MotoGP: BMW-Award 2005 (Archivversion) Erster Sieg für Sete

Der große Pechvogel beim BMW-Award in Barcelona, dem ersten amtlichen Kräftemessen der
MotoGP-Stars im Rahmen der offiziellen Vorsaisontests, hieß Max Biaggi. Zwei Tage lang hatte der Römer das Tempo diktiert, dann rutschte er am Vormittag des dritten Tags auf einer Ölspur aus. Peinlicher noch war das
Missgeschick während der 40-minütigen gewerteten Zeitenjagd am Nachmittag: Biaggi fuhr fünf Minuten vor
dem Abwinken zum letzten Reifenwechsel an die Box, wo seine Repsol-Honda verstummte und sich nicht mehr zum Leben erwecken ließ. Offiziell wurde eine beim Sturz am Vormittag beschädigte Elektrikverbindung verantwortlich gemacht – in Wirklichkeit war die Beninzufuhr verstopft.
Honda hatte am Ende trotzdem die Nase vorn. Sete Gibernau stürmte zu einer Bestzeit von 1.41,851 Minuten, war damit um vier Zehntelsekunden schneller als
der Rest der Welt und holte sich mit triumphierendem
Lächeln den 1er-BMW ab, den die Bayern für den schnellsten Piloten in Barcelona ausgelobt hatten. »Ich bin voll und ganz zufrieden. Denn trotz des BMW-Awards haben wir uns voll darauf konzentriert, das Motorrad auf eine ganze Renndistanz abzustimmen«, sagte der Spanier.
Valentino Rossi, dem Vorjahressieger des BMW-Awards, gelang immerhin die zweit-
beste Zeit. »Ich habe auf meiner schnellsten Runde Fehler gemacht, doch ganz ehrlich: Selbst wenn sie perfekt gewesen wäre, hätte ich nicht mit Sete mithalten können. Yamaha hat Fortschritte gemacht, doch Honda hat die Latte noch
höher gehängt«, zog der Weltmeister Zwischenbilanz.
Hinter den Kulissen erzielten die MotoGP-Fahrer beim Tauziehen um die künftigen »Flag-to-flag«-Rennen einen Durchbruch. Um der Fernseh-Show willen werden die MotoGP-Läufe bei einem plötzlichen Wettersturz zwar nicht mehr abgebrochen und neu gestartet. Aus Sicherheitsgründen dürfen die Fahrer jedoch im Falle eines Platzregens auf ihre bereits entsprechend vorbereiteten Ersatzmaschinen steigen. Damit bleiben den Mechanikern hektische Reifenwechsel und hastige Modifikationen an Brems- und Federungssystem erspart. Die erste Version der »Flag-to-flag«-Regel sah vor, dass bei einsetzendem Regen nur die Räder gewechselt werden dürfen. »Das ist viel zu gefährlich«, hatten Top-Stars wie Valentino Rossi und Loris Capirossi gewettert, »wenn das durchgeht, streiken wir.« fk

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