MotoGP: Die Roten kommen (Archivversion) MotoGP: Die Roten kommen

Noch selten war ich auf die kommende Motorsportsaison so gespannt wie dieses Jahr. Kein Wunder, denn in der Formel 1 des Motorradsports, der MotoGP-Klasse, drängen sich so viele Hersteller wie schon lange nicht mehr um die Plätze an der Sonne, sprich auf dem Podest. Alle vier japanischen Hersteller greifen an, dazu Aprilia und nun auch noch Ducati. Der Einstieg der Marke aus Bologna erscheint mutig, aber keineswegs vermessen. Immerhin haben die Roten im Superbike-Sport fast ein Jahrzehnt die Welt dominiert, wenn auch begünstigt durch ein die Zweizylinder favorisierendes Reglement. Man weiß also in der Rennabteilung in Borgo Panigale, wie man schnelle Maschinen baut. Jetzt gilt es, mit den Besten der Besten mitzuhalten, bei freier Wahl der Mittel. Denn die MotoGP-Regeln lassen viel Spielraum. So viel, dass eine enorme Vielfalt von Motorenkonzepten an den Start geht. Honda mit dem bisher überlegenen V5, Suzuki und Ducati mit V4-Motoren, Yamaha und Kawasaki mit Reihen-Vierer und Aprilia mit einem Reihen-Dreizylinder. Im Fahrwerksbau gibt es ebenfalls unterschiedliche Ansätze. Speziell Ducati setzt sich diesbezüglich in Szene mit dem markentypischen Stahl-Gitterrohrchassis. Der Kampf der Systeme wird also spannend. Der Kampf der Fahrer hoffentlich auch. Einen solchen Durchmarsch wie Valentino Rossis Siegesserie im vergangenen Jahr wird es diese Saison hoffentlich nicht geben. Da haben ja einige Piloten noch eine Rechnung offen. Max Biaggi will endlich seinen Erzkonkurrenten Rossi besiegen. Und die beiden dominierenden Piloten der Superbike-WM, Colin Edwards und Troy Bayliss, möchten beweisen, was sie drauf haben.Womit wieder die Roten ins Spiel kommen. Mit Loris Capirossi und Bayliss beweisen die Ducati-Manager ein feines Händchen. Capirossi ist extrem schnell und erfahren, Bayliss ein Ducati-Hero und aufbaufähig. Hochprofessionell auch die Sponsorensuche: Mit Marlboro sicherte sich Ducati einen der potentesten Geldgeber in der Sportszene. Und wie schön das Logo des Tabakriesen auf eine rote Maschine zu platzieren ist, zeigt unsere Geschichte ab Seite 166.Vielleicht harmoniert ja die Zusammenarbeit so gut wie im Autobereich ein paar Kilometer vom Stammwerk Ducati entfernt. Dort liegt Maranello.

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