Leserbriefe Leserbriefe

MOTORRAD 10/2011, Seite 10
Mich ärgert die Vorhersehbarkeit von Vergleichstests mit BMW-Beteiligung auch etwas, aber BMW ist derzeit kaum zu toppen. Ich finde halt, dass immer
ein bisschen Äpfel mit Birnen verglichen werden. Da treten voll ausgestattete BMWs gegen einfachere Modelle aus Japan und Italien an und gewinnen meist den Vergleich. Aber zum einen werden BMWs oft als Fulldresser verkauft, zum anderen bieten die anderen selten den gleichen Ausstattungsumfang an, den BMW im Angebot hat. Und dann kann es halt schon mal passieren, dass eine deutlich teurere BMW gegen eine billige Japanerin antritt - und
gewinnt. Ich wäre schon sehr zufrieden, wenn MOTORRAD noch besser rausarbeiten könnte, dass die BMW zwar (schon wieder) den Vergleichstest gewonnen hat, aber eben auch teurer als die (meisten) anderen Moppeds ist.
Wolfgang Berger, per E-Mail


Ich lese gerade den Vergleichstest BMW K 1600 GTL versus Honda Gold Wing. Schnell getestet, sogar mit ein wenig Landstraße - und auch schnell gerechnet: Wenn Sie der BMW 298 statt der 283 Punkte geben, dann stimmt die Rechnung und das Ergebnis kommt meinem eigenen "Test näher. Die BMW ist einfach ein Traum-Bike!
Helmut Puchner, Steinhöring/Tulling

Es kann kein Zufall sein. Genau das, was Euren Gasttester Christoph an der BMW K 1600 störte, war es auch, was mich an ihr nervte: Geräuschkulisse aus dem Maschinenraum beim Schalten und Lastwechsel, penetrantes Heulen des Primärtriebs und fehlender Rückwärtsgang (man muss sich schon genau überlegen, in welche abschüssige Gasse man hineinfährt - fast wie damals mit dem 38-Tonner: "Achtung, keine Wendemöglichkeit!") Dafür macht der Sechszylinder vorwärts und mit Vollgas jede Menge Spaß, den ich bei einer ausgedehnten Probefahrt (zirka 1000 km durch Pfalz und Eifel) letztens genießen durfte. Fazit: Mal abwarten, bis BMW die Kritikpunkte nachbessert, dann tausche ich möglicherweise mein jetziges Mopped gegen so einen Musikdampfer. Ich bin erst 57, habe also noch Zeit.
Achim Rudolph, Nürnberg


Kann es sein, dass die grafische Darstellung der Beschleunigung bei BMW missverständlich ist? Wenn sie wirklich nur 11,7 Sekunden auf 200 km/h benötigt, ist die Darstellung etwas schwierig, da die Zeit genau unter den 0-140 km/h steht. Und ist der Unterschied zur Honda wirklich so groß? Die ist ja fast dreimal langsamer in der Beschleunigung. Das kann ich fast nicht glauben.
Michael Behr, per E-Mail

MOTORRAD 9/2011, Seite 58
Eine Frage zum Endurotest. Gegen Ende heißt es: "Längst haben die Triumph und die 800er-BMW das restliche Quartett aus den Rückspiegeln verloren. Wie geht das? Wie kann man eine V-Strom mit 67 PS auf einer geschwindigkeitsbeschränkten Landstraße abhängen? Selbst eine XT 660 Ténéré hängt man da nicht ab. Ich bin selbst lange eine alte XT 600 Z gefahren. Es ist offensichtlich, dass Ihr Euch nicht an die Tempolimits haltet und sie bei Weitem überschreitet. Das ist Testen im luftleeren Raum und für mich als Verbraucher ohne Bedeutung. Viel wichtiger wäre es mir zu erfahren, mit welcher Maschine ich im erlaubten Bereich Spaß haben kann. Ich fahre eine Suzuki GSX 750 AE mit 86 PS, mit der
ich mich nie untermotorisiert fühle und die mir eine Menge Freude macht.
Markus Böing, Emsdetten


Das Testergebnis (Platz 1: Triumph Tiger 800 XC, Platz 6: Yamaha XT 660 Z Ténéré, Red.) zeigt mal wieder das Dilemma Eurer 1000-Punkte-Wertung: Es geht gar nicht anders, als dass immer die stärksten und teuersten Modelle gewinnen, so ist Eure Wertung gewichtet. Oben stehen also die "zeitgemäß" motorisierten Bikes, unten die "modernisierungsbedürftigen". Dem liegt zugrunde, dass Ihr Kosten- und Umweltaspekte eher in die bedeutungslosen Fußnoten packt, anstatt Eure Wertung in dieser Hinsicht mal zu modernisieren. Fakt ist, dass Ihr einen Minderverbrauch von 1,5 Litern - eine Riesenleistung! - mit lächerlichen sieben Punkten honoriert, was etwa einer Sekunde in der Beschleunigung entspricht, 40 Kilogramm Zuladung oder 35 km/h Topspeed. Das ist nicht mehr zeitgemäß.
Markus Brühl, Meißen

MOTORRAD 9/2011, Seite 114
Herrn Bohrers Behauptung, dass diejenigen, die das Motorrad zusammenbauen, dem Kunden am nächsten stehen, verwundert mich. Mir steht mein Händler mit seinen Mitarbeitern am nächsten. Für mich ist entscheidend, wie gut der Service beim Händler ist. Leider muss ich immer wieder feststellen, dass der Motorrad-Service nach wie vor im Schatten des Pkw-Service steht, obwohl ich für die stolzen BMW-Preise deutlich mehr erwarte als bei den japanischen Herstellern. Hier geht noch wesentlich mehr! Vielleicht denken Sie mal darüber nach, ob ein zufriedener Motorrad-Kunde nicht auch ein zufriedener Auto-Kunde werden könnte.
Harald Behrends, Wolfsburg

MOTORRAD 10/2011, Seite 104
Brillenträger gleich Klapphelm? Dem muss widersprochen werden! Ich fahre einen Shark S 800 und habe mir die Fassung "Speed Specs" zum Einbauen (Helm auf Kompatibilität prüfen!) geholt, Brillengläser in meiner Stärke beim Optiker einbauen lassen - fertig. Einen Klapphelm, nur weil ich Brillenträgerin bin? Nie im Leben!
Christine Mikolajczyk, Lauterbach


Wer ist denn auf die Idee gekommen, so eine Frage ("Sind Klapphelme
peinlich?" Red.) in die Welt zu setzen? Klapphelme sind eine Entwicklung,
die Sicherheit und Komfort verbindet für einen bestimmten Kreis von Motorradfahrern/innen. Gegenfrage: Wie peinlich sind Rennkombis mit Knieschleifern im Straßenverkehr, Braincaps oder Stahlhelme, Brüllauspuffanlagen, illegale Umbauten und, und, und. Vielleicht fragt Ihr mal nach so was?
Bernhard Gödelmann, Frankfurt

In MOTORRAD 4/2011 fragte sich Leser Zeljko Durdevic, wen er da wohl zufällig fotografiert habe - zwei Chinesen, bei Eis und Schnee auf einer Autobahn in Ungarn gen Osten bibbernd. Mithilfe weiterer Leser-Hinweise (ganz herzlichen Dank an Sissi aus Hamburg, Sebastian Pappalardo aus Berlin und Christoph Neuscheler aus Vancouver!) ist das Rätsel endlich gelöst: Seit 2003 tingelt Chen Liang Quan, ein Motorradfahrer aus Suzhou, einer Stadt nahe Schanghai, auf diversen Motorrädern um die Welt. Die abenteuerliche Reise ohne Geld - Chen Liang Quan findet immer wieder wohlgesonnene Unterstützer - soll noch bis 2013 dauern.

Ziel des Chinesen ist es, seiner Tochter, die ihn auf dem Sozius begleitet, auf diese ungewöhnliche Weise die Welt zu zeigen. Laut Internet wurde Chen in chinesischen Zeitungen, die über ihn berichteten, dafür kritisiert. Tenor: Das Mädchen sollte besser in die Schule gehen. Auf welche Weise sie wohl mehr fürs Leben lernt?

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Transalp tiefgekühlt

Es ist Mitte April und trotz des äußerst sonnigen Frühlingsstarts gilt für den Splügen-Pass noch Wintersperre. Aber nur ganz oben. Die Zufahrt ist frei und entsprechend autoarm. Ideales Terrain also, um die fünf großen Abenteuerbikes von Teil zwei des großen Reise-
enduro-Megatests (siehe S. 38) in möglichst artgerechtem Terrain zu fahren und zu testen. Erst auf einem Parkplatz kurz vor der Passhöhe ist Schluss, hier verschwindet der Asphalt endgültig im Weiß. Stopp, kurze Pause, Beine vertreten, Schneebälle werfen, gelbe Flecken machen. Bis Georg plötzlich ruft: "Hey, seht euch das mal an!" Etwas abseits vom Parkplatz ragen zwei Spiegel aus dem Schnee. Georg beginnt zu graben. Bald wird klar, dass an den Spiegeln noch ein tiefgefrorenes Motorrad hängt. Thomas beginnt mit zu buddeln, ein Cockpit kommt zum Vorschein, es ist eine Honda Transalp. Ihr Kilometerzähler zeigt 56000. Ein Zündschlüssel steckt nicht. Der zweirädrige Ötzi steckt fest im kompakten, zusammengepressten Altschnee. Für weitere Ausgrabungen wäre mindestens ein Spaten nötig. Schweren Herzens überlässt die MOTORRAD-Truppe das tiefgekühlte Bike schließlich seinem Schicksal. Immerhin, auch diese Honda sieht
nun wieder sonnigen Tagen entgegen.
Fotos: jkuenstle.de

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