Moto Cross-WM 500 ccm Mantova/I (Archivversion) PARC FERMÉ

Alu-HondaEigeninitiativeIn den englischen Vorsaison-Rennen nahezu ungeschlagen, hinterließ der Ex-250er-Pilot Rob Herring (siehe Foto) auch in Mantova einen starken Eindruck. Für noch mehr Furore als dessen dritter und fünfter Platz sorgte jedoch der Untersatz des Briten. Sponsor RWJ, der unter anderem auch ein 250er WM-Team mit dem rasanten Schweden Joakim Karlsson und Jungstar Justin Morris finanziert, verpflanzte einen 500er Motor in den Alu-Brückenrahmen der 250er Honda. Der Vorteil des blitzsauberen Umbaus: Eine wendigere Fahrwerksgeometrie sowie die Möglichkeit, die moderner ausgelegte Umlenkung samt Federbein der 250er Honda zu verwenden. Ein ähnliches Projekt treibt derzeit übrigens auch der agile Westerwälder Honda-Händler Burkhard Sarholz voran, der den glänzenden Renner unter dem Briten Warren Edwards in der Super Moto-DM einsetzen wird.Aufwärm-TrainingSportsmännerKaltstart schadet. Das wissen nicht nur Techniker, sondern auch Sportler. Was 250er Weltmeister Stefan Everts im letzten Jahr erstmals vormachte, kopiert inzwischen der Rest der Cross-Welt. Selbst Ex-Weltmeister Shayne King bringt sich vor den Läufen mit dem Fahrrad auf der Rolle auf Betriebstemperatur. Auch nach den Läufen wird inzwischen per Veloziped abgekühlt.Markt-EntwicklungViertakter im AufwindEinen unübersehbaren Eindruck hinterließ der Verkaufsstart der 400er Viertakt-Yamaha auch im WM-Feld. Die Marken-Aufteilung im 42köpfigen Starterfeld: 16 Honda-Zweitakter (500 cm³), 9 Yamaha-Viertakter (400 cm³), 9 KTM-Zweitakter (380 cm³), 4 Husqvarna-Viertakter (600 cm³), 2 Husaberg-Viertakter ( 600 cm³), 1 Kawasaki-Zweitakter (500 cm³), 1 Vertemati-Viertakter (503 cm³).Vertemati-Verkaufsstart Dauer-Renner?Selbst sind die Männer, sagen sich momentan die eigenwilligen Brüder Guido und Alvaro Vertemati. Die Italiener aus der Nähe von Mailand setzen zwar seit Jahren verschiedene Prototypen des nach ihnen benannten Viertakters in der WM ein, der längst geplante Start einer Serienproduktion läßt aber noch immer auf sich warten. Nachdem die Partnerschaft mit Edelbike-Hersteller Bimota, der die Produktion der Serien-Vertemati übernehmen sollten Anfäng März scheiterte, wollen die enthusiastischen Brüder noch im April in einer Fabrik nahe Bergamo selbst produzieren. Von Mai bis September sollen von den technisch sehr attraktiven Boliden (geschraubter Rahmen, 503-cm³-Viertaktmotor, Ventiltrieb über Stirnräder, Dreigang-Getriebe, 108 Kilogramm Gesamtgewicht) 400 Stück verkauft werden. Im Oktober soll eine 400-cm³-Sport-Enduro präsentiert werden.Ob die zeitliche Vorgabe gehalten werden kann, sieht zumindest Vertrags- und Testpilot Jef Janssen eher skeptisch. Der 24jährige Holländer, der die letzten drei Monate nahezu vollständig in Italien mit Fahrversuchen und tatkräftiger Mithilfe in der Werkstatt verbracht hatte, erschien in Mantova vorsichtshalber mit zwei 400er Viertakt-Yamaha im Transporter. Zu Recht, denn mehr als zwei Maschinen, für die überdies nur ein einziger Tank vorhanden war, konnten die Gebrüder schon für ihren weiteren Werksfahrer Walter Bartolini, den 34jährigen Bruder von WM-Leader Andrea, nicht bieten.

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