Motocross-WM in Teutschenthal (Archivversion) Doppelspiel

Vor wenigen Wochen prophezeite MOTORRAD in Sachen Motocross-WM: Pichon ist der Schnellste – und Everts wird Weltmeister. Bislang gibt es an dieser Voraussage bei zwölf noch ausstehenden WM-Veranstaltungen nichts zu revidieren, doch im so genannten Talkessel von
Teutschenthal, dem Austragungsort des ersten der beiden Motocross-WM-Läufe in Deutschland (Gaildorf: 21. August) musste Chef Everts deutlich Federn lassen. Nach der üblichen Pole Position von Mickael
Pichon – übrigens der 15. in Folge – dominierte der Franzose auch beide Rennläufe quasi nach Belieben.
Zugute kam dem Honda-Werksfahrer allerdings ein Fauxpas von Stefan Everts beim Start zum ersten Rennen. Der
siebenfache Weltmeister touchierte noch in der ersten Kurve das Hinterrad der
KTM von MX2-Weltmeister Ben Townley,
würgte den Motor der Werks-Yamaha ab und musste letztlich dem gesamten Feld hinterherhecheln. Eine Aufholjagd auf der schlammigen und mit vielen Spurrinnen sehr schwierig zu fahrenden Piste brachte Events lediglich auf den elften Platz nach vorn. Auch in Lauf zwei konnte der Belgier gegen den bestechend fahrenden Pichon nichts ausrichten und mit Rang zwei
lediglich Schadensbegrenzung betreiben. Mit Respektabstand hinter den Titelkandidaten folgten die Kämpfer Joël Smets
(Belgien) auf Suzuki und Joshua Coppins (Neuseeland) mit der Honda, die sich um die Top-Plätze hinter dem Duo Everts/
Pichon derzeit mit Ben Townley (Neuseeland) auf KTM streiten.
Zu einem Yamaha-Markenpokal degeneriert momentan die MX2-WM. Mit Ausnahme des schottischen Kawasaki-Werkspiloten Stephen Sword dominieren –
passend zum 50-jährigen Jubiläum der Marke – ausschließlich Yamaha-Fahrer das Geschehen. Abgesehen von den Laufsiegern in Teutschenthal, dem erst 20-jährigen italienischen Nobody Davide Guarnieri und dem Australier Andrew McFarlane, konzentriert sich das Interesse vor allem auf die beiden italienischen Titelrivalen
Antonio Cairoli und Alessio Chiodi. Wobei Routinier Chiodi mit Platz fünf und zwei mehr Konstanz als der erst 19-jährige Nachwuchsstar Cairoli zeigte. Der holte sich zwar auch einen zweiten Platz, stürzte aber im zweiten Rennen. Wie schon in
Namur eine Woche zuvor, brillierte auch Deutschlands einzige Nachwuchshoffnung im Offroad-Sport, der 17-jährige Max Nagl. Nach einem Sturz am Start zum ersten Lauf fand der mittlerweile in Belgien lebende Bayer im zweiten Rennen den Weg zum Erfolg: Platz zehn. pma

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