Matze – 365 Tage auf dem Bike (Archivversion) Matze – 365 Tage auf dem Bike

Die Harley von Matze sieht nicht frisch geputzt und poliert aus. Wie auch? Er fährt das ganze Jahr mit der Kiste. Und wenn er nicht draufsitzt, dann schraubt er. Weil die Lkw-Lenkerin in ihrem Monster seinen Eisenhaufen übersehen und ihn einfach umgeparkt hat. »Ich dachte schon, jetzt muss ich mit dem Bürgerkäfig auf die Piste.« Für den in der Automobilbranche Tätigen undenkbar. Schließlich muss er sich den ganzen Tag mit den Blechdingern beschäftigen. Das Naheliegende ist ihm ohnehin fremd: »Thermoboy«, sagt er, »ja, soll es geben, habe ich davon gehört.« Bekleidet mit Lederhose - »Meine zweite Haut« - und einem dicken Wollhemd unter der Allwetterjacke legt der Schwabe die 28 Kilometer zu seinem Brötchengeber zurück. Winter – egal. Wenn für die Strecke bei Neuschnee mal zwei Stunden benötigt werden, ist ihm das wurscht. »Es ist meine Spur im Neuschnee, an der sich die Autofahrer orientieren können.« Dass die Kollegen ihn nach anfänglichen Belächeln mittlerweile als harten Hund bezeichnen, interessiert ihn nicht. »Zu beweisen gab und gibt es nichts.« Wichtig ist jetzt nach der Lkw-Begegnung, dass er das abgerissene Schutzblech erneuert. Der Laster war einfach zu stark, der Winter ist es noch nicht.

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