Maut und Staub (Archivversion) Maut & Staub

in Bayern geschehen zuweilen gar seltsame dinge. da essen die menschen weiSSe Würste, trinken weiSSes Bier, bauen nicht ganz normale Motorräder und wählen – großteils – CSU. Seit einer gefühlten Ewigkeit wird
der Freistaat von dieser Partei regiert, doch seit Vortänzer
Edi S. schwächelt, ist man im Regierungslager nervös. Da wird schon mal bespitzelt, auch wenn es die eigenen Leute sind,
und der Rest der Republik mit Ideen bombardiert, auch wenn
sie niemand braucht.
Die Autobahn-Maut zum Beispiel. 120 Euro für jeden, der einen Reifen auf Deutschlands Autobahnen setzt. Dann wären endlich auch mal die Ausländer dran, die Deutschland (Bayern) bislang umsonst kreuzen. Für uns Motorradfahrer eine fatale Eingebung, die hoffentlich nie realisiert wird.
Was würde geschehen? Wie die Brummifahrer nach Einführung der Lkw-Maut würden viele Autolenker auf Landstraßen ausweichen, mit gefährlichen Folgen für Motorradfahrer. Denn noch immer geschehen die meisten schlimmen Unfälle dort.
Und: je mehr Verkehr, desto mehr Unfälle. Also, liebe CSU-ler, vergesst das Thema. Motorradfahrer sind froh um jedes Auto,
das auf der Autobahn fährt. Und dürfen übrigens auch wählen.
Viel vernünftiger geht es bei der Feinstaub-Verordnung zu.
Die von Dieselruß und Abrieben verpesteten Großstädte werden Fahrverbote für Autos und Lkw ohne oder mit schlechter Ab-
gasreinigung aussprechen. Die gute Nachricht: Motorräder sind von dieser Verordnung ausgenommen. Endlich anerkennt ein-
mal der Gesetzgeber, wie viele Vorteile Motorräder den Städten bringen. Verursachen keine Staus, brauchen kaum Parkraum
und produzieren auch kaum Feinstaub.
Es gibt also auch Gerechtigkeit in der Politik. Und die Autobahn-Maut? Treten wir in den Staub.

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