Leistungs- und Geräuschmessung

Foto: Jahn
Wie schon bei vergangenen Auspufftests erhielt die Redaktion MOTORRAD tatkräftige Unterstützung durch die Experten des Dekra-Technology-Centers in Klettwitz, das rund 50 Kilometer nördlich von Dresden direkt neben dem Lausitzring liegt. Dort finden sich nicht nur modernste Leistungs- und Motorenprüfstände, sondern auch ein weitläufiges Gelände für Testfahrten aller Art.

$(text:b:Leistungsmessung:)$ Auf dem Dekra-Rollenprüfstand ließen alle Kandidaten ihre Muskeln spielen. Über den gesamten Drehzahlbereich wurden Motorleistung und Drehmoment aufgezeichnet. In der Tabelle unten rechts sind die jeweiligen Maximalwerte aufgelistet. Die ebenfalls in die Punktewertung einfließenden Kurvenverläufe sind in den zugehörigen Datenkästen zu finden.

$(text:b:Standgeräuschmessung:)$ Für Überprüfungen bei Verkehrskontrollen durch die Polizei gelten als Toleranzgrenze bis zu 5 dB (A) mehr als in den Papieren eingetragen. Der Bandit-Papierwert beträgt 84 dB (A), die Toleranzgrenze somit 89 dB (A). Doch selbst bei geringeren Überschreitungen können die Ordnungshüter bei berechtigten Zweifeln das Fahrzeug zu einer alles entscheidenden Fahrgeräuschmessung einbehalten, denn erst die gilt vor dem Gesetz als maßgebend. Bei der Standgeräuschmessung wird das Mikrofon in Höhe der Auspuffmündung im Winkel von 45 Grad zur Fahrzeuglängsachse und im Abstand von 0,5 Metern positioniert. Die Messung erfolgt im Stand bei halber Nenndrehzahl – bei der Bandit, die ihre Maximalleistung bei 7500/min entwickelt, somit bei 3750/min. Als Ergebnis zählt der höchste von drei Messwerten, gerundet auf volle dB (A). Das Ergebnis ist erstaunlich: Einige der Zubehördämpfer schaffen nicht einmal die Toleranzgrenze.

$(text:b:Fahrgeräuschmessung:)$ Sie findet auf einer großen Fläche mit Normasphalt statt. Im Umkreis von 50 Metern zur Messstrecke dürfen sich keine schallreflektierenden Gegenstände befinden. Bei der Aufzeichnung fährt das Motorrad im zweiten und dritten Gang mit konstant 50 km/h (plus/minus ein km/h Toleranz) an die Messstrecke heran und beschleunigt dann durch abruptes Gasaufziehen voll durch. In jeder der beiden Gangstufen werden zwei Vorbeifahrten von rechts und zwei von links aufgezeichnet. Die insgesamt acht Messwerte werden gerundet und dann 1 dB (A) Toleranz abgezogen. Der Mittelwert daraus ergibt den offiziellen Fahrgeräuschwert.

$(text:b:Fahrzeugvoraussetzungen:)$ Das Testmotorrad für Homologations- oder Nachmessungen von Zubehörschalldämpfern darf mit Serienanlage den in den Papieren eingetragenen Fahrgeräuschwert – bei der Bandit 1250 sind das 78 dB (A) – um maximal 3 dB (A) überschreiten, den gültigen Grenzwert von 80 dB (A) jedoch nur um 1 dB (A). Somit dürfte die Bandit maximal 81 dB (A) erreichen. MOTORRAD gesteht den Testanlagen diese großzügige Toleranzgrenze zu. Und dennoch liegt mehr als die Hälfte der Kandidaten teilweise deutlich darüber. Den Vogel schießt mit 88 dB (A) Fahrgeräusch der brüllend laute Hashiru-Topf ab.

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