Motocross-WM in Zolder/B und Castelnau de Levis/F (Archivversion)

DOPPELspitze

Tagessieg für Stefan Everts – das war die weniger überraschende Meldung nach dem ersten Lauf zur MX1-Moto-cross-WM 2006. Aber es war kein totaler Triumph, den der neunmalige Cross-Weltmeister in Zolder, seiner belgischen
Heimat, feiern durfte. Ein Laufsieg und
ein zweiter Platz für Sebastien Tortelli –
der französische KTM-Werksfahrer konnte mit dem großen Konkurrenten aus dem Yamaha-Team gleichziehen und damit für ein Aha-Erlebnis sorgen.
Everts hatte sich von Tortellis Blitzstart überraschen lassen, war bei der Aufholjagd sogar kurz zu Boden gegangen und ließ den KTM-Mann ab Runde zwölf im ersten Lauf ziehen. »Ich habe keinen guten Rhythmus gefunden, es war sinnlos«, kommentierte Everts. Im zweiten Durchgang leistete sich der Yamaha-Star keine Schwäche, ging sofort an die Spitze und konnte jeden Angriff von Tortelli abwehren, bis er sich beim Überrunden absetzte.
Honda-Pilot Joshua Coppins, einer der Titelanwärter, war nach einem Testfahrtunfall schon vor dem Grand Prix aus dem Rennen. Im Samstagstraining kugelte er sich zweimal das Schultergelenk aus und musste einsehen, dass eine Operation unumgänglich ist. KTM-Werksfahrer Mickael Pichon war nach mehrwöchiger Krankheit weit davon entfernt, fit genug für einen Cross-GP zu sein, warf nach der siebten Runde im ersten Lauf das Handtuch und ging zum zweiten nicht mehr an den Start.
Für KTM sollte das erste April-Wochenende noch erfolgreicher werden. Platz eins und drei in den beiden Rennen der MX2-Kategorie brachten dem südafrikanischen KTM-Piloten Tyla Rattray in Zolder den Tagessieg, während Markenkollege Yves Demaria in Castelnau de Levis bei Toulouse in Frankreich den ersten MX3-GP des Jahres gewann. MX2-Starter Max Nagl holte mit den Rängen 17 und 19 als bester Deutscher sechs WM-Punkte. aho
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Moto Cross-WM in Zolder/B und Castelnau de Levis/F (Archivversion)

Herr Steiner, der Rundstreckenpokal ist im Vergleich zur Vorzeige-Rennserie Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft die Nachwuchs-und Breitensportkategorie. Welche Änderungen hat der DMSB für 2006 beschlossen?
Wir wollen den Rundstreckenpokal wieder attraktiver machen. Deshalb sollen ab sofort in der Supersport-600-Klasse auch seriennahe Maschinen nach dem Stocksport-Reglement mitfahren, die ohne teure Kit-Teile auskommen müssen. Pokale werden dieses Jahr die besten beider Kategorien erhalten, aber für die Meisterschaft wird gemeinsam gewertet. 2007 werden dann nur noch die Stocksport-
ler Meisterschaftspunkte bekommen. Die hoch getunten Supersportler dürfen zwar mitfahren, werden jedoch sicher bald verschwinden.
Ändert sich in den großen Hubraumklassen etwas?
Nein, es wird weiterhin die Stocksport-1000- und die Open-Kategorie geben. Aber wir haben am unteren Ende der Skala die 125er-Prototypen-Klasse eingeführt, wo im Prinzip mit 125er-Zweitaktern wie in der IDM oder der Weltmeisterschaft gefahren werden darf. Im Rundstreckenpokal sind in dieser Klasse auch 250er-Viertakt-Einzylinder startberechtigt.
Bislang dümpelte der Rundstreckenpokal etwas vor sich hin, wurde auf wenig attraktiven Strecken gefahren...
2005 gab es nur vier Veranstal-
tungen. Für dieses Jahr haben wir einen Kalender mit acht Wettbewerben auf die Beine gestellt und fahren unter anderem zweimal in Hockenheim, am Nürburgring und in Oschersleben auf permanenten Rennstrecken. Die Termine sind im Internet unter www.dmsb.de zu finden.
Das Interview führte MOTORRAD-Redakteur
Andreas Schulz

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