Messner, Erich: Kurzporträt (Archivversion) Altmeister

Große Stars betreute er ebenso wie junge Talente. Jetzt lehnt sich Erich Messner zufrieden zurück: Der ehemalige Zündapp-Rennleiter und ADAC-Manager genießt die Rente.

Hand aufs Herz, hätten Sie´s gewußt? Jacky Ickx, einer der großen Formel 1-Helden der späten 60er und frühen 70er Jahre, fuhr am Beginn seiner Rennkarriere auf Zündapp-Maschinen durchs Gelände. 1962 bestritt der Belgier die Sechstagefahrt in Garmisch-Partenkirchen für das im Enduro-Sport renommierte Münchner Werk, und zu den Betreuern der Mannschaft gehörte erstmals ein gewisser Erich Messner.Auch der dreimalige 500er Moto Cross-Weltmeister André Malherbe holte seine ersten internationalen Lorbeeren auf Zündapp. 1973 und 1974, als er mit dem FIM-Cup den Vorläufer der heutigen 125er WM gewann, hieß sein Chef Erich Messner, denn der gebürtige Schwabe war inzwischen zum Leiter des Zündapp-Rennstalls aufgestiegen. Der Neue konnte nahtlos an die Erfolge seines Vorgängers Erich Weiss anknüpfen. 30 EM-Titel im Gelände und als Krönung zwei Team-Weltmeisterschaften bei den Sixdays wurden ab 1972 unter Messners Regie errungen. Die komplizierten Geländewettbewerbe waren geradezu geschaffen für einen Fuchs wie Messner, der nicht nur Organisationstalent und technisches Know-how mitbrachte, sondern auch das Reglement stets zu seinen Gunsten zu interpretieren wußte. Doch wertvolle Trophäen gab´s für Zündapp nicht nur im Off Road-Sport. Bevor das Unternehmen im Herbst 1984 in Konkurs ging, konnten noch zwei Titel auf der Straße gefeiert werden: mit der 80er Zündapp wurde Hubert Abold 1983 Europa- und Stefan Dörflinger im Jahr darauf Weltmeister.Nach dem Kehraus bei der bayerischen Marke stand Erich Messner auf der Straße. Aber nicht lange, denn der ADAC suchte einen Manager für die Bereiche Jugend und Sport, und hatte ihn in Messner auch schnell gefunden. Der größte Wurf, der ihm in seiner neuen Funktion gelang, war sicherlich der Junior-Cup - eine 1993 gestartete, markenfreie Rennserie mit 125er Maschinen, die mittlerweile als der Talentschuppen schlechthin im deutschen Straßensport gilt.Seit dieser Saison haben die Youngsters einen neuen Cup-Vater. Erich Messner hat sich mit 63 ins Rentner-Dasein verabschiedet. Seinen Nachfolger suchte der Multifunktionär, der auch in den diversen Gremien der deutschen Föderation OMK ein Wörtchen mitzureden hatte, selbst aus: Messners Wahl fiel auf den ehemaligen Grand Prix-Star Martin Wimmer.»Ich hatte im Sport immer mit jungen Leuten zu tun, das hat auch mich jung gehalten«, zieht Messner eine positive Bilanz seines abwechslungs- und erfolgreichen Berufslebens. Auch im Ruhestand wird ihn der sportliche Nachwuchs neben den Hobbys Ski fahren und Golf weiter in Schwung halten. Denn an seinem Ziel, einen europaweiten Junior-Cup zu installieren, der eines Tages einmal die EM- oder sogar die WM der 125er Klasse ablösen soll, arbeitet er auch als Rentner weiter.Beim Abschied aus dem Job wurde Erich Messner noch einmal an seine eigene Sturm- und Drangzeit erinnert. Rolf Witthöft, einer von Messners früheren Stars, schenkte seinem ehemaligen Chef eine Combinette (siehe Foto links). Dieses Moped wurde Anfang der 50er Jahre gebaut, als der spätere Rennchef als junger Kfz-Mechaniker bei Zündapp in München begann.

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