Monza vor dem Aus? (Archivversion) Schöner Salat

Weil ein Anwohner aus Biassono nahe der Rennstrecke Monza in Norditalien wegen des Motorenlärms angeblich jedes Mal starke Kopfschmerzen bekommt, wenn er in seinem Garten Salat erntet, zogen er und eine weitere Familie vor Gericht. Kenner der Örtlichkeiten meinen allerdings, dass bis zu den betreffenden Häusern kaum Motorenlärm dringe, da die Strecke mitten in einem fast 700 Hektar großen Park liegt, dessen Bäume wie eine Schallschutzwand wirken. Zudem besteht das Autodrom Monza bereits seit 1922, die Kläger hingegen zogen erst in den 90er Jahren zu.
Ein Zivilgericht in Mailand definierte dennoch im November 2005 den Rennsport generell als ýÿwollüstig, gefährlich und von keinerlei Nutzen für die Ge-
sellschaftýÿ und verfügte, dass fortan nur noch entsprechend schallgedämpfte Autos und Motorräder auf die Strecke dürfen. Das Autodrom ging in Berufung, scheiterte und musste nun das erste Rennen zur italienischen Formel-3000-
Auto-Meisterschaft absagen. Sämtlichen Veteranen-Veranstaltungen droht das gleiche Schicksal; ohne sie fehlt Monza aber das nötige Geld für den Unterhalt der Strecke. Allein von der Superbike-WM und der Formel 1, die beide weiterhin stattfinden dürfen, kann die traditionsreiche Rennstrecke nicht überleben.
Die Verantwortlichen des Autodroms, das je zur Hälfte den Gemeinden Monza und Mailand gehört, hoffen jetzt auf einen anderen Ausgang des nächsten Gerichtstermins. ebr

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