wären Slalomfahrten zwischen Pkw unnötig – es ginge für den Motorradfahrer bequem geradeaus.

Ich komme gerade aus England zurück, wo ich auch die M25 benutzen musste, auf der es immer Staus gibt. Dort ist es selbstverständlich, dass Motorradfahrer auf den Trennlinien zwischen den Fahrbahnen unterwegs sind – mit 30 bis 50 km/h. Sieht ein Autofahrer einen Motorradfahrer, macht er Platz. In Deutsch-land ist es nicht das Fehlen von Regeln, sondern die Rechthaberei der Autofahrer, die vernünftiges und ungefährliches Verhalten verbietet. Das werden auch noch mehr Vorschriften nicht ändern.





MOTORRAD 14/2009, Seite 64

Den Test nach nur einer Tour durchzuführen, wo es doch so viele Einsatzgebiete gibt, finde ich mehr als mangelhaft. So beschränkten Sie sich bei den Empfehlungen auf die hochpreisigen Produkte. Nach vielen Jahren in den Dolomiten und den Alpen ist mein Quechua T 2 light immer noch schnell aufzubauen und selbst im härtesten Regen dicht. Zur Optimierung des Packmaßes empfiehlt sich eher die Luma Discovery light air von McKinley. Als völlig daneben gegriffen empfinde ich Ihren Kochertest: Die Primuskocher sind trotz ihrer Heizleistung in Süd-europa völlig ungeeignet, da sie schnell leer gehen und die Versorgung mit Kartuschen äußerst schlecht ist. Zudem schmilzt bei ungünstigen Windverhältnissen die Piezozündung weg. Warum der preisgünstige, zuverlässige Camping-gaskocher im Test fehlt, erschließt sich mir nicht. Bei den Schlafsäcken kann ich Ihnen zustimmen: Die Komfortgrenze sollte um null Grad liegen, sonst friert man selbst im Sommer noch. Vor Ihrem nächsten Test sollten Sie mal eine Umfrage unter echten Zeltern starten.





MOTORRAD 14/2009, Seite 104

Beim „originalen“ Triumph-Logo mündet der Unterschwung von hinten im H; das abgebildete gilt nur für die „neuen“.





MOTORRAD 14/2009, Titelbild

Ich lese MOTORRAD seit nun mehr als 30 Jahren, und von den vielen Titelbildern ist mir eines im Kopf eingebrannt: eine richtige 1000er-GS. Ein Traum von einem Motorrad. Ich habe nächtelang nicht schlafen können. Und was hat BMW daraus gemacht? Die R 80 G/S; eine ganz normale Strassen-Gummikuh mit hochgesetztem Frontschutzblech und einem gequetschten Weißwurst-Auspuff. Welch grausame Enttäuschung, was für eine verpasste Chance. Ganz grosse Klasse aber, wie Stefan Kraft das grausame BMW-Design aufgeräumt hat! Die Jungs in Stuttgart scheinen den Jungs aus München (oder Berlin ?) wieder einmal um Welten voraus zu sein.





MOTORRAD 14/2009, Seite 96

Es hat mir viel Freude bereitet, „Menschen und ihre Motorräder“ zu lesen und ein ums andere Mal zu schmunzeln, erkennt man sich doch irgendwie selbst in derselben „Beklopptheit“, denn Büsnau ist überall – auch wenn ich zur Zeit noch lieber „mit der Nase im Drehzahlmesser vorbeikachele“. Jedenfalls wünsche ich mir, sollte ich mal vierzig Jahre Motorrad gelebt haben, dass ich ähnlich gut aufgestellt bin und mit der gleichen ungebrochenen Begeisterung wie Mini sowohl zurück als auch in die Zukunft blicken kann. Wie haben „Die Ärzte“ Anfang der 80er gesungen: „Diese eine Liebe wird nie zu Ende gehn.“





Wenn jemand ein ABS möchte, soll er sich doch eins kaufen. Aber ich empfinde es als sehr ärgerlich, dass viele Hersteller uns das ABS zwangsweise mitverkaufen wollen. Und das nur hier in Deutschland, obwohl fast alle Modelle auch ohne ABS gebaut werden.

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