MotoGP-Testfahrten in Jerez/E (Archivversion) Kraftprobe

An den ersten beiden der drei letzten MotoGP-Testtage des Jahres war der enttrohnte Weltmeister Valentino Rossi auf der neuen 800-cm3-Werks-Yamaha im spanischen Jerez der schnellste Mann auf dem Platz. Bis im letzten Anlauf Honda-Werkspilot Dani Pedrosa auftrumpfte und mit einer Zeit von 1.39,910 Minuten nicht nur als einiziger Fahrer die 1.40er-Marke unterbot, sondern auch noch den von
Rossi 2005 aufgestellten offiziellen Runden-
rekord (1.40,596 Minuten).
Zur absolut schnellsten Jerez-Runde, die Ducati-Werksfahrer Loris Capirossi im Qualifying zum Auftakt-GP 2006 in 1.39,064 Minuten gedreht hatte, fehlte Pedrosa zwar fast noch eine Sekunde. Aber schon jetzt ist klar: Mit den für 2007 von 990 auf 800 cm3 Hubraum gestutzten MotoGP-Maschinen werden die Rundenzeiten kaum schlechter werden. Denn obwohl den neuen Motoren im Vergleich zu den ausgemusterten Triebwerken bis zu 40 PS fehlen, was sich auf den Geraden mit zehn bis 20 km/h geringerer Höchstgeschwindigkeit bemerkbar macht, flitzen die MotoGP-Geschosse der neuen Generation mit viel mehr Speed durch die Kurven.
Während das Kawasaki-Werksteam, das kürzlich den Misserfolg der Saison 2006 in einer ziemlich geschmacklosen Pressemitteilung dem geschassten Ex-Teamchef Harald Eckl angelastet hatte, in Jerez durch Abwesenheit glänzte, konnten die Suzuki-Angestellten Chris Vermeulen und John Hopkins zeigen, dass Suzuki den Neuanfang in der MotoGP-WM nutzen will: Platz vier und fünf in der inoffiziellen Zeitenliste. Die Ducati-Leute, die ihre 800er als Erste getestet hatten, sind dagegen etwas ins Hintertreffen geraten. Chefpilot Loris Capirossi schaffte nur die neuntbeste Zeit und war damit gar langsamer als Alex Barros, der aus der Superbike-WM zurückkommt und eine 800er-Ducati im Kundenteam von Luis d’Antin steuert.
Während Pedrosa seine Runden bereits in voller Repsol-Kriegsbemalung drehte, kurvte Rossi auf einer unverbindlich karbonfarbenen Yamaha herum – Hauptsponsor Camel hat sich endgültig aus dem GP-Sport verabschiedet. Allerdings zierte ein außergewöhnlicher Aufkleber Rossis Gefährt: »Das Schwert
Excalibur aus der König-Artus-Sage«, so Rossi. »Meine Gegner sollen wissen: Ich bin bereit, zurückzuschlagen.« abs

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