Motocross-WM: Auftakt-Grand-Prix Sevlievo/BG Roczen gewinnt beide MX2-Läufe

Im ersten Saisonrennen der Motocross-WM gewinnt Ken Roczen beide MX2-Läufe. Maximilian Nagel holt die Plätz drei und sechs im MX1. Beim Damen-MX gewinnt Stephanie Laier vor Larissa Papenmeier.

Foto: Hodgkinson

Auf der superschnellen Piste im bulgarischen Sevlievo dominierte Vizeweltmeister Ken Roczen nach Belieben den WM-Auftakt, seine Europa-Premiere für seine neue Marke KTM. In beiden MX2-Rennen (Viertakter bis 250 cm³, 125er-Zweitakter) gewann er den Start und ließ dem Rest keine Chance. KTM-Teamkollege Jeffrey Herlings war nach beiden Starts Zweiter, musste aber einsehen: "Ich bin nicht so schnell wie Ken, ich kann derzeit höchstens an Podestplätze denken."

Anderer Meinung war der britische Kawasaki-Fahrer Tommy Searle, der in beiden Rennen Herlings noch von Rang zwei verdrängen konnte: "Ich habe beide Starts vermasselt und verlor wertvolle Zeit hinter Herlings. Wäre dies besser gelaufen, wäre ich auch schneller auf Rang zwei vorgestoßen und hätte Kens Linien gesehen."

Tatsächlich verringerte Searle im ersten Rennen den Abstand zu Roczen, nachdem er an Herlings vorbei war. Als King Kenny die Gefahr jedoch erkannt hatte, knallte er drei Rekordrunden auf die Bahn, und die Entscheidung war gefallen.

Roczens niederländischer KTM-Kamerad Herlings, der ja noch ein knappes Jahr jünger ist als der immer noch 16-jährige Jungheld aus Thüringen, verlor seinen dritten Rang im ersten Rennen in der letzten Runde mit viel Pech: "Ich hatte Probleme beim Hochschalten vom zweiten in den dritten Gang." Die beiden Yamaha-Fahrer Gauiter Paulin aus Frankreich und der Schweizer Arnoud Tonus konnten dieses Handicap ausnutzen.

Im Gegensatz zur erwarteten Roczen-Dominanz in den MX2-Rennen konnten sich die Favoriten mit den höchsten Vorwetten in der MX1-Top-Klasse (450er-Viertakter, Zweitakt 250 cm³) nicht perfekt in Szene setzen.

Das Geschehen wurde vielmehr von MX2-Aufsteiger Steven Frossard, in diesem Jahr auf Yamaha unterwegs, und dem trotz Vizeweltmeisterschaft 2010 nicht ganz so hoch eingeschätzten belgischen Suzuki-Werksfahrer Clement Desalle dominiert.

Frossard knackte im ersten Rennen den deutschen Blitzstarter Max Nagl (KTM) schon beim Beschleunigen aus der Startkurve und fuhr zum ungefährdeten Sieg. Desalle sprintete später auch an Nagl vorbei, konnte aber Frossard nicht mehr stellen.

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Das zweite Rennen beherrschte vom Start weg Desalle, aber er brauchte später eine gute Portion Glück, als der ungestüme Steven Frossard nach vier Runden seine Yamaha am Vizeweltmeister vorbei in Führung zwängen konnte, zehn Runden später allerdings kurz zu Boden ging und damit den angepeilten Doppelsieg schon bei der MX1-WM-Premiere vergessen musste.

Max Nagl beeindruckte bei seiner WM-Premiere auch mit der gegenüber seinem bärenstarken 450-cm³-KTM-Boliden aus dem Vorjahr flinkeren, aber klar leistungsschwächeren 350er-Werks-KTM mit den gewohnten Blitzstarts an die Spitze des Felds. Mit den Rängen drei und sechs fuhr er schließlich auf Platz vier der WM-Tabelle.

Damit rangiert der Bayer um genau sechs Plätze vor seinem KTM-Teamkollegen, Weltmeister Toni Cairoli. Der Sizilianer erlebte in Bulgarien ein Wochenende zum Vergessen: "Schon in der dritten Runde des ersten Rennens habe ich mir das Knie verdreht und konnte nicht mehr angreifen." Im zweiten Rennen stolperte der Champ über den gestürzten Yamaha-Fahrer Philippaerts. Seine wenig meisterliche Bilanz: Siebter und Zehnter.

Der Auftakt-GP des Cross-Damen endete mit einem Doppelsieg der deutschen Weltmeisterin Steffi Laier vor Larissa Papenmeier, 2011 beide auf KTM.

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