Liegende Bahnmotoren (Archivversion) Durchgesetzt

Schon Mitte der achtziger Jahre begannen einige Fahrer mit liegend eingebauten Bahnmotoren zu experimentieren, doch ihre seltsamen Gefährte wurden von den Kollegen meist nur belächelt. Außerdem sorgte eine überflutete Schwimmerkammer wegen der Vergaserlage anfangs immer wieder für Ausfälle. Erst als 1991 Gerd Riss mit einem liegenden GM-Motor Langbahn-Weltmeister wurde, erkannten auch die übrigen Spitzenfahrer die Vorteile dieses Konzepts und sattelten um.Der Schwerpunkt liegt wesentlich niedriger als bei der herkömmlichen stehenden Anordnung, dadurch steigt das Vorderrad beim Start nicht so schnell, und der Balanceakt zwischen Vortrieb und Überschlag ist einfacher zu steuern. Im Drift in der Kurve wird das Motorrad durch den niedrigeren Schwerpunkt nicht mehr so leicht von Spurrillen oder Absätzen von der Ideallinie geworfen. Zugleich gelingen Spurwechsel bei Ausweich- oder Überholmanövern leichter, weil das Motorrad agiler um die Längsachse reagiert und sich schneller abwinkeln oder aufrichten läßt.Durch die kürzere Krümmerrohrlänge ändert sich auch die Motorcharakteristik, die Leistung ist im unteren Drehzahl ein wenig geringer, dafür legt der Motor im oberen Drehzahlbereich zu. Also genau am Kurveneingang, wo eine möglichst hohe Spitzengeschwindigkeit erreicht werden soll.

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