Motocross: Ken Roczen Ken Roczens US-Supercross-Debüt

Ken Roczens US-Supercross-Traum ist aus - er wurde Wirklichkeit. Bei seiner Premiere beeindruckte der KTM-Neuling das Supercross-Mekka Anaheim mit der Trainingsbestzeit und einem siebten Rang, der klar nach oben zeigt.

Foto: Hoppen

Supercross in den USA. Das war es, was der kleine Kenny Roczen aus Mattstedt in Thüringen fahren wollte, spätestens seit er selbst halbwegs sicher über den Lenker seines Suzuki-Kindercrossers schauen und auch hinaus denken konnte.

Und als es jetzt, für die Wintersaison 2011, wahr werden hätte können, ging der frisch gebackene MX2-Vizeweltmeister sogar fast so etwas Ähnliches wie den Pakt mit dem Teufel ein. "Ich war nie ein großer KTM-Fan", erklärte der 16-Jährige im Vergleich mit eigenen früheren Kinderausdrücken sogar noch recht zurückhaltend, "ich habe meine gesamte bisherige Karriere auf Suzuki bestritten. Aber in Sachen US-Supercross war der Wechsel zu KTM unabdingbar." Zumal die Österreicher mit dem belgischen Ex-Weltmeister Roger de Coster den wohl best beleumundeten Teamchef der amerikanischen Stadioncrosser-Szene gerade ebenfalls von Suzuki losgeeist hatten - und Suzuki in den USA sehr eng mit dem Energy Drink Rockstar liiert ist, einem heftigen Mitbewerber von Roczens Personal-Sponsor Red Bull.

So wuchs zusammen, was nach Meinung der Cross-Granden in Orange schon längst hätte zusammen gehören sollen: KTM, Red Bull und Überflieger Ken Roczen. Eine erste Ahnung von der Durchschlagskraft dieses Dreigestirns bekam Kalifornien schon im Qualifikationstraining zum Saisonauftakt von Anaheim, der Top-Adresse des US-Supercross am südlichen Rand von Los Angeles. Obwohl Kenny nach einem Zusammenprall mit einem Konkurrenten die letzten Minuten wegen zahlreicher Prellungen am ganzen Körper verpasste, verbuchte er gleich einmal die beste Trainingszeit aller Piloten der Lite-Klasse, wie die MX2 bis 250 cm³-Viertakter in den USA heißen.

Die Schmerzen wollte Roczen allerdings nicht als Entschuldigung für seine schwachen Starts sowohl im Vorlauf (beendet auf Rang vier) wie auch vom letzten Startplatz im Finale gelten lassen. "Das größere Problem war, dass ich es noch nicht so richtig gewöhnt bin, auf derart griffigem Boden, wie er hier üblich ist, zu starten. Das klappt noch nicht so gut, da muss ich noch trainieren", analysierte er, "außerdem ist es ebenfalls neu für mich, zu abendlichen Uhrzeiten Rennen zu fahren."

Dennoch war beim Debüt schon mehr drin als der höchst achtbare siebte Platz, den Ken Roczen trotz noch eines Sturzes mit umjubeltem Kampfesmut erreichte. Eine Woche später in Phoenix/Arizona stürzte Roczen als Vierter. Die US-Szene ahnt trotzdem bereits, was "German Sensation" wirklich bedeuten kann.

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