Motor- statt Gabelöl (Archivversion)

Motor- statt Gabelöl
Ist es möglich, statt der sündhaft teuren Gabelöle auch herkömmliches Motoröl (mineralisch oder synthetisch) für die Befüllung der Telegabel zu verwenden? Und wo liegen eigentlich die Unter-
schiede zwischen Gabel- und Motoröl?
Benny Wilbers, Wilbers Products, www.wilbers.de
Grundsätzlich könnte man auch Motoröle als Gabelöle verwenden, allerdings wäre die Funktion katastrophal. Motoröl und deren Additive entfalten erst bei Temperaturen ab 40 Grad Celsius ihre Wirkung, und Gabelöle weisen bereits ab null Grad Celsius eine ordentliche Funktion auf. Bei Straßen- und Sportmotorrädern
herrschen in diesen Breitengraden Temperaturen von maximal 35 Grad in der Gabel. Hier ein Beispiel zur Verdeutlichung: Der Motor eines Rennmotorrads wird vor seinem Einsatz grundsätzlich aufgewärmt, denn beim Losfahren sollte das Öl eine Mindesttemperatur von 60 Grad Celsius haben. Die Gabel wird fast
nie aufgewärmt, soll aber dennoch für ausreichende
Traktion sorgen, um weiter als bis nur zur ersten Kurve zu kommen. Auch deshalb ist das Gabelöl in seiner Viskosität meist erheblich dünner
(SAE 5 bis 10). Der hohe Anteil der sündhaft teuren Additive im Gabelöl sind sicher die Hauptursache für den verhältnismäßig hohen Preis, trotz
sehr kleiner Mengen im Vergleich zu den Motorölen. Dagegen schont eine perfekt ansprechende und dämpfende Gabel die Reifen und steigert die
Sicherheit beim Fahren. Wir empfehlen einen Gabelölwechsel nach 20000
Kilometern oder nach einer Renn-
saison. Bezogen auf die gefahrenen
Kilometer halten sich die anfallenden Kosten somit in überschaubaren
Grenzen.

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