Leserfragen und Tips (Archivversion)

Leserfragen und Tips

? Ich habe mit meiner Suzuki GSX-R 1100 (lediglich als Hobby-Fahrzeug und auf kurvigen Strecken bewegt) ein kleines Problem: Der Vorderradreifen (Dunlop D 202-F) hält nur zirka 2000, der Hinterradreifen zirka 3000 Kilometer, bis die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern erreicht ist. Der Verschleiß ist allerdings nur auf den Reifenflanken vorhanden, in der Mitte hat der Reifen dann noch drei Millimeter Restprofil. Die Verbrauchskosten für die Reifen übersteigen damit die Spritkosten bei weitem. Nach meinem Empfinden ist aber bei einem Motorrad die Profiltiefe auf den Außenseiten - anders als bei einem Auto - nur von untergeordnetem Interesse, denn Aquaplaning tritt hier erst bei weit höheren Geschindigkeiten auf.Thomas Lademann, Erlangen! Es ist die Regel, daß Motorrad-Reifen ganz abhängig von den Fahrgewohnheiten nicht über die gesamte Lauffläche gleichmäßig abgenutzt werden. Dazu kommt, daß die Stärke der Decke auch nicht über den gesamten Umfang gleich ist. Natürlich ist die Profiltiefe an den Reifenflanken nicht so entscheidend, da eine nasse Fahrbahn sowieso keine großen Schräglagen erlaubt. Aber: Abgefahrene Reifen kleben nicht so gut wie Slicks, sondern werden auch bei trockener Straße rutschiger - unsere Reifentester können dies bestätigen. Die Gründe: Die Gummimischung hat weniger Grip, und sie härtet durch die bei abgefahrenen Reifen höheren Temperaturschwankungen schneller aus.? Ich möchte an dem Kabelbaum meines Motorrads einige Veränderungen vornehmen und benötige daher die Original-Kompaktstecker. Ich war schon bei etlichen Motorradhändlern, doch keiner konnte mir weiterhelfen.Fred Czeczerski, Frankenthal! Schwieriger Fall, denn diese Stecker werden nach unserem Wissen nicht im Handel angeboten. Entweder Sie wenden sich an einen Gebrauchtteile-Händler, kaufen dort einen entsprechenden Kabelbaum und zwacken die Stecker ab - meist lassen sich aber die Kontakte nicht ohne weiteres anbringen. Oder Sie wenden sich vertrauensvoll an die Firma Nienhagen (Telefon 0711/588096). Die beschäftigt sich nämlich mit der Reparatur von Kabelbäumen und kann Ihnen vielleicht den entscheidenden Tip geben.? Unter den Lesererfahrungen im Gebrauchtkauf zur Kawasaki Zephyr 750 in MOTORRAD 20/1996 schreibt Andreas May aus Burgwedel, daß er Öl im Luftfilterkasten hatte. Ich bitte um Aufklärung, wie Öl dahin geraten kann und warum dies scheinbar nur ein kosmetisches Problem ist.Manfred Eggen, Wuppertal! Für Motoröl im Luftfilterkasten kann es mehrere Gründe geben. Als normal und unschädlich gilt: Wie bei jedem Viertakt-Motor findet der Druckausgleich für das Kurbelgehäuse über Entlüftungsleitungen in den Luftfilterkasten statt - und diese Gase enthalten etwas Öl. Der größte Teil davon wird vom Motor wieder angesaugt und verbrannt. Eine weitere, nicht mehr so unschädliche Möglichkeit: Der Ölstand ist zu hoch. So wird das Öl durch die Kurbelwangen aufgeschäumt und über die Entlüftungsleitungen ins Luftfiltergehäuse gepumpt. Es können aber auch die Zylinderlaufbuchsen und/oder die Kolbenringe verschlissen sein - dann ist die Abdichtung zum Brennraum nicht mehr gewährleistet. Der Druck im Kurbelgehäuse steigt stark an, das Öl wird in die Airbox gedrückt. Grundsätzlich gilt also : Ein leichter Ölnebel im Luftfilterkasten ist normal, Ölpfützen jedoch deuten auf einen möglichen Motorschaden hin.! Hiermit übersende ich Ihnen einen Verbesserungsvorschlag für alle BMW-Zweiventil-Boxer. Wie aus dem Foto hervorgeht, habe ich den Verbindungsschlauch zwischen den Benzinhähnen über dem Luftfiltergehäuse verlegt. Im serienmäßigen Zustand liegt dieser Schlauch zwischen Getriebe- und Luftfiltergehäuse. Dort wird dieser Schlauch und damit das darin befindliche Benzin vom Getriebe stark erhitzt. Folge: kaum Durchfluß, keine Fahrtwindkühlung - es kann zu Dampfblasenbildung kommen. Diese Blasen steigen im Benzinschlauch hoch und fangen sich im Sieb über den Benzinhähnen im Tank. Da sie nur langsam durch das sehr feine Sieb entweichen können, behindern sie den Benzinfluß zu den Schwimmerkammern der Vergaser. Nach dem gezeigten Umbau hat der Motor meiner R 100 RT ein erheblich niedrigeres Öltemperaturniveau, besseres Durchzugsvermögen, geschmeidigeres Laufverhalten, sehr gutes Ansprechen auf plötzliches Gasaufziehen - und endlich läuft der Motor immer besser, je wärmer er wird.Jürgen Seidel, Krefeld? Ich habe schon früher an meiner Kawasaki Z 900 und an meiner Yamaha XJ 900 eine Scheibel-Auspuffanlage gefahren. Für meine Yamaha FJ 1200 suche ich jetzt wieder eine Scheibel, kann aber die Anschrift nicht finden.Peter Hollunder, Berlin! Kein Wunder, denn die Firma Scheibel existiert nicht mehr. Nachfolger ist die Firma Johannes Dohrn, Dorfstraße 166, 25842 Langenhorn, Telefon 04672/1292.! Während der Fahrt mit unserer Kawasaki VN 750, Erstzulassung 1990, sprang der Deckel des vorderen Kegelradtriebes der Kardanwelle ab - daraufhin trat pulsschlagähnlich und in großen Mengen Motoröl aus. Kurzerhand wurde eine Getränkedose geschlürft, die leere Dose zirka fünf Zentimeter über dem Boden abgeschnitten und in die Gehäuseöffnung gesteckt. Das nur geringe Passungsspiel wurde durch eine Dichtung aus einer Plastiktüte ausgeglichen. Fixiert wurde der Eigenbaudeckel mittels Draht und stufenlos regulierbarem Holzstöckchen-Anpreßdruck. Auf dem Weg nach Hause gingen maximal zwei Zentiliter Öl verloren.Ulrich Geißler, Ulm
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Leserfragen und Tips (Archivversion) - Abgeschmiert

Als langjähriger Fahrer einer XJ 600 S Diversion habe ich zwei Tips für dieses Motorrad: Am Öl sparen heißt bei der XJ draufzahlen. Seit ich ausschließlich das vollsynthetische Öl Castrol RS beutze, ist der Ölverbrauch nahezu auf Null zurückgegangen. Vorher ist mir schon einmal bei bei einer hochsommerlichen Vollgasfahrt über 120 Kilometer der Ölstand von MAX auf MIN gesunken. Ferner hatte ich ein Problem mit dem schwergängigen Kupplungshebel. Schuld daran war Schmutz und Wasser, die oben am Zug eintraten. Daraufhin habe ich mir bei Hein Gericke einen Bowdenzugöler gekauft - das Teil ist wirklich genial - und dazu eine Dose WD-40. Damit habe ich den Zug durchgepustet und danach am Kuplungshebel eine Manschette von Magura angebracht. Seit dieser Aktion, mittlerweile ein Jahr und viele Regenfahrten her, hat sich jede weitere Behandlung des Zugs erübrigt: Er geht so leicht wie im Neuzustand.Jan Ellerbrock, Braunschweig

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